Zwei Brüder - ein Derby: SF Loxten spielt zu Hause gegen TSG Harsewinkel

Max Maschmann

Rivalen: Jan Schröder und sein Bruder könnten sich auf dem Feld begegnen. - © Max Maschmann
Rivalen: Jan Schröder und sein Bruder könnten sich auf dem Feld begegnen. (© Max Maschmann)

Versmold . Loxtens Rückraumspieler Jan Schröder (24) und Harsewinkels Torwart Maik Schröder (25) sind Brüder. Vor dem Kreisderby sprechen sie über Sympathien der Eltern und die Eigenschaften des jeweils Anderen.

Angenommen Jan, Sie laufen in der Schlussminute auf das TSG-Tor zu, das Sie, Maik, hüten. Es steht Unentschieden. Welche Gedanken würden jeweils durch ihren Kopf gehen?

JAN SCHRÖDER: Ich spiele gerne Handball, weil ich das liebe. Ich mag Momente, in denen es knapp ist, in der letzten Minute etwa. Oft nehme ich dann so etwas selbst in die Hand. In solchen Situation bin ich ein Mensch, der alles machen würde. Von Trickwurf bis Durchziehen. Kommt darauf an, was am besten funktioniert. Ich würde auch einen Heber oder Dreher machen. So bin ich halt, ich spiele provokanten Handball.

MAIK SCHRÖDER: Entweder Heber, Abroller oder durch die Beine – so ein Dreher. Das sind immer meine Gedanken. Dieses Verspielte passt zu ihm.

Maik Schröder spielt für die TSG Harsewinkel. - © Henrik Martinschledde
Maik Schröder spielt für die TSG Harsewinkel. (© Henrik Martinschledde)


Wie wird es für Sie sein, auf den eigenen Bruder zu treffen?

J. SCHRÖDER: Ich hab da null Probleme mit. Im Spiel bin ich eh ein anderer Mensch, da spiele ich einfach Handball. Privat und nach der Partie ist man anders. Aber ob es im Spiel nun Maik oder Johnny Dähne ist, der im Tor steht, darauf kommt es für mich nicht an.

M. SCHRÖDER: Ich hoffe von Anfang an auf ein spannendes Spiel, und wünsche mir, dass Jan ohne Verletzung durchkommt – und, dass ich das Duell auf jeden Fall gewinnen werde.

Wem drücken Ihre Eltern eigentlich bei diesem Spiel die Daumen?

J. SCHRÖDER: Mein Papa ist verrückt, der guckt bei fast jedem Heimspiel zu. Das war schon ein Leben lang so. Einen Favoriten hat er nicht, er sieht uns beiden gerne zu. Bei meiner Mutter ist es auch so.

M. SCHRÖDER: Sie sind nicht parteiisch und drücken uns beiden die Daumen. Generell kommen an diesem Wochenende viele Familienmitglieder in die Halle, um uns beiden zuzusehen und Glück zu wünschen.

Welche Eigenschaften des jeweils anderen hätten Sie gerne auf dem Handballfeld?

J. SCHRÖDER: Das ist schwer, weil er Torhüter ist ( überlegt ). Maik ist gelenkiger! Wenn ich jetzt Torwart wäre, würde ich sagen: das Stellungsspiel.

M. SCHRÖDER: Sein Auge. Es ist schon krass, mit was für einem Auge Jan immer Handball spielt. Davon lebt er – und von seinem Körper. Der ist seine Waffe.

Jan, was muss bei euch besser laufen, damit ihr nach der Niederlage in Soest wieder in die Erfolgsspur zurückfindet?

J. SCHRÖDER: Wir müssen in der Defensive besser spielen. Gegen Soest standen wir hinten sehr schlecht, das war nicht gut. Wenn wir hinten gut stehen, schnell umschalten und konzentriert unser Spiel spielen, wird es eng für Harsewinkel.

Maik, was müsste bei euch alles passen, um in Loxten für eine Überraschung und die ersten Punkte in Frage zu kommen?

M. SCHRÖDER: Die Torausbeute. Wenn wir die Tore werfen, sieht es auf jeden Fall gut aus. Denn hinten steht ja normalerweise die Abwehr. Wir müssen einfach vorne treffen. Aber wir dürfen die Defensive auch nicht vernachlässigen und müssen da richtig ackern. Wenn wir von Anfang an dabei bleiben und gut in die zweite Hälfte starten, sieht es sehr gut aus.

Wie lautet euer Ergebnistipp für das Kreisderby?

J. SCHRÖDER: Da es ein Derby ist, würde ich nicht sagen, dass wir klar siegen. Ich glaube es wird eng, aber es geht am Ende für uns aus. Wir müssen auch gewinnen, weil wir in der Tabelle oben dran bleiben wollen.

M. SCHRÖDER: Ich hoffe, dass wir 26:25 gewinnen.

Und wer von euch würde den anderen länger mit dem Sieg aufziehen?

J. SCHRÖDER: Maik würde mich damit lange ärgern, auf jeden Fall. Weil er mich generell hin und wieder ärgert ( lacht ).

M. SCHRÖDER: Ich würde ihn auf jeden Fall ein bisschen länger damit aufziehen. Jan weiß ja auch um die Situation. Dass Loxten die individuell bessere Mannschaft hat, und dass es für uns schwierig wird. Wenn Jan verliert, würde es schon ein wenig an ihm nagen.

Info
Mühlbrandt zollt Loxten Respekt

Die Rollen zwischen SF Loxten (Tabellenvierter, 8:4 Punkte) und dem punktlosen Schlusslicht aus Harsewinkel sind klar verteilt. Aber: „Sie werden irgendwann punkten müssen und sicher alles daran setzen, uns zu schlagen", warnt SFL-Trainer Dirk Schmidtmeier.

Nicht einsatzbereit sind Heiner Steinkühler, der in Soest einen Schlag auf die Rippen abbekommen hat, sowie Paul Blankert und Max Schäper. Während Blankert in der Reserve erst Spielpraxis sammeln soll, kann Schäper laut Trainer in zwei Wochen wieder voll in den Trainingsbetrieb einsteigen.

TSG-Trainer Manuel Mühlbrandt zollt dem Nachbarn derweil im Vorfeld Respekt. „Die Sportfreunde sind schon da, wo wir in fünf Jahren gerne sein würden", sagt er, dem die genesenen Sven Bröskamp und Jonas Kalter zur Verfügung stehen.

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