Positive Signale vor dem Spitzenspiel

Während Spvg. Steinhagens Trainer Mario Lüke in der Fußball-Bezirksliga am Kader für die neue Saison bastelt, hat sich Rivale Gütersloher TV komplett neu aufgestellt.

Claus Meyer,Wolfgang Temme

Wer hat an der Uhr gedreht? Für Mario Lüke ist Zeit derzeit sehr kostbar. Steinhagens Trainer hat auf und neben dem Platz viel Arbeit mit seiner neuen Mannschaft. - © Claus Meyer
Wer hat an der Uhr gedreht? Für Mario Lüke ist Zeit derzeit sehr kostbar. Steinhagens Trainer hat auf und neben dem Platz viel Arbeit mit seiner neuen Mannschaft. (© Claus Meyer)

Altkreis Halle. Der Einstand von Mario Lüke als Trainer der Spvg. Steinhagen hätte erfolgreicher nicht sein können. Sechs Punkte und 11:1 Toren holte der Bezirksligist in den ersten zwei Partien unter seiner Regie. Vor dem Gastspiel der zweitplatzierten Spvg. (46 Punkte) bei Spitzenreiter Gütersloher TV (48) am Sonntag stimmen sichtbar die Harmonie in der Steinhagener Mannschaft, das Gleichgewicht zwischen Defensive und Offensive und die Spielfreude.

Zudem wird Lüke ligaunabhängig auch in der kommenden Saison auf einen Stamm bewährter Kräfte zurückgreifen können. René Schäfer und Thomas Winder hatten wie berichtet ihr Bleiben bereits zugesagt. Weitere Spieler, auf die Steinhagen nun ebenfalls bauen kann, sind Torwart Philipp Schremmer und Stürmer Tim Jungeblodt. Beide arbeiten nach Kreuzbandrissen derzeit am Comeback. Dazu kommen Louis Dingerdissen, Bakin Deli Oglu, Vitali Wolf, Leon Schäfer, Ridvan Cinar, Jonas Böhme, Daniel Rajic, Marvin Hornberg und Winterneuzugang Marvin Gellermann. Gespräche mit Matthias Freyermuth und Torwart Julian Pohlmann sollen folgen.

Hanna kommt als Herden-Ersatz vom FC Kaunitz

Auch Neuzugänge hat der Verein bereits auf dem Schirm. Der erste ist Pascal Hanna. Der 24 Jahre alte Linksfuß kommt im Sommer von Landesligisten FC Kaunitz an den Cronsbach. Als schneller Spieler soll er auf dem Flügel Tim Herden ersetzen, der bekanntlich zum VfL Holsen wechselt. Hanna war schon zu Schloß Holter Zeiten ein Wunschspieler von Lüke.

„Wir sind gut unterwegs. In dieser Woche wird noch eine ganze Menge passieren", kündigt der Trainer an. Lüke selbst ist bei allen Gesprächen, die das künftige Gesicht seiner Mannschaft betreffen, mittendrin. „Ich war zuletzt an kaum einem Abend vor halb elf abends zu Hause", verrät er.

Die Ende vergangenen Jahres in eine personelle und finanzielle Krise geratene Fußballabteilung des Gütersloher TV hat sich derweil neu aufgestellt, wirtschaftlich konsolidiert und mit Ali Bozkurt einen Trainer verpflichtet. Der 43-Jährige, derzeit für die GTV-Reserve in der B-Liga verantwortlich, übernimmt die erste Mannschaft nach dem Abgang von Erfolgscoach Jakob Bulut am Saisonende.

In welcher Liga das sein wird, überlässt die Führung dem sportlichen Wettbewerb. Zwar hält sich Moritz Lippa mit forschen Tönen im Aufstiegsrennen zurück („Wir legen die Eier erst, wenn sie gelegt werden müssen"), doch der künftige Leiter der Abteilung stellt unmissverständlich klar: „Es wäre paradox, den Spielern das Siegen zu verbieten."

Lippa (36) ist eine der treibenden Kräfte, die in den letzten Wochen mit Hochdruck am Überleben der GTV-Fußballer gearbeitet haben. „Der Vorstand ist mehr oder minder komplett aufgestellt", erklärte Lippa. In Yassin Capaci (43), als Kicker durch Stationen bei Spvg. Versmold, Spvg. Steinhagen und TSV Amshausen auch im Altkreis bestens bekannt, fand sich unter anderem ein Leiter der Jugendabteilung.

Bozkurt muss eine neue Mannschaft zusammenstellen

Finanziell sind die GTV-Fußballer zwar noch nicht im grünen Bereich, aber auf dem Weg dorthin. Das für das Jahresende 2018 auf 46.000 Euro prognostizierte Minus konnte dank des Verzichts der ersten Mannschaft auf Punkteprämien sowie zusätzlicher Sponsoreneinnahmen auf 32.000 Euro verringert werden.

Gut möglich, dass die unklare finanzielle Perspektive einige von den Turnern angesprochene Trainerkandidaten abhielt, trotz einer attraktiven Spielklasse – mindestens Bezirksliga – ihnen zuzusagen. Im Wissen darum hatte Bozkurt früh seine Hilfe angeboten. „Wir geben ihm sehr, sehr gerne diese Chance", sagt Lippa auch aus Dankbarkeit für dieses Bekenntnis zum Verein.

Bozkurts Aufgabe ist allerdings nicht einfach, denn es gilt wohl, eine neue Mannschaft zusammenzustellen. Zwar gibt es einige Spieler aus dem aktuellen Kader, die bleiben wollen, aber die Führungsriege rechnet mit gut einem Dutzend Abgänge. Fünf Spieler würden mit Bulut zum Bezirksligisten SV Avenwedde wechseln, weitere würden sich mit Co-Trainer Robert Oral zum Kreisligisten Aramäer Gütersloh verändern, so Lippa.

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