Brockhagener qualifiziert sich für Ironman 2019 auf Hawaii

Florian Gontek

Mit einem Lächeln unterwegs: Eike Diestelkamp schaffte beim Ironman Taiwan die Qualifikation für die WM auf Hawaii im nächsten Jahr. Von der Erfüllung eines Traumes spricht er nicht: „Hätte das nicht geklappt, wäre die Welt für mich auch nicht untergegangen." - © privat
Mit einem Lächeln unterwegs: Eike Diestelkamp schaffte beim Ironman Taiwan die Qualifikation für die WM auf Hawaii im nächsten Jahr. Von der Erfüllung eines Traumes spricht er nicht: „Hätte das nicht geklappt, wäre die Welt für mich auch nicht untergegangen." (© privat)

Taiwan/Frankfurt. „Boah, das war ein Fehler", sagt Eike Diestelkamp und schmunzelt, „da merkt man erstmal, wo man überall Muskeln hat". Der Brockhagener spricht nicht vom Ironman Taiwan, er spricht von der Massage danach in Taipeh, die – so sagt er jetzt – nicht so eine gute Idee war.

Auf den 180 Rad-, 42 Lauf- und 0,4 Schwimmkilometern zuvor haben Diestelkamp und sein Trainingspartner Mario Radevic dagegen ziemlich viel richtig gemacht. Ein Rennen unter „brutalen Bedingungen": Neben der enormen Schwüle und Hitze setzte den 744 Finishern vor allem der enorme Wind zu. Bis zu 50 Kilometer pro Stunde Gegenwind herrschten auf der Strecke. Das zermürbte auf dem Rad, demoralisierte beim Laufen und verkürzte die Distanz beim Schwimmen, da unter diesen Bedingungen lediglich eine 400-Meter-Runde im Hafenbecken geschwommen werden konnte.

„Mir kam das auf jeden Fall entgegen, Schwimmen ist sicher nicht meine Stärke", sagt Diestelkamp und lacht. 9:24,10 Stunden standen am Ende auf seiner Uhr. Wichtiger noch: Er war der Drittschnellste von 124 Startern seiner Altersklasse M35-39. Die ersten vier bekamen ein Ticket für Kailua-Kona. Das Örtchen auf der Pazifikinsel, in dem in Heiko Lewanzik und Amadeus Hegenbarth gerade erst zwei Triathleten aus dem Altkreis sportliche Duftmarken setzen, ihre persönlichen Ziele erreichten. Nun ist Eike Diestelkamp dabei. Ironman-WM auf Hawaii im kommenden Jahr. Und das am 38. Geburtstag.

Mittags auf die Bahn, Zuhause auf die »Rolle«

„Meine Frau Caro hat sich glaube ich noch mehr darüber gefreut, als ich", sagt er. Beide kamen 2015 zusammen zum Triathlon, finishten den Dalkeman in Gütersloh und wurden Mitglied im TriTeam Gütersloh, wo Diestelkamp für das Oberliga-Team startet und Leiter der Triathlon-Abteilung ist. Während Carolin den Sport weiter hobbymäßig betreibt, packt Eike der Ehrgeiz. Aus dem einen Hermann wurden einige, aus dem einen Marathon fünf und aus dem ersten Ironman drei, dazu mehr als ein halbes Dutzend Triathlons.

Zwischen zehn und 20 Stunden Training die Woche bedeutet das, während diverser Trainingslager im Jahr werden es auch mal bis zu 35. Dazu ist er Geschäftsführer und Inhaber von »HDNET« mit Sitz in Werther und Bielefeld, selten ein Acht-Stunden-Job: „Ich trainiere häufig morgens und abends, bin auf der Bahn in Werther, wenn andere Mittagspause machen. Radfahren trainiere ich auch viel auf der Rolle", sagt Diestelkamp, der sich in seiner Firma auch ein kleines Fitnessstudio eingerichtet hat. Dass aus ihm, der bis zur A-Jugend für die Handballer des TuS Brockhagen Mitte und am Kreis spielte und danach zehn Jahre kein Sport gemacht hat, mal ein Ironman wird, hätte er selbst nicht gedacht. Jetzt fliegt er kommendes Jahr nach Hawaii.

Auf seinem Blog berichtet Diestelkamp über seine Wettkämpfe

Der Brockhagener, der in Gütersloh lebt, hat die Gabe, über all das witzig wie wenige Athleten schreiben zu können. Auf seinem Blog laktatschwelle.com berichtet er über Trainingslatein, zu viel Magnesium vorm „Hermann" und platte Reifen in Roth. Lange war es still auf seiner Seite, jetzt hauchen ihr weitere Geschichten wieder leben ein: Roth dieses Jahr, Roth nächstes Jahr („nochmal Vollgas"), Hawaii natürlich.

Danach soll Schluss sein mit der Langdistanz. Mehr mit der Mannschaft, mehr olympische Distanz und Mittelstrecke, mehr Zeit vor allem für Freunde und Familie stehen dann im Vordergrund. „Es gibt so viel anderes im Leben, das in den letzten Jahren ziemlich auf der Strecke geblieben ist", sagt Diestelkamp, „das will ich dann wieder mehr genießen".

Nun hat er erstmal seinen Geburtstag nachgefeiert, ein recht entspannter Abend mit Freunden. Das Motto? Kurz muss er lachen: Hawaii natürlich.

Info
Eisenmänner wieder daheim

Der Steinhagener Heiko Lewanzik und Amadeus Hegenbarth, die beim diesjährigen Ironman am vergangenen Wochenende starteten, sind mittlerweile zurück in Deutschland und erholen sich von den Strapazen auf der Pazifikinsel.

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