Alban Shabani ist Peckelohs Lichtblick

Fußball-Landesliga: Der ranghöchste Club im Altkreis überwintert nach einem schwierigen ersten Saisonteil in der Nähe der Abstiegsränge. Doch gerade die vergangenen Auftritte machen Mut zur Besserung

Dennis Bleck

Starker Neuzugang: Sercan Özdil (Mitte) erzielte in seinen elf Einsätzen für den SC Peckeloh fünf Tore. Dafür gab es auch mal Sonderlob von Trainer Markus Kleine-Tebbe (rechts). - © Christian Helmig
Starker Neuzugang: Sercan Özdil (Mitte) erzielte in seinen elf Einsätzen für den SC Peckeloh fünf Tore. Dafür gab es auch mal Sonderlob von Trainer Markus Kleine-Tebbe (rechts). (© Christian Helmig)

Anspruch & Wirklichkeit

Festlegen wollte sich Markus Kleine-Tebbe vor dem Saisonstart nicht. Nicht auf einen Tabellenplatz und nicht auf ein Saisonziel. Vielmehr war es dem Trainer des SC Peckeloh wichtig, die Neuzugänge des Fußball-Landesligisten zu integrieren und die vielen jungen Spieler im Kader weiterzuentwickeln. Nun, ein halbes Jahr später, stellt »MKT« fest: „Hierarchien und ein Teamspirit haben sich schnell gebildet." Und auch die vier A-Jugendlichen, die ihre erste Landesliga-Saison spielen, „haben sich stark eingefunden". Beim Blick auf die Tabelle enden aber Kleine-Tebbes Schwärmerein. Derzeit liegt der SCP auf Platz zwölf, hat einen Punkt mehr auf dem Konto als SuS Westenholz, die auf dem Relegationsrang stehen. „Das ist nicht unser Anspruch", betont der B-Lizenzinhaber. Er weiß allerdings auch, dass eine Reihe von „nicht planbaren Faktoren" das schwache Hinrunden-Abschneiden eingeleitet hat.

Höhen & Tiefen

So fielen in Wojtek Kosecki, Tim Mannek oder Baris Orhan Korsettstangen des Systems längerfristig wegen Verletzungen aus. Die Folge: Nach einem guten Start in die Saison folgte der Einbruch. „Gegen Brakel (2:3 Anm. d. Red.) machen wir ein gutes Spiel und verlieren nur unglücklich", erinnert sich Kleine-Tebbe: „Wenn wir diese Partie damals gewonnen hätten, würden wir heute wohl in ganz anderen Fahrwassern schippern", sagt er. Stattdessen verfing sich der SCP in einer Abwärtsspirale. Die nächsten fünf Ligaspiele wurden nicht gewonnen. Nur einen Punkt holte das Team beim SuS Bad Westernkotten. „In dieser Zeit haben wir alles hinterfragt", sagt Kleine-Tebbe über die „schwierigste Phase der Hinrunde". Und trotzdem schüttet der Trainer ein Lob aus. Vor allem die sogenannten Schlüsselspieler hätten während der sieben Wochen eine Reaktion gezeigt. „Es gab keinen Ärger, keine kritischen Stimmen – alle wussten, dass wir gemeinsam aus dieser Situation he-rauskommen", sagt Kleine-Tebbe.

Stärken & Schwächen

Auch, weil das Team vor allem mental Stärke bewies und die wichtigen Partien gegen direkte Konkurrenten gewann. „Meine Mannschaft weiß, dass es nicht um einzelne Spieler, sondern um das Team geht", sagt Kleine-Tebbe. Und um das in der Rückrunde wieder auf Kurs zu bringen, startet der Coach, wie berichtet, morgen Abend mit seiner Mannschaft in die Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil. Dann wird er auch da-ran arbeiten, die Defizite in der Rückwärtsbewegung, die er bei einigen Spielern ausgemacht hat, auszumerzen.

Entdeckung & Enttäuschung

Einer, der viel arbeitet und rennt, ist Alban Shabani. Der Stürmer traf in der Hinrunde 14 Mal, ist Peckelohs Top-Torschütze. Neben Shabani konnten auch die Youngster Jan Luca Felsmann und Jonas Weißen Eigenwerbung betreiben. Zudem fügte sich Neuzugang Sercan Özdil nahtlos ins System ein. Er ist mit fünf Treffern hinter Shabani Zweiter der internen Torjägerliste. Einen Akteur hervorheben möchte Kleine-Tebbe aber nicht. Im vergangenen Jahr zeichnete er Florian Pixa als »Spieler der Hinrunde« aus. „In diesem Jahr habe ich keine private Auszeichnung verliehen", sagt der Coach. „Weil wir als Team in der Tabelle nicht gut dastehen, möchte ich auch keinen Spieler für seine individuelle Leistung belohnen", nennt Kleine-Tebbe die Gründe seines Verzichts.

Kommen & Gehen

Die Chance darauf, »Spieler der Rückrunde« zu werden, bekommt Kevin Lenz. Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler ist bislang der einzige Neuzugang, der den SC Peckeloh im zweiten Saisonteil verstärkt. Lenz kommt vom Westfalenligisten VfL Theesen. Der Bielefelder spielte seit der C-Jugend in sämtlichen Juniorenteams des Vereins, kam in der laufenden Saison aber nur zu einem Kurzeinsatz in der ersten Mannschaft. Demgegenüber wird Julius Schick auf eigenen Wunsch in der Rückrunde in der SCP-Reserve spielen. Der schnelle Offensivspieler bat Kleine-Tebbe aus beruflichen Gründen um die »Rückversetzung«. In Gerrit Weinreich steht zudem eine weitere Alternative parat. Der flexibel einsetzbare Abwehrspieler verpasste die komplette Hinrunde wegen eines Knöchelbruchs. Kleine-Tebbe rechnet aber frühestens im März mit einer Rückkehr des 24-Jährigen.

Chancen & Ziele

Ab dem Frühjahr wird es laut Kleine-Tebbe auch erst interessant. „Dann lohnt sich der Blick auf die Tabelle, weil Entscheidungen anstehen", sagt er. Bis dahin will der Trainer mit seinem Team „noch ein paar Plätze nach oben klettern". Entscheidend wird es sein, wie der SCP aus den Startlöchern kommt. „Verl II ist gleich zu Beginn ein ziemlich harter Brocken", blickt Kleine-Tebbe mit gemischten Gefühlen auf den Ligastart. Bei der Regionalliga-Reserve wisse man nie, welche Spieler aufliefen. Sicher nicht auflaufen wird Peckelohs Tim Mannek. Der Angreifer wird nach seinem Fußbruch, den er sich – wie berichtet – beim Haller-Kreisblatt-Cup zuzog, zwischen sechs und zehn Wochen pausieren müssen. Und trotz der schweren Verletzung bleibt das Hallenturnier in positiver Erinnerung. „Der Sieg gibt uns Kraft für die Aufgaben in der Rückrunde", sagt Kleine-Tebbe. Seine Mannschaft müsse den Schwung einfach mitnehmen.

Info

SCP-Statistik

Einsätze: Alban Shabani (16), Alexander Bulanov, Robin Steinkamp, Jonas Weißen (alle 15), Daniel Schnadwinkel (14), Gilles Eloy Berger, Kevin Ikeakhe, Jan Luca Felsmann (alle 13), Dennis Schmidt (12), Chris Timke, Sercan Özdil, Tim Mannek, Marvin Heinsch (alle 11), Wojtek Kosecki, Florian Pixa (beide 10), Baris Orhan (9), Klaus-Julius Schick, Nico Wolter (beide 6), Tom Weber (5), Nico Sandkühler, Yannic Dieckmann (beide 3), Emre Tuncbilek (2).

Tore: Shabani (14), Özdil (5), Mannek (4), Weißen (2), Ikeakhe, Heinsch, Kosecki, Orhan (je 1) plus zwei Eigentore.

SCP-Testspiele

Samstag, 19. Januar: Victoria Clarholz (15 Uhr, Heimspiel).
Sonntag, 20. Januar: Preußen Lengerich (11 Uhr, Heimspiel). 
Samstag, 26. Januar: FC Bad Oeynhausen (15 Uhr, Heimspiel).
Samstag, 2. Februar: Gütersloher TV (Uhrzeit offen, Auswärtsspiel).
Donnerstag, 7. Februar: SW Marienfeld (19 Uhr, Auswärtsspiel). 
Sonntag, 10. Februar: VfL Theesen (Uhrzeit offen, Auswärtsspiel).


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