A-Jugend-Bundesliga: 100 Fans reisen mit nach Rheinland-Pfalz

Jugendhandball-Bundesliga: Die A-Mädchen der TG Hörste stehen vor ihrer weitesten Reise. Die Endstation soll Budenheim für die »Rothosen« aber noch lange nicht sein

Christian Helmig

Auf nach Budenheim: Torhüterin Lisa Kaiser und die A-Mädchen der TG Hörste sind vor der Reise Richtung Rheinland-Pfalz optimistisch. Foto: Claus Meyer - © Claus Meyer
Auf nach Budenheim: Torhüterin Lisa Kaiser und die A-Mädchen der TG Hörste sind vor der Reise Richtung Rheinland-Pfalz optimistisch. Foto: Claus Meyer (© Claus Meyer)

Hörste. Mehr als 350 Kilometer beträgt der einfache Weg von Hörste aus in die rund 8.600 Einwohner zählende Gemeinde kurz hinter der rheinland-pfälzischen Landesgrenze. Läuft alles nach Plan, werden TG-Spielerinnen und Trainer Dustin Lohde am Samstag etwa acht Stunden lang im Bus sitzen. Zwischen Hin- und Rückfahrt liegen 60 Spielminuten, in denen es darum geht, den Einzug in die Zwischenrunde der A-Mädchen-Bundesliga zu sichern.

Dass der Verein auf eine Anreise am Tag vor dem Spiel verzichtet, hat nicht nur Kostengründe. „Wir hätten dann den ganzen Tag in Budenheim rumgehangen. Das wäre auch nicht einfacher gewesen, als im Bus zu sitzen", erklärt Lohde. Denn Anwurf ist erst um 17 Uhr. Genug Zeit also, in der sich ein weiterer Bus auf den Weg machen kann. Lohde rechnet im letzten und entscheidenden Vorrundenspiel mit der Unterstützung von rund Hörster 100 Fans. „Dass uns so viele Leute begleiten, freut uns natürlich sehr", sagt der Trainer.

Noch größere Reisestrapazen nimmt Chiara Dessin in Kauf, um ihren Anteil zum Erfolg – es wäre der bisher größte der Hörster Vereinsgeschichte – leisten zu können. Die Kreisläuferin der TG ist, wie schon vor dem Heimspielwochenende im September, aus Irland eingeflogen, wo sie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Einmal trainierte sie in Halle mit der Mannschaft, am Sonntag jettet sie wieder zurück. „Allein ihr Beispiel zeigt, welch besondere Bedeutung dieses Spiel für uns hat", sagt Lohde. Auch auf Larissa Vorjohann kann der Coach bauen. Die B-Jugendliche hat ihre Fingerblessur rechtzeitig auskuriert.

Zwei Spielerinnen drücken in Afrika die Daumen

Sogar in Afrika werden zwei Hörsterinnen ihren Mitspielerinnen die Daumen drücken: Kim Laker und Luisa Reckordt befinden sich gemeinsam auf einer lange geplanten Reise auf der Insel Sansibar. Torjägerin Reckordt hätte aber ohnehin gefehlt, sie ist an der Schulter verletzt.

„Wir haben gelernt, ohne sie zurecht zu kommen", sagt Lohde und verspricht: „Wir werden 14 fitte Spielerinnen aufbieten, die alles dafür geben werden, damit wir das Erlebnis Bundesliga noch etwas länger auskosten dürfen." Nach dem knappen 29:28-Sieg im Hinspiel reicht seiner Mannschaft wahrscheinlich schon eine Niederlage mit einem Tor Differenz, um den zweiten Tabellenplatz abzusichern – vorausgesetzt, Budenheim kassiert am Sonntag die erwartete Niederlage gegen Topfavorit Borussia Dortmund.

Darauf möchte es Lohde aber gar nicht erst ankommen lassen. Mit intensivem Videostudium hat sich sein Team auf den Gegner vorbereitet, der von der individuelle Klassen einiger weniger Spielerinnen um Sophie von Römer, Tochter der SFB-Trainerin, lebe. Entscheidend, so Lohde, sei aber, dass sein Team weniger Fehler macht als seinerzeit in der Masch.

Mit einem Sieg oder Unentschieden stünde Hörste derweil definitiv in der Zwischenrunde der 16 besten Mannschaften Deutschlands, die voraussichtlich im Februar ausgetragen wird. Die Stimmung für die Rückfahrt im Bus aus Budenheim wäre damit gesichert – egal, wie lange sie dauert.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.