Tennis-Zweitligist TP Versmold darf von der ersten Liga träumen

Johnny Dähne

Mit Gefühl: Spitzenspieler Daniel Masur reist mit dem TP Versmold zum zweiten Mal in acht Tagen nach Berlin. - © Johnny Dähne
Mit Gefühl: Spitzenspieler Daniel Masur reist mit dem TP Versmold zum zweiten Mal in acht Tagen nach Berlin. (© Johnny Dähne)

Versmold. Mit seiner Tochter und Laurentiu-Antoniu Erlic fuhr Karsten Wolf gerade nach Berlin, als ihn die Meldung überraschte, dass der aktuelle Tabellenführer Blau-Weiß Neuss sein Aufstiegsrecht im Falle des Titelgewinns möglicherweise nicht wahrnehmen wird. „Natürlich wäre das ernsthafte Gespräche wert. Allerdings haben wir uns damit überhaupt noch nicht beschäftigt, weil wir das nicht auf dem Schirm hatten", sagte der Sportliche Leiter des Tennisparks Versmold.

Die Neusser-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) veröffentlichte unter der Woche ein Interview mit Abraam Savvidis, in dem der Vorsitzende des TC BW Neuss klarmachte, dass der Wiederaufstieg des Erstliga-Absteigers noch keinesfalls beschlossene Sache sei, sollte dieser den ersten Platz bis zum Saisonende verteidigen. „Natürlich wäre es schön, wenn wir wieder in die erste Liga zurückkehren würden. So eine Entscheidung muss aber gut überdacht sein, denn aktuell würde unser Etat dafür nicht ausreichen", lässt sich Savvidis zitieren.

„So eine Saison möchte ich nicht noch mal erleben"

Vor allem die vergangene Erstliga-Spielzeit lässt den Präsidenten zweifeln, ob ein Aufstieg mit geringen finanziellen Mitteln noch mal Sinn machen würde. Zur Erinnerung: Neuss stieg vor einem Jahr mit einem Unentschieden und acht Niederlagen sang- und klanglos aus der Beletage des Deutschen Tennis ab. „So eine Saison möchte ich nicht noch mal erleben", erklärt Savvidis.

Dadurch könnte sich – bei Verzicht der Neusser auf das Aufstiegsrecht bei gleichzeitiger Endplatzierung der Versmolder auf ihrem aktuellen Rang zwei – die Konstellation ergeben, dass der Deutsche Tennisbund am Caldenhofer Weg anfragt, ob Versmold in die erste Liga aufsteigen möchte. „Das ist noch Zukunftsmusik. Wir beschäftigen uns erst mal lieber mit dem Spiel in Berlin", erläutert Karsten Wolf während der zweiten Reise in die Hauptstadt innerhalb von acht Tagen. Anders als beim 3:6 gegen LTTC RW Berlin soll nun beim Stadtrivalen, der in Grunewald über eine der schönsten Anlagen Deutschlands inklusive Schwimmbad und Fitnessstudio verfügt, gepunktet werden.

„Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat dort während der Weltmeisterschaft residiert. Das ist schon ein Prachtbau mit drei Kilometer Hecke auf dem Gelände und keiner Werbung auf dem Platz", beschreibt Wolf die Gegebenheiten, die an das Tennismekka Wimbledon erinnern. Sportlich hält der TC 1899 Blau-Weiß, der über 4000 Mitglieder hat und neben dem Tennis auch eine Hockeyabteilung führt, nicht ganz Schritt mit der exklusiven Anlage.

Aktuell liegt der Club nur zwei Punkte vor den Abstiegsrängen und „wird höchstwahrscheinlich mit der bestmöglichen Aufstellung gegen uns auflaufen. Das müssen sie tun, wenn sie nicht in den Abstiegsstrudel geraten wollen", sagt Wolf, der selbst auf seine eingespielte Formation setzen kann. Beim Gegner sind bis auf Spitzenspieler Pedro Sousa, der beim Challenger-Turnier in Liberec die dritte Runde erreicht hat, alle Spieler einsatzfähig.

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