Plötzliche Zitterpartie im Spiel TG Hörste gegen TV Vreden

Der 26:24-Erfolg der TG Hörste gegen den TV Vreden entwickelt sich zum Thriller, nachdem er 48 Minuten als eher leichte Handballkost daherkam

Johnny Dähne

Julius Hagemann - © Johnny Dähne
Julius Hagemann (© Johnny Dähne)

Hörste. Christian Blankert war in seinem Element. Wer den Trainer der TG Hörste kennt, weiß, dass er mit jeder Faser seines Körpers ein Handballballspiel durchlebt. Am Samstagabend war das beim 26:24 (14:12) seiner TGH gegen den TV Vreden vor 120 Zuschauern besonders gut sichtbar, weil Blankert in der Schlussphase unverhofft durch eine emotionale Achterbahn musste.

„Das war mit Hängen und Würgen! Wir müssen den Ball im Angriff ganz anders weiterspielen, als wir es getan haben. So darf man den Gegner nicht aufbauen", sagte Christian Blankert nach dem Spiel.

Manndeckung gegen Tarner bringt Hörste aus dem Konzept

Dass seine Stimme nicht nur wegen einer Erkältung, sondern auch wegen der finalen Minuten deutlich Richtung Reibeisen tendierte, zeichnete sich nach dem 23:18 (48.) durch Marco Stutzki ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der heimische Tabellendritte gegen die abstiegsgefährdeten Gäste den anfänglichen 5:9-Rückstand (12.) über den 14:12-Halbzeitstand in eine komfortable Führung umgewandelt.

Vorne geduldig den Ball bis zu einer echten Torchance laufen lassen, dazu hinten konzentriert verteidigen – nach diesem Muster laufen für gewöhnlich die letzten zehn Minuten einer Partie bei diesem Spielstand zwischen einem Topteam und einem schwächeren Gegner ab. Ein klarer Fall von denkste.

Die Schlussphase wurde für Hörste kribbelig, „weil wir es mit der Manndeckung gegen Silvan Tarner nicht gut gespielt haben. Statt geduldig zu spielen, haben wir immer versucht, die erste Aktion zum Abschluss zu nutzen", erklärte Blankert, warum sein Team über die Stationen 23:21 (52.) und 25:24 (58.) noch mal in die Bredouille kam. Da auch die wenigen hundertprozentigen Möglichkeiten nicht verwertet wurden, blieb es eng. Ganz heikel wurde es, als Jannik Kaiser von rechtsaußen scheiterte und Vreden 35 Sekunden vor Abpfiff den Ball und die Chance auf das 25:25 hatte. Die Spieler der Gäste reklamierten nach einem Passversuch heftig „Fuß!", doch die Schiedsrichter ließen Silvan Tarner gewähren. Hörstes einmal mehr bester Torschütze prellte so den Ball im Gegenstoß nach vorne und bediente dann erneut Kaiser, der zum erlösenden 26:24 exakt drei Sekunden vor der Sirene einnetzte. In diesem Moment konnte auch Christian Blankert einmal kräftig durchpusten.

TG Hörste: Krause, Lüdorff; Tarner (8/2), Borutta, (6), Hagemann (5), Stutzki (3), J. Kaiser (2), Barrelmeyer (1), Schuster (1), Burstädt, Lepper, Möhlmann.

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