Handball-Landesliga: TVW mit furioser Aufholjagd

Beim 12:18 in der 34. Minute sieht der TuS Brockhagen schon wie der Derbysieger aus. Doch am Ende sichert sich Werther noch ein 22:22 (12:16).

Johnny Dähne

Entschlossen: Trotz hoher Rückstände ließen sich Werthers Finn Karklis und seine Teamkollegen nicht entmutigen. - © Johnny Dähne
Entschlossen: Trotz hoher Rückstände ließen sich Werthers Finn Karklis und seine Teamkollegen nicht entmutigen. (© Johnny Dähne)

Werther. Diesen Wurf von Christian Kalms kennt man im Altkreis: Linkes Bein vor, Bogenspannung, Schlagwurf, Tor. Als Brockhagens routinierte Nummer acht nach dem erfolgreichen Versuch zum 18:12 abdreht, scheint die Partie vor 300 Zuschauern gegen den TV Werther gelaufen zu sein.

„Ich habe den Jungs gesagt, dass sie möglichst lange dranbleiben und sich auch von hohen Rückständen nicht beeindrucken lassen sollen“, sagt Werthers Trainer Nils Uhlig nach dem Schlusspfiff. Der Stolz auf sein gegen die Brockhagener Klassespieler um Fabian Raudies und Yannick Sonntag nie aufgebendes Kollektiv ist ihm anzumerken, denn nach dieser ominösen 34. Minute lässt seine Mannschaft die Muskeln spielen. Die nun viel besser gegen die Brockhagener Schlagwürfe agierende Abwehr, die guten Torhüterleistungen von Silas Bartling und dem am Ende überragenden Philipp Süllwold sowie die pure Entschlossenheit des TVW-Teams geben dem Tabellenführer Rätsel auf. Vom 15:19 (40.) bis zum 20:20 (51.) durch ein Gegenstoßtor von Jacob Schröder braucht der TVW nur elf Minuten, ehe er durch Sven-Hendrik Janson sogar mit 22:21 (57.) in Führung geht.

Der TuS gleicht im Gegenzug sehenswert aus: Linksaußen Daniel Wienke springt nahe dem Nullwinkel in den Kreis und passt in der Luft auf Nico Stöckmann, der vom Kreis zum 22:22 einpritscht. Es ist nun ein völlig offenes Spiel. Janson schwächt sein Team knapp zwei Minuten vor dem Spielende mit einer Zeitstrafe. In der letzten Minute wirft Werther in Person von Fynn Huxohl bei angezeigtem Zeitspiel am Tor vorbei, ehe TuS-Keeper Robin Meise 15 Sekunden vor dem Abpfiff einen zu langen Pass auf Wienke spielt.

Unkonzentrierte „Alpha-Tiere“

Die Restzeit reicht nicht mehr für einen strukturierten TVW-Angriff – Unentschieden. „Wir waren in der zweiten Halbzeit unkonzentriert in der Abwehr. Außerdem müssen wir das Spiel kurz nach der Pause entscheiden“, erklärt TuS-Coach Lokman Direk, der auch mit der Schiedsrichterleistung unzufrieden ist. Nils Uhlig ist es egal: „Ich wusste, dass sich Brockhagen mit seinen vielen Alpha-Tieren irgendwann anmachen wird. So ist es gekommen.“

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