LokalsportSt. Pauli kapert das Cronsbachstadion

Dennis Bleck

Forza St. Pauli: Zum dritten Mal ist die Fußballschule des Kiez-Clubs in dieser Woche am Cronsbach zu Gast. - © Dennis Bleck
Forza St. Pauli: Zum dritten Mal ist die Fußballschule des Kiez-Clubs in dieser Woche am Cronsbach zu Gast. © Dennis Bleck

Steinhagen. Das kräftige Rot, das die Steinhagener Fußballer für gewöhnlich tragen, ist der Farbe Braun gewichen. 71 Kinder haben in dieser Woche das Trikot vom FC St. Pauli übergestreift. Nicht, weil sie mit dem Hamburger Zweitligisten sympathisieren, sondern weil sie an einer Fußballschule teilnehmen, die der Verein nun schon zum vierten Mal in Steinhagen am Cronsbach ausrichtet.

„Und jedes Mal kommen wir sehr gern hierher", sagt Camp-Leiter Dennis Blum. Das will etwas heißen: schließlich betreuen die Sankt Paulianer im Jahr mit ihrer Rabauken-Schule rund 5.000 Kinder in ganz Deutschland, veranstalten mehr als 160 Camps. „Die Bedingungen hier am Cronsbach sind aber einfach weltklasse", schwärmt Blum. Das gesamte Team ist im Graf Bernhard untergebracht, wird dort bestens versorgt. Ein buntes Rahmenprogramm, das Spvg.-Jugendleiter Oliver Erdmann auf die Beine stellt, rundet den Abend der Übungsleiter nach den Trainingseinheiten ab. Es wird gemeinsam gegrillt, an der Konsole gespielt oder sich in sportlichen Wettkämpfen gemessen.

Zweikampf: Trotz der Hitze geht es in den Spielen meistens gut zur Sache. - © Dennis Bleck
Zweikampf: Trotz der Hitze geht es in den Spielen meistens gut zur Sache. (© Dennis Bleck)

Einzig die sinkende Teilnehmerzahl bereitet Blum und Erdmann Kopfzerbrechen. Waren es in den vergangenen Jahren noch meistens mehr als 100 Kinder, die auf der Anlage schossen, dribbelten und passten, ist der Trend nun rückläufig. Darüber, warum sich in diesem Jahr nur 71 Kinder für den Ferienspaß angemeldet haben, können beide nur spekulieren: „Vielleicht liegt es am warmen Wetter, vielleicht sind in diesem Jahr einfach viele in den ersten Ferienwochen in den Urlaub gefahren", mutmaßt Blum.

Besonderes Konzept garantiert jedem sein Erfolgserlebnis

Am Preis des Camps kann es eigentlich nicht liegen. Zwar ist die Teilnahme mit 159 Euro auf den ersten Blick nicht günstig, die Leistung, die dafür erbracht wird, rechtfertigt die Kosten aber: Dafür bekommen die Jungen und Mädchen im Alter zwischen fünf und 14 Jahren an fünf Tagen einiges geboten. Neben dem Trikot mit Rabauken-Schriftzug und eigenem Namen, Hose, Stutzen und Rucksack ist das vor allem geballtes Fußball-Know-how.

Fünf lizenzierte Übungsleiter haben die Hamburger mitgebracht. Vier von ihnen sind Inhaber der B-Lizenz, einer macht beim Kiezclub ein freiwilliges soziales Jahr. Hinzu kommen mit Jari Erdmann und Finn Reda zwei Spvg.-Trainer, die den Sankt Paulianern über die Schultern schauen und hospitieren. „Auch das ist einmalig", sagt Blum, „Trainer, die eine ganze Woche bei uns hospitieren, gibt es in den Camps, die wir in anderen Städten ausrichten sonst nicht." Jugendleiter Erdmann begrüßt das Engagement seiner Übungsleiter: „Die beiden sollen alles aufsaugen und auf ihre tägliche Arbeit mit den Kids übertragen."

Im Mittelpunkt des Trainings von Blum und seinem Team steht nämlich das Funino-Konzept des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Bei der Methode basieren alle Übungen auf dem Prinzip des Spiels Drei-gegen-Drei auf vier Minitore. „Dadurch kommen auch die Kinder an den Ball, die in klassischen Siebenerteams weniger Aktionen haben", erklärt Blum.

Weil es in den vergangenen Tagen sehr heiß war, haben die Hamburger ihr bewährtes Konzept den äußeren Bedingungen angepasst: An den Nachmittagen finden keine Trainingseinheiten mehr statt. Dafür spielen die Jungen und Mädchen Turniere. Außerdem achten die Übungsleiter darauf, dass die jungen Kicker mehr Pausen einlegen und viel trinken.