Trendsport in Versmold: Hesselteicher Darter kündigen Premiere an

Darts: Zwischen Weihnachten und Silvester findet in Versmold ein Event statt, das es im Kreis so noch nicht gegeben hat. Es ist nicht die einzige Überraschung, die die junge Abteilung mitteilt

Dennis Bleck

Von Anfang an dabei: Louis Kleinebecker war eins der Gründungsmitglieder der jüngsten Abteilung der Spvg. Hesselteich. - © Sven Hauhart
Von Anfang an dabei: Louis Kleinebecker war eins der Gründungsmitglieder der jüngsten Abteilung der Spvg. Hesselteich. (© Sven Hauhart)

Hesselteich. Wenn die kleinen Pfeile fliegen, geht die Party los: Darts hat sich vom Kneipen- zum Trendsport entwickelt. Auch in Deutschland verfolgen immer mehr Fans die Wettkämpfe live oder im TV. Vereine beginnen, eigene Darts-Abteilungen zu gründen. Der Zuspruch wächst. Das bestätigen auch die Verantwortlichen der Spvg. Hesselteich. Die Versmolder schafften zu ihrem 60-jährigen Vereinsbestehen als erster Club im Altkreis die Möglichkeit, Steeldarts organisiert zu spielen (das HK berichtete). Aus anfänglichem Spaß wurde schnell Ernst: Die Ambitionen der Hesselteicher wuchsen. Weil auch immer mehr begeisterte Spieler die Trainingsabende besuchten, richtete der Verein einen zweiten Termin ein. Und nicht nur das – zwischen Weihnachten und Silvester wird es eine Premiere geben.

„Wir tragen eine offene Stadtmeisterschaft aus", erklärt Lars Ziepelmeyer, Erster Vorsitzender der jungen Abteilung. Das Event soll am 29. und 30. Dezember im Scala in Versmold stattfinden. Die Bar, in der dessen Betreiber Javier Bello Docambo extra einen Raum zur Verfügung stellte, in der drei Dartscheiben hängen, ist seit August der Trainingsort der Hesselteicher. Nun soll an der Rothenfelder Straße erstmals ein offizieller Wettkampf stattfinden. Die Pläne sind weit fortgeschritten.

Info
So klappt es mit der Anmeldung:
- Wer bei den ersten offenen Steeldarts-Stadtmeisterschaften in Versmold dabei sein möchte, kann sich über die Internetseite des Vereins dafür anmelden oder den direkten Kontakt zu Lars Ziepelmeyer suchen.

- Da während des Turniers am 29. und 30. Dezember zeitgleich das Viertel- sowie das Halbfinale der Darts-WM in London ausgetragen werden, zeigen die Veranstalter die Partien auf einer Leinwand.

- Dass der Termin so kurz vor Silvester liegt, hat einen guten Grund. „Wir gehen davon aus, dass zwischen Weihnachten und Silvester die meisten Leute Zeit haben", erklärt Lars Ziepelmeyer.

- Abgepasst haben die Veranstalter den Termin mit dem Hallenmasters, dem Haller-Kreisblatt-Cup, der wie berichtet in der Zeit vom 26. bis 28. Dezember in der Sparkassenhalle in Versmold ausgetragen wird. „Mit dieser Veranstaltung wollten wir auf keinen Fall konkurrieren", sagt Ziepelmeyer

Veranstalter schütten Preisgeld aus

„Schön wäre es, wenn wir 32 Spieler zusammenbekommen würden", sagt Ziepelmeyer. Der Hesselteicher, der in der Spvg. nicht nur Darts, sondern auch Handball spielt, träumt von einem Modus, der der Fußball-WM gleichkommt: In acht Vorrundengruppen sollen die Kontrahenten gegeneinander spielen. Die zwei besten Sportler jeder Gruppe qualifizieren sich für das Achtelfinale. Die Startgebühr für das Turnier beträgt zehn Euro. Kein Geld, mit dem sich der Verein bereichern will.

„Wir verdienen an der Veranstaltung kaum etwas", betont Ziepelmeyer. Das Antrittsgeld wird erhoben, damit die Ausrichter am Ende der zweitägigen Veranstaltung dem Gewinner des Turniers ein Preisgeld ausschütten können. „Die Höhe richtet sich nach der Teilnehmerzahl", rechnet Ziepelmeyer vor. Etwa acht der zehn Euro fließen aber in jedem Fall in den Topf. Neben einer Menge Spaß, die die kurzweilige Veranstaltung bringen soll, versprechen sich Ziepelmeyer und sein Team auch einen langfristigen Effekt.

Abteilung will weiter wachsen

Durch die Stadtmeisterschaft hofft der Abteilungsleiter, dass weitere aktive Dartsspieler regelmäßig den Weg zum wöchentlichen Training finden. „Potenziell wollen wir weiter wachsen", sagt er. Damit, wie sich die Abteilung in den ersten knapp dreieinhalb Monaten seit Bestehen verändert hat, ist Ziepelmeyer zufrieden. „Dass unser Konzept so gut angenommen wird, hätte ich am Anfang nicht gedacht", gibt der Kreisliga-Handballer zu. „Derzeit besteht unser Team aus einem harten Kern von 15 bis 16 Spielern", sagt Ziepelmeyer. Begonnen haben sie im September mit vier Mann.

„Dass wir so schnell wachsen, überrascht mich", sagt der Erste Vorsitzende. Der Spvg. Hesselteich ist es durch die Gründung der Steeldarts-Abteilung gelungen, neue externe Mitglieder an den Verein heranzuführen. So schlossen sich beispielsweise viele Spieler dem Club an, die zuvor nur auf elektronische Scheiben geworfen haben. „Das Niveau ist insgesamt nun schon sehr ordentlich", betont Ziepelmeyer. Und weil die Abteilung derzeit im Begriff ist weiter zu wachsen, verkündete er gleich die nächste Überraschung.

Ab der kommenden Saison gehen die Hesselteicher in der OWL-Liga an den Start. Dort wollen sie sich mit 17 anderen Mannschaften messen. Dass diese Liga gemeinhin als »Hobbyliga« bezeichnet wird, hat laut Ziepelmeyer nichts zu bedeuten. „Dort wird guter Sport geboten", versichert er. Weil ein Team aus fünf Spielern besteht, geht die Spvg. Hesselteich gleich mit zwei Mannschaften in die Saison. Diese startet nach den Sommerferien 2019.

Erneuter Boom durch Darts-WM?

Bis dahin haben die Hesselteicher Darter noch reichlich Zeit zu trainieren und ihren Sport im TV zu verfolgen. In der kommenden Woche startet die Weltmeisterschaft in London. Vom 13. Dezember bis zum 1. Januar kämpft die Weltelite im »Ally Pally« um die Darts-Krone. Mit dabei auch mehr als durchschnittlich 1,5 Millionen Fernsehzuschauer aus Deutschland. „Vielleicht erfahren wir durch die WM einen erneuten Boom", hofft Ziepelmeyer auf weitere Darts-Begeisterte, die den Weg nach Hesselteich finden. „Jeder, der Darts nicht nur gerne im Fernsehen schaut, sondern auch mal ausprobieren möchte, ist bei uns willkommen", betont Ziepelmeyer.

Dass die Hoffnungen des Abteilungsleiter nicht unbegründet sind, betont auch Christian Deutscher. Er ist Sportwissenschaftler an der Universität in Bielefeld. "Es deutet alles darauf hin, dass der Boom in Deutschland anhält", sagt Deutscher. Den Uni-Professor würde es nicht überraschen, "wenn nach der diesjährigen Weltmeisterschaft wieder mehr Darts-Spieler in Kneipen und Wohnzimmern aktiv sind".

Dafür, dass Darts so beliebt ist, findet Deutscher eine einfache Erklärung: "Für Einsteiger ist es leicht, die Regeln zu verstehen - die benötige Ausrüstung ist schnell besorgt." Weil auch die körperlichen Voraussetzungen relativ überschaubar seien, sei es für Laien binnen kürzester Zeit möglich, unter Bedingungen zu spielen, die den Profis ähneln.

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