Handball-Oberliga: Paul Blankert geht zurück nach Brockhagen

Vor dem Heimspiel gegen LIT Tribe Germania verkündet der Rückraumspieler seinen Abschied von den SF Loxten. Er kehrt nach Brockhagen zurück

Christian Helmig

Vor seinem Abschied aus Loxten hat Paul Blankert mit den Sportfreunde noch ehrgeizige Ziele. - © Christian Helmig
Vor seinem Abschied aus Loxten hat Paul Blankert mit den Sportfreunde noch ehrgeizige Ziele. (© Christian Helmig)

Loxten. „Wir wollen den Kader reduzieren", hatte SFL-Vorsitzender Andy Evers noch im alten Jahr angekündigt. Spätestens nach der Vorstellung von Neuzugang Philipp Harnacke vom Drittligisten Handball Lippe vor drei Wochen durften die Fans spekulieren, welche Spieler in der kommenden Saison nicht mehr das grüne Trikot des Handball-Oberligisten tragen werden.

„Unangenehme Gespräche", wie sie Evers befürchtet hatte, bleiben den Loxtener Verantwortlichen im Fall von Paul Blankert erspart. Der 22 Jahre alte Rückraumspieler räumt seinen Platz freiwillig. „Ich möchte mich in diesem Jahr voll auf die Meisterschule in Münster konzentrieren", begründet der Anlagenmechaniker im Sanitär- und Heizungsbau seine Entscheidung, den Sportfreunden nach drei Jahren den Rücken zu kehren.

Leicht gefallen ist sie ihm nicht. „Loxten ist ein super Verein. Privat und sportlich war ich hier von Anfang an bis heute privat sehr glücklich. Ich wäre gerne geblieben, wenn es meine berufliche Situation zugelassen hätte", sagt er.

2016 zu den Fröschen gewechselt

„Ein bisschen traurig", wie Blankert sagt, ist er vor allem darüber, dass er das sportliche Schicksal des Oberligateams in den vergangenen Monaten „nicht so aktiv mitgestalten konnte", wie er es sich gewünscht hätte. Eine langwierige Rückenverletzung hatte ihn in der Saisonvorbereitung außer Gefecht gesetzt. Der eingeklemmte Nerv führte dazu, „dass ich den Kopf lange Zeit nicht frei hatte und in den Zweikämpfen nicht so draufgegangen bin". Folge: Erst zwei Einsätze in der ersten Mannschaft stehen für ihn in dieser Saison zu Buche. Sein erstes Tor erzielte der 1,89 Meter große Rechtshänder, der 2016 von der Spvg. Steinhagen zu den »Fröschen« gewechselt war, zum Rückrundenauftakt gegen Ferndorf II.

In Vergessenheit sind seine Qualitäten offenbar trotzdem nicht geraten. „Ich habe mich gewundert, wie oft mein Telefon in letzter Zeit geklingelt hat", berichtet Blankert von zahlreichen Anfragen anderer Vereine. Gegen den TuS Brockhagen hatte letztlich aber kein Bewerber eine Chance. „Hier habe ich mit Handball angefangen, viele meiner Freunde spielen hier und der Aufwand ist für mich so gering wie möglich", sagt Blankert, der nach wie vor im Steinhagener Ortsteil wohnt. Gut möglich allerdings, dass er erst Ende Oktober – mit dem Meisterbrief in der Tasche – beim potenziellen Verbandsliga-Aufsteiger zum Ball greift.

Bevor es so weit ist, hat Paul Blankert in Loxten ehrgeizige Ziele: „Es wäre schön, wenn wir mit der zweiten Mannschaft den Aufstieg schaffen." Auch in der Oberliga dürfen gerne noch ein paar Spiele und Tore hinzukommen. Obwohl er am heutigen Samstag gegen Tabellenführer LIT Tribe Germania voraussichtlich nicht im Kader von Trainer Dirk Schmidtmeier stehen wird, gilt sein Versprechen: „Ich werde hier weiterhin mein Bestes geben."

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LIT kommt mit Erstliga-Abwehr

In LIT Tribe Germania kommt der souveräne Spitzenreiter (38:2 Punkte) der Oberliga am Samstag in die Sparkassen-Arena. Seinen einzigen Ausrutscher in der laufenden Saison leistete sich das Team von Trainer Daniel Gerling am vierten Spieltag in Möllbergen. Eine Woche zuvor hatte LIT gegen Loxten nach einer furiosen Aufholjagd mit 27:26 die Oberhand behalten. Ein Hoffnungsschimmer für Dirk Schmidtmeier, dass für seine Mannschaft auch diesmal etwas drin ist.

„Gerade nach dem Punktverlust auf Schalke wollen wir für eine Überraschung sorgen", sagt Loxtens Trainer. Schmidtmeiers Plan sieht vor, die hünenhafte Abwehr um die Ex-Bundesligaspieler Ivar Klesniks und Piotr Grabarczyk „gut in Bewegung zu bringen" und den Gästen das Wechseln durch hohes Tempo in der ersten und zweiten Welle so schwer wie möglich zu machen. Erfreulich: Nils Patzelt hat seine Knieverletzung auskuriert. Loxtens Kader ist damit komplett.

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