Handball-Zwischenbilanz: Kleine Baustellen und große Enttäuschung

Christian Helmig,Johnny Dähne

Positive Überraschung der Saison: Moritz Topp (blaues Trikot) und der TV Werther mischen nach dem Sieg über Münster im Vorderfeld der Landesliga mit. - © Johnny Dähne
Positive Überraschung der Saison: Moritz Topp (blaues Trikot) und der TV Werther mischen nach dem Sieg über Münster im Vorderfeld der Landesliga mit. (© Johnny Dähne)

Altkreis Halle. Die Herbstpause gibt den heimischen Teams Gelegenheit für eine erste Zwischenbilanz. Zufrieden dürfen die SF Loxten in der Oberliga und drei Landesligisten sein. Bei Verbandsligist Spvg. Steinhagen ist dagegen Ernüchterung eingekehrt.

Oberliga

Die Gaudi beim anschließenden Oktoberfestbesuch in Soest ließen sich die Sportfreunde Loxten von der 28:35-Niederlage nicht verderben. „Es war ein lustiger Abend. Ein paar von uns waren sogar verkleidet“, berichtete Dirk Schmidtmeier nach seiner Rückkehr in den frühen Morgenstunden.

Bei Bier und Brezeln fanden der SFL-Trainer und seine Spieler auch ausgiebig Gelegenheit, die ersten Monate ihrer Zusammenarbeit Revue passieren zu lassen. Schmidtmeiers Zwischenfazit fällt überwiegend erfreulich aus. „Mit 8:4 Punkten und Platz vier sind wir gut dabei“, sagt er. Mit Blick auf die knappe Niederlage bei LiT seien sogar 10:2-Zähler möglich gewesen. Doch Schmidtmeier möchte „die Kirche im Dorf lassen“.

Der Trainer weiß, dass es in seinem Team noch „viele kleine Baustellen“ gibt, an denen man in der Herbstpause arbeiten wolle. Eine davon ist das Überzahlspiel. „Das gefällt mir noch gar nicht“, sagt Schmidtmeier. Ein Beispiel: In Soest hatte Loxten gerade auf 28:30 verkürzt, als TV-Akteur Fabian Schnorfeil eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte. Statt mit einem Spieler mehr auf dem Feld nachzulegen, kassierten die Gäste in kurzer Zeit zwei Tore – und die Partie war entschieden.

„Super“ fand Schmidtmeier am Samstag dagegen das Kreisläuferspiel. Malte Weigel und Jan Patzelt trafen insgesamt acht Mal. „In den drei Spielen davor war davon aber so gut wie gar nichts zu sehen“, sagt der Trainer. Aus den Schwankungen schließt Schmidtmeier, „dass wir insgesamt stabiler werden müssen, um unser positives Konto bis zur Winterpause auszubauen“.

Verbandsliga

„Absolut enttäuschend“, fand Michael Bohnemeier den Auftritt der Spvg. Steinhagen beim 30:35 in Spradow. „Das Spiel gegen Rödinghausen hat uns eine Woche vorher genau aufgezeigt, woran wir arbeiten müssen“, blickte Steinhagens Trainer zurück. Samstag aber musste er feststellen: „Wir haben es diesmal nicht besser gemacht.“ Statt „sichere Sachen“ spielen, lief die Spvg. dem Gastgeber zu oft ins offene Messer und muss mit nunmehr 4:6 Punkten in der Tabelle nach unten schauen. „Wir stehen unter Druck. Das ist genau das, was wir vermeiden wollten“, sagt Bohnemeier, der mit mehr Konsequenz auch 8:2 Zähler für möglich gehalten hätte. „Bei den Unentschieden in Nettelstedt und Hahlen haben wir jeweils einen Punkt liegengelassen. Und auch in Spradow war mehr drin“, rechnet er vor.

Um den Weg aus dem Tabellenkeller zu finden, will er sich mit seiner Mannschaft in der Pause die Partien noch einmal auf Video anschauen. Auch taktisch soll sich bei der Spvg. etwas ändern. „Eventuell werden wird die Variante siebter Feldspieler forcieren und unter Wettkampfbedingungen einüben“, kündigt Bohnemeier neben intensiven Trainingseinheiten auch ein mögliches Testspiel an.

Landesliga

Die sechsthöchste Klasse entpuppt sich aus heimischer Sicht als die interessanteste und spannendste der bisherigen Saison. Neben den Schlagzeilen rund um den Trainerwechsel beim TuS Brockhagen bietet die Tabelle seit dem vergangenen Wochenende ein seltenes Bild: Sechs von 14 Mannschaften rangieren mit der Bilanz von 8:2 Punkten auf den Plätzen eins bis sechs. Darunter befindet sich im TV Werther, dem TuS Brockhagen und der TG Hörste ein Altkreis-Trio.

„Für einen Aufsteiger ist das absolut in Ordnung, auch wenn ich noch ein bisschen mit unserer Niederlage gegen Ibbenbüren hadere“, sagte Werthers Trainer Nils Uhlig nach dem klaren 31:24-Sieg gegen den SC Münster. Seine Mannschaft ist sicherlich die größte Überraschung im Führungs-Sextett, wobei der bisherige Spielplan den Wertheranern in die Karten spielte. Der TVW musste bisher noch gegen keines der anderen Topteams antreten und hat als einzige Altkreismannschaft auch noch kein Derby bestritten.

Anders ist die Lage bei den vier weiteren heimischen Vertretern, bei denen die Einsortierung immer klarer wird. Während die TG Hörste und der TuS Brockhagen sich darüber freuen, dass die Meisterschaft im Gegensatz zur vergangenen Saison nicht vorzeitig an eine Übermannschaft – wie 2017/18 an den TV Isselhorst – gehen dürfte, sind die Spvg. Hesselteich und Spvg. Steinhagen II erwartungsgemäß erst einmal darauf aus, Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Ein übergeordnetes Thema gab es am Wochenende in allen Hallen: die überraschend hohe 16:33-Niederlage des bis dato verlustpunktfreien TSV Ladbergen beim zuvor erfolglosen SV Vorwärts Gronau. „Wir sind dort wie Bayern München hingefahren und haben gedacht, dass wir schon irgendwie gewinnen werden. Die Einstellung hat nicht gepasst“, gab TSV-Trainer Holger Kaiser zu. Zudem sei seine Mannschaft mit dem absoluten Harzverbot nicht klargekommen. „So konnten wir nicht den druckvollen Handball spielen, den wir spielen wollen. Am Kreis haben wir zum Beispiel gar keinen Ball gefangen“, erklärte Kaiser.

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