Joker im Aufstiegsrennen: Nils Babin soll Versmold II zum Sieg verhelfen

Handball-Kreisliga: Spvg. Versmold II tritt am Sonntag zum Verfolgerduell bei Spvg. Steinhagen III an. Ex-Zweitligatorwart Nils Babin soll den Gästen zum Sieg verhelfen

Christian Helmig

Emotional: Beim TV Emsdetten zählte Torhüter Nils Babin in seiner Profizeit zu den absoluten Publikumslieblingen - © Copyright: pressefoto bernd oberheim
Emotional: Beim TV Emsdetten zählte Torhüter Nils Babin in seiner Profizeit zu den absoluten Publikumslieblingen (© Copyright: pressefoto bernd oberheim)

Versmold. „Weltklasse", „Matchwinner", „Garant des Sieges" – wer im Internet nach Informationen und Schlagzeilen über Nils Babin sucht, stößt unweigerlich auf Superlative. Zehn Jahre lang, unterbrochen von einem einjährigen Gastspiel beim Bundesligisten Wilhelmshavener SV, stand der Torwart für den TV Emsdetten zwischen den Pfosten. Seine Paraden machten ihn in der Ems-Halle zum Publikumsliebling – spätestens als er mit dem Club 2013 in die erste Liga aufstieg.

„Wir verlieren eine echte Identifikationsfigur. Dabei hat er doch mit 28 Jahren seine beste Zeit als Torhüter noch vor sich", sagte der damalige TVE-Geschäftsführer Holger Kaiser, als Babin seine Profikarriere im Jahr 2016 beendete. „In mir kam der Wunsch auf, mehr freie Zeit zu haben", erklärte dieser seinerzeit in einem Interview mit dem Magazin Handball Backstage. Gleichzeitig schloss aber nicht ausschließen, später noch mal als Keeper" aktiv zu werden".

„Elvir Selmanovic hat mich in Sachen Mannschaftsloyalität sehr geprägt"

Dieses Vorhaben setzt Nils Babin nun in die Tat um. Seit Beginn der Rückrunde liegt sein Spielerpass bei der Spvg. Versmold. Sein Debüt für den Tabellenzweiten der Kreisliga, der nominell als zweite Mannschaft geführt wird, gab der heute 31-Jährige vor zwei Wochen. Beim 27:25-Auswärtserfolg der Fleischstädter über TG Hörste II stand Babin erstmals auf dem Spielbericht.

Großes Aufsehen erregte sein Comeback nicht, was auch daran lag, dass die Partie in die Sporthalle der Kreisberufsschule verlegt worden war und damit praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Selbst Jens Großpietsch wusste zunächst nicht, mit wem er es zu tun hatte. „Er hat ganz normal gehalten, wie ein Kreisligatorwart eben", berichtet Hörstes Trainer. Der Hinweis der HK-Redaktion, dass es sich bei dem 1,94 Meter großen Schlaks mit der Rückennummer eins um den besten Torwart der Zweitliga-Saison 2012/13 gehandelt habe, versetzte Großpietsch in ungläubiges Staunen. „Als ich noch Trainer in Ladbergen war, wollten wir ihn unbedingt dorthin holen, aber wir hatten keine Chance", verrät er.

Der Spvg. Versmold ist das Unmögliche nun offenbar gelungen. Anzunehmen ist, dass es sich bei Babins Zusage um einen Freundschaftsdienst handelt. „Einer, der mich in Sachen Mannschaftsloyalität sehr geprägt hat, ist Elvir Selmanovic. Das habe ich mit in meinen Job genommen", schwärmt Babin in besagtem Interview in höchsten Tönen vom Versmolder Trainer, mit dem er fünf Jahre lang gemeinsam das TVE-Trikot trug.

Versmold braucht einen Sieg

Nun sind beide wieder vereint – und könnten sechs Jahre nach dem Triumph in Emsdetten den zweiten Aufstieg feiern. Diesmal in die Bezirksliga. Zur Frage, ob Babin am Sonntagmorgen um 11 Uhr in die Jokerrolle schlüpfen wird, halten sich die Versmolder (23:5 Punkte) bedeckt. Sie wollen sich vor dem Verfolgerduell offenbar nicht in die Karten schauen lassen.

Sicher ist, dass die Gäste bei Spvg. Steinhagen III (Dritter mit 22:6) einen Sieg brauchen. Nur dann wahren sie ihre Chance, Spitzenreiter FC Greffen (28:2) noch abzufangen. Wenn Nils Babin seinen Kasten ähnlich erfolgreich vernagelt, wie einst in der zweiten Liga, ist ihm die nächste Schlagzeile gewiss.

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