Luisenturmlauf: Hoffmann hängt Sansar ab

46. Auflage: Nach zuletzt fünf Triumphen ist der heimische Spitzenläufer ohne Siegchance. Die Wertheranerin Franzi Bossow wiederholt den Vorjahreserfolg

Max Maschmann

Seht her: Benedikt Hoffmann reckt beim Zieleinlauf im Ravensberger Stadion die Zeigefinger in die Höhe. - © Andre Schneider
Seht her: Benedikt Hoffmann reckt beim Zieleinlauf im Ravensberger Stadion die Zeigefinger in die Höhe. (© Andre Schneider)

Borgholzhausen. Eigentlich wollte Benedikt Hoffmann am Wochenende seinen Eltern in Recklinghausen nur einen Besuch abstatten. Eigentlich. Denn am Samstag schellte bei Carsten Völz vom Ausrichter LC Solbad Ravensberg das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich Benedikt Hoffmann. Er erfuhr, dass beim 46. Luisenturmlauf alle Startplätze vergeben seien, bei Absagen aber noch Hoffnung bestünde, nachzurücken. Der 33-Jährige hatte Glück.

Und so lag nach dem Abfeuern der Startpistole von Bürgermeister Dirk Speckmann Spannung in der Luft des Ravensberger Stadions. Wäre er, der Langstrecken-, Berg- und Ultramarathonläufer, der bei den Deutschen Meisterschaften 2017 in Berlin Gold über 100 Kilometer Straße geholt hatte und dessen Bestmarke im Halbmarathon bei 1:07:29 Stunden liegt, in der Lage, Elias Sansar zu schlagen? Jenen Mann von der LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen also, der die »Luise« zuletzt mit fünf Siegen in Serie dominiert hatte?

Als der am Bodensee wohnende Athlet von der TSG Heilbronn auf die letzten Meter im Stadion einbog, hatten sich die Fragen längst erübrigt. Im Wissen um den klaren Sieg klatschte Hoffmann noch seinen Anhang ab, ehe die Fabelzeit von 1:14:36 Stunden schließlich perfekt war. Von Sansar fehlte zu dem Zeitpunkt noch jede Spur. Gut dreieinhalb Minuten später, Gymnasiallehrer Hoffmann stand da schon den Pressevertretern Rede und Antwort, erreichte Sansar in 1:17:59 Stunden die Ziellinie. „Ich habe versucht, meinen Rhythmus zu finden, bergauf ist es mir leicht gefallen – und ich bin dann einfach so weitergelaufen", erklärte der aktuell in Elternzeit befindliche Familienvater, wie der Erfolg zustande kam.

Luisenturmlauf 2019

Das nächste Ziel von Hoffmann ist die deutsche Meisterschaft über 50 Kilometer im bayerischen Ebershausen. Der entthronte Sansar erkannte derweil die Überlegenheit seines Herausforderers an, der ihn schon im Oktober beim Marathon in Essen bezwungen hatte. „Er hat verdient gewonnen", sagte Sansar. Ausschlaggebend sei die fehlende Grundschnelligkeit gewesen, berichtete Sansar. Der elffache Hermannslauf-Sieger überlegte: „Vielleicht war ich müde vom Intervalltraining". Dritter wurde Patrick Boehme (TSVE Bielefeld) in 1:18:02 Stunden.

Die Wertheranerin Franzi Bossow hatte vor dem Startschuss Bedenken. Ob die Kräfte wohl reichen würde? Eine Magen-Darm-Erkrankung hatte ihr tags zuvor zu schaffen gemacht. „Doch irgendwann rollte es." Und wie: 1:24:46 Stunden bedeuteten für sie auf „rutschigem, matschigem" Geläuf eine neue persönliche Bestzeit bei der »Luise«. „So kann es weitergehen", befand Bossow, die Jessica Volkmann (Teilzeitläufer Bielefeld/1:29:12) und Vanessa Ohm (TSVE Bielefeld/1:30:41) auf die Plätze verwies. Auch sie hat den »Hermann« Ende April im Blick, wo sie ihre persönliche Bestzeit knacken möchte.

Beim Lauf über 12,5 Kilometer gewann derweil Ingmar Lundström (45:30 Minuten) von der DJK Gütersloh. Schnellste Frau war Marlena Götza (53:55 Minuten) vom SV Brackwede. Insgesamt machten sich an die 1.000 Sportler auf den Weg durch die Lebkuchenstadt. 831 Personen finishten den Hauptlauf über 21,2 Kilometer, während auf der Distanz über 12,5 Kilometer 145 Personen ins Ziel kamen. 23 Athleten walkten – macht in Summe 999 Sportler. „Wir sind sehr zufrieden, weil es keine Stürze oder Verletzungen gab und die Witterung gehalten hat", sagte LC-Vorsitzender Hubert Kaiser.

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