Neitzel setzt auf Ansorge

Steinhagens Handballer in der Vorbereitung

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Neue Alternativen: Spvg.-Trainer Stephan Neitzel (von links) möchte Dennis Freilich, Tobias Hofäcker und Tim Ansorge in sein Team einbauen. - © Foto: Christian Helmig
Neue Alternativen: Spvg.-Trainer Stephan Neitzel (von links) möchte Dennis Freilich, Tobias Hofäcker und Tim Ansorge in sein Team einbauen. (© Foto: Christian Helmig)

Steinhagen. Handball-Verbandsligist Spvg. Steinhagen muss in der kommenden Spielzeit Leitwolf Christian Blankert und weitere Leistungsträger ersetzen. Trotzdem traut Trainer Stephan Neitzel seiner Mannschaft einen Platz im oberen Mittelfeld zu.

Info
Abgänge: Christian Blankert (Trainer TG Hörste), Paul Blankert (SF Loxten), Kai Uhlemeyer (Karriereende), Philipp Buhrmester (beruflich nach Düsseldorf).
Zugänge: Tim Ansorge (RL, RM/HSG EGB Bielefeld), Kevin Kasper (KM/OSC Dortmund), Dennis Freilich (KM), Lennart Philipp (RM, RL), Tobias Hofäcker (KM/alle zweite Mannschaft).
Kader ohne Zugänge: Sebastian Brüggemeyer, Felix Strakeljahn (beide TW); Robin Kasper 
(RL, RM), Yannik Peperkorn (RM, LA), Philipp Henselewski (KM), Joachim Vogel (RR, RA), Jonas Maiwald (RA), Jonas Bextermöller 
(RR, RA), Fabian Karnath (RM, RL), Simon Schulz (RM, LA).
Trainer: Stephan Neitzel (im 3. Jahr).
Testspiele: 30. Juli, 15.30 Uhr, TV Isselhorst (H); 5. August, 20.15 Uhr, SG Neuenkirchen-Varensell (A); 14. August, 17 Uhr, Turnier in Brake; 21. August, 15 Uhr, HSG Augustdorf/Hövelhof (A); 27./28. August, Volksbank-Cup in Isselhorst; 4. September, 14. Uhr, TSG A-H Bielefeld II (A).

Das Glück war Neitzel schon lange vor ersten Anpfiff der Saison hold, die für die Spvg. am Freitag, 9. September, mit dem Kreisderby bei der HSG Gütersloh beginnt. Bei einem Preisausschreiben hatte seine Frau eine Mittelmeerkreuzfahrt für zwei Personen gewonnen. Am Samstag stechen beide für acht Tage in See, ehe sich ein zweiwöchiger Sylt-Urlaub anschließt.

Dass Neitzel seine Mannschaft in dieser wichtigen Phase der Saisonvorbereitung ruhigen Gewissens allein lässt, liegt zum einen daran, dass er in Dirk Blankert und Philipp Buhrmester zwei vertraute Vertreter vor Ort weiß. Zum anderen ist die vermeintlich knifflige Personalsituation seit seinem Amtsantritt am Cronsbach fast schon zur Routine geworden. „Wir stehen wie in den vergangenen zwei Jahren auch diesmal wieder vor einem kleinen Umbruch", sagt Neitzel.

Spannend wird vor allem die Frage, wie die Mannschaft den Verlust ihres Leitwolfs Christian Blankert verkraftet, der sein Glück künftig als Trainer des Landesligisten TG Hörste versucht. „Christian ist nicht eins zu eins zu ersetzen, dafür war er jahrelang einfach zu spielbestimmend", weiß Neitzel. Seine Hoffnung ruht darin, dass nun der ein oder andere Spieler, der bislang eher in der zweiten Reihe gestanden hat, das Machtvakuum nutzt, „um sich freizuschwimmen und Verantwortung zu übernehmen".

Doch auch auf dem externen Markt hat sich die Spvg. umgesehen und in Tim Ansorge einen „nominell sehr guten Ersatz" (Neitzel) gefunden. „Tim verleiht uns noch mehr körperliche Robustheit, und er ist unheimlich torgefährlich", lobt der Trainer den Rückraumspieler. Ansorge kam vom Landesligisten HSG EGB Bielefeld und war für die Steinhagener wohl nur zu kriegen, weil er eine mehrmonatige Verletzungspause hinter sich hat. Neitzel: „Sonst hätte er sicher auch in die Oberliga gehen können."

Hohe Durchlässigkeit zwischen erster und zweiter Mannschaft

Den Part von Christian Blankerts Neffen Paul (wechselte nach Loxten) im linken Rückraum traut der Trainer ohne Einschränkung Robin Kasper zu. Der lange Rückraumspieler hatte weite Teile der vergangenen Saison wegen eines komplizierten Beinbruchs verpasst. Jetzt scheint er endlich auf dem Weg zur Bestform.

Für die nach dem Karriereende von Kai Uhlemeyer vakante Position am Kreis stehen Neitzel in der Vorbereitung neben Philipp Henselewski gleich drei neue Alternativen zur Verfügung. Darunter der aus der Reserve aufgerückte Dennis Freilich und Rückkehrer Kevin Kasper. Beide sind fest eingeplant. Tobias Hofäcker sortiert der Übungsleiter indes ebenso wie Lennart Philipp und Torwart Philipp Süllwold in die Kategorie „Perspektivspieler" ein.

Begünstigt durch die veränderte Regelung, nach der sich U 21-Spieler künftig nicht mehr festspielen können, soll das Trio weiterhin im Bezirksligateam Spielpraxis sammeln. „Generell wollen wir die Durchlässigkeit zwischen erster und zweiter Mannschaft weiter erhöhen", betont Neitzel. Dienstags und donnerstags trainieren beide Kader deshalb künftig direkt nacheinander oder parallel.

Greifen alle Maßnahmen, schlägt das neue Personal ein und reift die 6:0-Deckung zur echten Alternative zum bisher bevorzugten 3-2-1-System, ist Stephan Neitzel zuversichtlich sein Saisonziel zu erreichen. „In der Vorsaison hatten wir vier bis sechs Pluspunkte zu wenig. Wenn wir etwas mehr Konstanz reinkriegen und wie in den vergangenen beiden Jahren Fünfter werden, wäre ich zufrieden", sagt er – wohl wissend, dass eine kleine Portion Glück auch immer mit dazu gehört. Doch für die wird seine Frau schon sorgen.

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