Reinert Open: Laura Siegemund hat die Favoritenrolle

Dennis Bleck

Bitte lächeln: Laura Siegemund fühlt sich in Versmold heimisch. Über ihr Kommen freut sich auch das Maskottchen. - © Dennis Bleck
Bitte lächeln: Laura Siegemund fühlt sich in Versmold heimisch. Über ihr Kommen freut sich auch das Maskottchen. (© Dennis Bleck)

Versmold. Nur ungern blickt Laura Siegemund auf den 24. Mai 2017 zurück: Im Achtelfinalspiel des Tennisturniers in Nürnberg rutschte die heute 30-Jährige aus, schrie auf und blieb mit großen Schmerzen auf dem roten Sandplatz liegen. Sie erlitt einen Kreuzbandriss, musste fast ein Jahr pausieren. Ihr Comeback gab die Rechtshänderin Anfang März bei einem Challenger Turnier in Pula, Italien. Seitdem kämpft sich die ehemalige Nummer 27 der Welt zurück an die Spitze, sucht nach alter Stärke. In Versmold bei den Reinert Open soll nun der nächste Schritt erfolgen.

„Hier fühle ich mich heimisch“, sagt Siegemund, die nach 2011, 2014 und 2015 nun schon zum vierten Mal in der Fleischstadt aufschlägt. Vor allem die familiäre Atmosphäre der Veranstaltung sei ausschlaggebend gewesen für ihre Entscheidung, die Wild Card des Veranstalters anzunehmen und beim mit 60.000 US-Dollar dotierten ITF-Turnier am Caldenhofer Weg anzutreten.

Und obwohl Siegemund durch ihre bisherigen Teilnahmen das Umfeld der Reinert Open kennt, ist dieses Mal etwas anders: Die gebürtige Filderstädterin wohnt während der Turnierwoche in einem Hotel. Das Ehepaar Ulrike und Uli Bentfeld, das die deutsche Fed-Cup-Spielerin bislang immer beherbergt hatte, ist umgezogen: „In der neuen Wohnung ist nicht mehr genug Platz“, sagt Siegemund mit ehrlichem Bedauern in der Stimme. Zu ihrer ostwestfälischen Gastfamilie pflegt Siegemund seit Jahren ein gutes Verhältnis. „Wir stehen regelmäßig in Kontakt“, sagt sie. Klar, dass sie die Bentfelds im neuen Heim besucht hat.

Überhaupt beschreibt sich Siegemund als kommunikativen Menschen, hat fast überall auf dem Kontinent Übernachtungsmöglichkeiten abseits von Hotels. Das spart nicht nur Kosten, sondern fördert die Sozialkompetenz. „Allein im Hotel versauere ich doch komplett“, sagt sie und lacht. Sie genieße den Alltag in den Familien sei gerne Teil des Ganzen.

In Versmold hat sich Siegemund einiges vorgenommen. „Die Formkurve zeigt nach oben“, sagt sie. Die Konkurrenz unterschätzen werde sie deshalb aber nicht. „Die Mädels hier haben gegen mich nichts zu verlieren und können frei aufspielen“, weiß die 30-Jährige um ihre Favoritenrolle, die auch zum Nachteil werden kann.

Ihre Auftakthürde muss die derzeitige Nummer 322 der Welt heute meistern. Siegemund greift gegen die an Position sieben gesetzte Bulgarin Elitsa Kostova auf dem Center Court ins Geschehen ein. Es ist ihre erste Chance, über Versmold zurück in die Weltspitze zu gelangen.

Info
Turniersplitter

Zur Abkühlung: Vor, nach und zwischen den Matches dürfen sich die Balljungen und die Spielerinnen im benachbarten Parkbad kostenlos von den Strapazen erholen.

Das bislang längste Match in der Geschichte des Turniers bestritten am ersten Tag der Qualifikation die Deutsche Lisa Matviyenko und Amina Ashba aus Russland. Nach 3:49 Stunden verwandelte Ashba ihren Matchball zum 7:6, 4:6, 6:4. Das Marathonmatch kostete die an fünf gesetzten Russin aber so viel Kraft, dass sie am zweiten Tag der Qualifikation mit 5:7, 6:7 an der deutschen Anna Klasen scheiterte.

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