Loxten gewinnt die Wertheraner Handballtage

Der heimische Oberligist holt den Titel beim Traditionsturnier

Max Maschmann

Strahlende Gesichter: Die SF Loxten feiern ihren Finalsieg gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck bei den Wertheraner Handballtagen. - © Max Maschmann
Strahlende Gesichter: Die SF Loxten feiern ihren Finalsieg gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck bei den Wertheraner Handballtagen. (© Max Maschmann)

Werther. Auf seinem Trikot steht Stockmann, drin steckt aber nicht der Linkshänder der Sportfreunde – sondern Jan Schröder. Gut 70 Sekunden sind im Finale noch zu spielen, als der Neuzugang quer in der Luft liegt und das 23:21 erzielt. Spätestens da ist klar: Der Sieg gegen Ligarivale TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck und die damit verbundene Finanzspritze in Höhe von 500 Euro sind perfekt. Einfach aber haben es die »Jürmker« den Loxtenern bis dahin nicht gemacht.

Den Anbruch der entscheidenden Phase sieht Loxtens Kapitän Jan Patzelt eine gute Viertelstunde vor Schluss beim 16:19 aus Sicht seines Teams. 14 Fehlwürfe haben sich die »Frösche« im ersten Durchgang erlaubt – und sich so das Leben schwer gemacht. Nun aber beginnt der für den später als besten Torhüter des Turniers geehrten Pascal Welge eingewechselte Marco Possehl sein Tor zu vernageln. „Er hätte Callis Preis auch verdient gehabt", adelt der Kapitän dessen Leistung. Aus einer stabilen Defensive holt sich Loxten Sicherheit – und hat das Spiel beim 21:20 (55.) gedreht. Selbst der Anschlusstreffer des besten Turniertorschützen Leon Ludwigs (24) zum 21:22 (58.) ändert daran nichts mehr.

Info
Ergebnisse

Gruppe A
Loxten – Harsewinkel 19:14, Hörste – Loxten 27:43, Harsewinkel – Hörste 22:26.

Gruppe B
Werther – Steinhagen 12:17, Bielefeld-Jöllenbeck – Mennighüffen 18:18, Werther – Bielefeld-Jöllenbeck 15:32, Steinhagen – Mennighüffen 15:16, Mennighüffen – Werther 19:12, Steinhagen – Bielefeld-Jöllenbeck 15:27.

Spiel um Platz fünf
Werther – Harsewinkel 18:26. Tore: Griese (5), Topp (3), Kruse (3), Rose (2), Janson (2), Reiss (1), Hoffmann (1), Schlingmann (1).

Spiel um Platz drei
Werther – Hörste 20:23. Tore: Hoffmann (5), Sommer (3), Borgstedt (2), Reiss (2), Schröder (2), Karklis (2), Horstmann (2), Rose (1), Schlingmann (1) für Werther; Tarner (9), Hagemann (6), Borutta (2), Moukhtari (2), Stutzki (2), Lepper (1), Philipp (1) für Hörste.

Finale
Loxten – Bielefeld-Jöllenbeck 24:21. Tore: Schröder (4), N. Patzelt (4), J. Patzelt (3), Schulz (2), Menger (2), Steinlechner (2), Harnacke (2), Steinkühler (2), Blankert (2), Hölmer (1).

Den Weg ins Finale hat sich Loxten tags zuvor durch Gruppensiege gegen den neuen Ligarivalen TSG Harsewinkel (19:14) und Landesligist TG Hörste (43:27) gebahnt. Auch hier ist die Abwehr jeweils einer der Erfolgsgaranten. Der zuvor als Außenseiter eingestuften TG gelingt derweil mit einem 26:22-Erfolg gegen Harsewinkel eine kleine Überraschung. „Das war unser bestes Spiel, in dem wir eine Reaktion auf die schwache Partie gegen Loxten gezeigt haben", sagt Blankert. Der Lohn: das Spiel um Platz drei.

Eigentlich hätten die »Rothosen« dort gegen den Zweiten der Gruppe B, VfL Mennighüffen, antreten sollen. Der Oberligist sagt gestern Morgen jedoch wegen Personalmangels ab. Weil Organisator Nils Uhlig in kurzer Zeit keinen Ersatz findet, springt seine Mannschaft ein, die Hörste mit 20:23 unterliegt. „Wir haben uns einen zurechtgegurkt", sagt Blankert – und ist trotz des Sieges sauer. Auf der anderen Seite „lief es in der zweiten Halbzeit nicht mehr so flüssig, da wir durchwechseln mussten", sagt Uhlig.

Gute Gastgeber: Erik Sommer und der TV Werther. - © Max Maschmann
Gute Gastgeber: Erik Sommer und der TV Werther. (© Max Maschmann)

Kein Wunder: Dem Gastgeber stecken beim Anpfiff schon 60 Minuten Spielzeit in den Knochen. Denn auch im Spiel um Platz fünf gegen Harsewinkel (18:26) muss Werther einspringen, weil Verbandsligist Spvg. Steinhagen dem Finaltag fernbleibt. Auch dort mangelt es an Spielern. „Ich habe mich bei Nils entschuldigt, aber es geht nicht anders", sagt Trainer Michael Bohnemeier. Er hat am Vortag nur neun Spieler zur Verfügung, dann verletzen sich die Kasper-Brüder Robin und Kevin im zweiten Gruppenspiel. Weil weder Unterstützung aus der Reserve zu bekommen ist noch Routiniers aushelfen können, sagt »Bohne« ab, nachdem sein Team beim 15:16-Niederlage gegen Mennighüffen das beste Spiel gezeigt habe.

„Es hat einen bitteren Beigeschmack, dass es zwei Ober- und ein Verbandsligist drei Wochen vor Serienstart nicht schaffen, acht oder neun Leute auf die Platte zu bringen", sagt Uhlig. Denn auch der TV Isselhorst ist am Freitagabend kurzfristig abgesprungen. Immerhin: „Wir haben uns sehr ordentlich verkauft", sagt Uhlig – und bezieht das wieder auf das sportliche Abschneiden. Gefallen hat dem Coach vor allem das Rückzugsverhalten seines Teams in den Spielen gegen Hörste und Harsewinkel.

Copyright © Haller Kreisblatt 2021
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.