Der Herbstmeister rutscht aus

Die Saisonbilanz der heimischen Teams in der Fußball-Kreisliga B

Ralph Struck

Dritter gegen Fünfter: Oesterwegs Nico Flottmann (rechts) gegen die Langenheider Cem Dolgun (von links), Paul Krause-Sparmann und Giuseppe Rizzi. - © Ralph Struck, HK
Dritter gegen Fünfter: Oesterwegs Nico Flottmann (rechts) gegen die Langenheider Cem Dolgun (von links), Paul Krause-Sparmann und Giuseppe Rizzi. (© Ralph Struck, HK)

Altkreis Halle. Die SG Oesterweg verspielt in der Rückrunde den Meistertitel, der TuS Langenheide überrascht als zweitbeste Mannschaft aus dem Altkreis. FC Türksport Steinhagen II und TFC Werther müssen in die C-Liga absteigen. Eine Saisonbilanz.

SG Oesterweg

Nachdem die Oesterweger die Saison 14/15 als Vizemeister beendet hatten, wollten sie erneut um den Titel mitspielen. Bis zur Winterpause sah es für die Elf von Trainer Björn Mittendorf sehr gut aus. Nach der Hinrunde lag man mit einem Zähler Vorsprung auf den TuS 08 Senne I an der Tabellenspitze. Doch gleich zu Beginn der Rückrunde schlitterte die SGO in eine Krise und holte aus den ersten fünf Partien nur vier Punkte. Anschließend fand das Mittendorf-Team zwar zu alter Stärke zurück, hatte aber im Kampf um die Aufstiegsplätze keine Chance mehr. „Senne und Jöllenbeck II haben unheimlich konstant gespielt und sind deshalb auch zurecht aufgestiegen", zollt Mittendorf den künftigen A-Ligisten Respekt.

Info
Die Mannschaft der Saison

Tor

Mustafa Solmaz
TuS Langenheide

Abwehr
Sven Kleine-Böse
TuS Langenheide

Ludger Adank
SG Oesterweg

Johannes Pankoke
SV Häger II

Marc Flottmann
SG Oesterweg

Mittelfeld
Martin Hagemeier
TG Hörste

Thomas Lange
SV Häger II

Sebastian Kauschke
BV Werther II

Janek Wojciechowski
TuS Solbad Ravensberg

Angriff
Dave Beumker
SG Oesterweg

Tobias Solfrian
BV Werther II

TuS Langenheide

Der TuS erwischte einen Traumstart und grüßte nach dem siebten Spieltag sogar als Tabellenführer. Anschließend lief es bis zur Winterpause nicht mehr ganz so gut für die von Maximilian Luedtke trainierte Truppe. Doch auch Platz sechs stellte die Verantwortlichen in Langenheide zufrieden. Wer einen Einbruch der »Almbuben« in der Rückrunde erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die junge Mannschaft sammelte weiter eifrig Punkte und belegte in der Endabrechnung Rang Fünf. „So weit oben stand der TuS seit vielen Jahren nicht mehr. Kompliment an meine Jungs, sie haben besonders im taktischen Bereich große Fortschritte gemacht", freut sich Luedtke über die positive Entwicklung seiner Mannschaft.

BV Werther II

Wie in zwei Spielzeiten zuvor legte die BV-Reserve – sehr zum Ärger ihres engagierten Trainers Patrik Warmons – mit nur einen Sieg in den ersten sechs Begegnungen erneut einen Fehlstart hin. Danach lief es besser, und am Ende des Jahres standen immerhin 20 Punkte auf der Habenseite. Im zweiten Saisonteil präsentierten sich die Wertheraner etwas konstanter, ließen aber dennoch leichtfertig Punkte liegen. In der Offensive überzeugte die Warmons-Elf mit 108 erzielten Treffern, nur die beiden Aufsteiger erzielten mehr Tore. Als Problem machte Warmons das oft mangelhafte Defensivverhalten seiner Truppe aus: „83 Gegentore sind eine Katastrophe."

SV Häger II

Nach dem achten Platz in der Vorsaison wollte sich das Reserve-Team des HSV unter den ersten fünf Mannschaften der Liga etablieren. Das Ziel verfehlte die Mannschaft. Fuhr das vom Trainergespann Vemmer-Schiller/Bohlmann trainierte Team in der Hinrunde immerhin noch 26 Zähler ein, waren es in der Rückrunde nur noch enttäuschende 19 Punkte. Die spielerisch starke Elf erlaubte sich zu viele unnötige Ausrutscher. Besonders die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor brachte Vollblutstürmer René Vemmer-Schiller oft zur Verzweiflung: „Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Punkte wir durch unsere Abschlussschwäche liegen gelassen haben."

TuS Solbad Ravensberg

Der TuS gehört aus Altkreis-Sicht zweifellos zu den Enttäuschungen der Saison. Der angestrebte dritte Tabellenplatz wurde klar verfehlt. Im ersten Saisonteil lief es für Solbad noch recht gut, die Mannschaft lag nur fünf Zähler hinter Spitzenreiter SG Oesterweg. Doch in der Rückrunde brach die Üstun-Elf komplett ein. Als zweitschlechteste Rückrundenmannschaft holte sie nur noch elf magere Punkte. „Anspruch und Wirklichkeit lagen bei uns sehr weit auseinander, außerdem konnten wir den Ausfall mehrerer Leistungsträger nie verkraften", bilanziert Cüneyt Üstün, der vier Spieltage vor Saisonschluss von seinem Trainerposten zurücktrat und durch Interimscoach René Gehring ersetzt wurde.

Mittelfeldduell: Solbads Robin Quander (rechts) gegen Hörstes Martin Hagemeyer. - © Foto: R. Struck
Mittelfeldduell: Solbads Robin Quander (rechts) gegen Hörstes Martin Hagemeyer. (© Foto: R. Struck)

TG Hörste

Den angestrebten Platz in der oberen Tabellenhälfte konnte die TGH nicht erreichen. Erst am vorletzten Spieltag sicherte sich die Elf von Trainer Aleksandar Vesovic den Klassenerhalt. Bis dahin gelang es Hörste in keiner Phase der Saison, sich entscheidend von der Abstiegszone zu entfernen. Besonders von der früheren Heimstärke war nicht mehr viel übrig. Nur drei Mannschaften agierten zu Hause noch erfolgloser. Die Gründe für das enttäuschende Abschneiden liegen für Vesovic auf der Hand: „Der Kader war einfach zu klein, außerdem hatten wir aufgrund der schlechten Trainingsbeteiligung zu viele Spieler im Kader, die körperlich nicht fit waren."

SC Peckeloh III

Peckelohs Dritte erreichte auch in ihrem zweiten B-Liga-Jahr das angestrebte Ziel Klassenerhalt. Das Lantzke-Team befand sich während der gesamten Saison im Tabellenkeller. Erst als der Trainer in der Rückrunde vermehrt auf Akteure aus der ersten und zweiten Mannschaft zurückgreifen konnte, erhöhte sich die Punkteausbeute. „Die Jungs von oben haben Charakterstärke gezeigt und sich richtig ins Zeug gelegt", freut sich Trainer Frank Lantzke über die hervorragende Einstellung der Spieler. Sowieso zeigte er sich von der Unterstützung im Verein begeistert: „Das zeichnet den SCP aus, alle wollen, dass wir weiter in der B-Liga spielen können. Entsprechend groß war die Hilfe."

FC Türksport Steinhagen II

Der Aufsteiger muss die B-Liga nach nur einer Spielzeit wieder verlassen. Die Steinhagener lagen bereits zur Winterpause auf einem Abstiegsplatz. Im zweiten Saisonteil konnte FCT-Spielertrainer Hulusi Dönmez vermehrt auf Akteure aus der in der Kreisliga A spielenden ersten Mannschaft zurückgreifen. Dadurch holte die Mannschaft zwar mehr Punkte. Doch zum Klassenerhalt reichte es trotzdem nicht. „Für uns war von Anfang an klar, dass wir uns mit dem Aufstieg auf ein Abenteuer einlassen. Wie befürchtet, war der Kader zu klein, und auch die Qualität zu gering, deshalb ist der Abstieg auch absolut verdient", stellt Dönmez sachlich fest.

TFC Werther

Der TFC erlebte die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft war zu keinem Zeitpunkt wettbewerbsfähig und stieg sang- und klanglos ab. Nach der katastrophalen Hinserie mit null Punkten und einem Torverhältnis von 18:114 trat Trainer Menderes Güngör vom Trainerposten zurück. Das Trainergespann Firat und Rezan Celik übernahm in der Winterpause eine neuformierte Mannschaft. Etliche Akteure hatten den Verein verlassen, dafür gab es viele Zugänge. Sportlich ging es nur leicht bergauf, allerdings gehörten die Disziplinlosigkeiten des ersten Saisonteils nun der Vergangenheit an.

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