Racketlon: Zweikämpfe mit vier Schlägern

Der Trendsport aus Skandinavien findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. 18 von ihnen kommen zum ersten Turnier in den Haller Sportpark. Auch ein Künsebecker nimmt die Herausforderung an

Alexander Heim

Auftaktgegner: Volker Horstmann (links) aus Künsebeck traf auf Miquel Carré-Llopis, einen Tischtennis-Routinier aus der Schweiz. - © Alexander Heim
Auftaktgegner: Volker Horstmann (links) aus Künsebeck traf auf Miquel Carré-Llopis, einen Tischtennis-Routinier aus der Schweiz. (© Alexander Heim)

Halle. Vier Schläger, vier Bälle, vier Gegner, vier Matches, 16 Spiele. Wo es im Biathlon um zwei (Langlauf und Schießen) und im Triathlon um drei Sportarten (Schwimmen, Radfahren und Laufen) geht, kapriziert sich Racketlon sogar auf vier Rückschlagvarianten. Wer Racketlon spielen möchte, der braucht zumindest mal: eine gute Kondition. Und: Er sollte sich an der Tischtennisplatte ebenso zuhause fühlen wie auf dem Badminton-Court, im Squashkäfig und auf dem Tennisplatz.

International besetzt war am Samstag das OWL-Turnier auf den Spielflächen des Haller Sportparks – eine Premiere. In zwei Klassements traten 16 Männer und zwei Frauen im Alter von 13 bis 50 Jahren gegeneinander an. Mit im Teilnehmerfeld: Organisator Robert Szymczak und Julia Knake. Die Racketlon-Junioren-Weltmeisterin von 2010 hatte das Event an den Laibach geholt und sagte über die Resonanz der ersten Auflage: „Wir sind relativ zufrieden."

„Das ist schon ein ziemlich hohes Niveau hier"

Sieger im B-Feld: Adarsh Narayanaswamy. - © Alexander Heim
Sieger im B-Feld: Adarsh Narayanaswamy. (© Alexander Heim)

Die Gelegenheit, zum ersten Mal an einem Racketlon teilzunehmen ließ sich auch Volker Horstmann, im »Hauptberuf« Tennisspieler bei der Deutschen Eiche Künsebeck, nicht nehmen. „Der Sport ist sehr variabel", findet der 49-Jährige zu Beginn des Turniers, das er für „hervorragend organisiert" hält. Aber er stellt auch schnell fest: „Das ist schon ein ziemlich hohes Niveau hier." Kein Wunder: Die Hälfte der Teilnehmer hat schon reichlich Turniererfahrung gesammelt.

Horstmanns Gegner im ersten Durchgang ist Miquel Carré-Llopis. Der 21 Jahre alte Schweizer arbeitet derzeit als Au-Pair in Hamburg. In seiner Berner Heimat spielt er Tischtennis auf hohem Niveau. „Das ist oft so. Man ist in einer Sportart besonders gut, merkt aber, man kommt nicht mehr weiter. Dann sucht man sich neue Herausforderungen", erläutert Torsten Kuntz die Motivation vieler Racketlon-Anfänger. Der langjährige Badminton-Verbandsligaspieler ist mit Sohn Eike (13) nach Halle gekommen. „Ein schönes Flair", findet er hier vor. „Man gibt den anderen Tipps in den Sportarten, die man selbst besser beherrscht – und bekommt umgekehrt auch welche."

Sieben Stunden lang fighten die Rückschlag-Fans um jeden Punkt. 15 müssen sie an diesem Samstag in den einzelnen Sportarten jeweils erspielen, sich stets in der Reihenfolge vom leichtesten zum schwersten Ball miteinander messen. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.

"Es gibt keinen Über-Ehrgeiz"

Eine von zwei Frauen: Rahel Grothmann zeigt an der Tischtennisplatte ihr Können. Fotos: Alexander Heim - © Alexander Heim
Eine von zwei Frauen: Rahel Grothmann zeigt an der Tischtennisplatte ihr Können. Fotos: Alexander Heim (© Alexander Heim)

Während sich im A-Klassement der Racketlon-»Profis« Jörn Sültrup vor Stephan Frenkel und Oliver Grau durchsetzt, spielen Volker Horstmann und seine Mitstreiter das B-Feld über vier Runden im so genannten Schweizer System aus. Mit 46:31 setzt sich der Künsebecker im ersten Match gegen Carré-Llopis durch, gegen Routinier Robert Szymczak muss er sich im Anschluss mit 36:38 geschlagen geben. Ein 54:41-Erfolg über Marc-André Kütemann beschert ihm den Einzug ins Spiel um Platz fünf. Hier zieht Horstmann mit 38:43 gegen Julian Lenz aus Bielefeld knapp den Kürzeren.

„Das war ganz schön anstrengend", lautet sein Fazit nach sechs Stunden Intensivsport. „Aber alle sind sehr entspannt hier. Es gibt keine Quälerei, keinen Über-Ehrgeiz." Neuerliche Teilnahme? Nicht ausgeschlossen. „Aber ich warte auf eine Veranstaltung, bei der es kein Tischtennis gibt", räumt Horstmann augenzwinkernd seine Schwachstelle ein. Sieger wird am Ende Adarsh Vikram Narayanaswamy, ein 23 Jahre alter Ingenieurs-Student aus Düsseldorf, der eigentlich aus Süd-Indien stammt und in Halle das zweite Racketlon-Turnier seiner Karriere absolvierte.

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