Rückblick auf die A-Liga-Saison

SV Häger steigt auf, SC Halle kehrt in die B-Liga zurück

SVEN HAUHART

Volltreffer: Hägers Pascal Hofbüker krönt die starke Saisonleistung des SV Häger mit seinem Seitfallzieher-Traumtor zum 7:0 beim 11:1-Erfolg gegen Halle. - © Foto: Sven Hauhart
Volltreffer: Hägers Pascal Hofbüker krönt die starke Saisonleistung des SV Häger mit seinem Seitfallzieher-Traumtor zum 7:0 beim 11:1-Erfolg gegen Halle. (© Foto: Sven Hauhart)

Altkreis Halle. Der SV Häger sicherte sich souverän die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A und stieg überlegen in die Bezirksliga auf. Vizemeister Spvg. Versmold muss hingegen einen weiteren Anlauf nehmen. Der SC Halle nach einer Saison in die B-Liga zurückkehren. Die Bilanz einer Spielzeit.

SV Häger

Nach dem unnötigen Abstieg in der Vorsaison hatten Spielertrainer Frederic Kollmeier und seine Hägeraner von Anfang an nur ein Ziel: den sofortigen Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Aus diesem Vorhaben machten sie nie einen Hehl. „Wenn ich was anderes erzählen würde, wäre es wohl unglaubwürdig", sagte Kollmeier vor Saisonbeginn selbstbewusst. Denn seine Mannschaft war trotz des Abstiegs im Kern zusammengeblieben, um die Scharte auszuwetzen. Und sie hielt Wort: bester Angriff mit 103 Toren, beste Abwehr mit 30 Gegentreffern, zehn Zähler Vorsprung auf Vizemeister Versmold. Zahlen, die die Souveränität des Meisters widerspiegeln. Großer Pluspunkt war die Konstanz: Auch wenn Häger einige Partien erst im Schlussspurt gewann, hatte die Mannschaft im Gegensatz zur Konkurrenz keine nennenswerte Schwächephase im Saisonverlauf.

Info

Mannschaft der Saison

Tor: Marcel Hirschfeld (TSV Amshausen)

Abwehr: Timo Dannehl (TSV Amshausen),
Hakan Bayer (SV Häger), Jan-Hendrik Gessat (Spvg. Versmold), Serdar Fidan (Türksport Steinhagen)

Mittelfeld: Hüseyin Geceli (SV Häger), Pascal Hofbüker (SV Häger), Michael Zöllner
(SC Peckeloh II), Daniel Kittlitz (SC Halle)

Angriff: Umut Sakir (Spvg. Versmold), Colin Payne (SV Häger)

Spvg. Versmold

Seit Jahren spielen die Fleischstädter um den Aufstieg mit. Seit Jahren verpassen sie ihn immer wieder mehr oder weniger knapp. Deshalb sind die Verantwortlichen rund um das Kurt-Nagel-Parkstadion mit der zweiten Vizemeisterschaft in Folge nicht zufrieden. Waren in der Vorsaison die Leistungen und Ergebnisse der Hinrunde das Manko, war es diesmal die zweite Saisonhälfte. Zur Winterpause lag Versmold nur einen Zähler hinter Häger und stellte mit 13 Gegentreffern die beste Defensive der Liga. Dies ließ berechtigte Hoffnungen aufkeimen, die jedoch unerfüllt blieben. Denn nach dem Winter wackelte die Abwehr plötzlich. 33 Gegentore waren zu viel, um mit Häger Schritt zu halten. „Unsere Wintervorbereitung war nicht gut", gesteht Trainer Patrick van der Sanden rückblickend. Immerhin bewies seine Elf Moral und schenkte die Saison nicht ab, nachdem klar war, dass es wieder nicht zum Aufstieg reicht.

TSV Amshausen

Rückhalt: Amshausens Marcel Hirschfeld kann dieses Gegentor durch Versmolds Daniel Martens aber nicht verhindern. - © Foto: Sven Hauhart
Rückhalt: Amshausens Marcel Hirschfeld kann dieses Gegentor durch Versmolds Daniel Martens aber nicht verhindern. (© Foto: Sven Hauhart)

Im Vorjahr sicherte der TSV erst auf der Zielgeraden den Klassenerhalt. Wer deshalb vor der Saison erwartet hatte, dass die Blauen auch diesmal zum engeren Kreis der Abstiegskandidaten zählen würden, wurde schnell eines Besseren belehrt. Durch souveräne Siege – gerade gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte – kamen die Amshausener nie mit der Gefahrenzone in Kontakt. Davon offenbar beflügelt, trumpfte die Mannschaft von Trainer Sven Weeke besonders in der Rückrunde groß auf: Die ersten sechs Spiele nach dem Winter gewann Amshausen. Mehr noch: Nachdem die Mannschaft in der Hinrunde die Partien gegen die Spitzenteams deutlich verloren hatte, war der TSV in den Rückspielen gegen Häger (0:1), Versmold (3:2) und Brake (0:0) ebenbürtig. Erst zum Schluss ging den Amshause-nern ein wenig die Puste aus.

FC Türksport Steinhagen

Auch in der dritten Saison im Kreisoberhaus hatte der FC Türksport mit dem Abstieg nichts zu tun. Mit 40 Zählern fuhren die Steinhagener nach 36 Punkten im ersten Jahr nach dem Aufstieg und 39 Punkten in der Vorsaison ihr bislang bestes Ergebnis ein. Dieses wäre wohl noch besser ausgefallen, wenn Mitte der Rückrunde keine Akteure zur Rettung der letztlich abgestiegenen B-Liga-Reserve abgestellt worden wären. Neben der qualitativen Schwächung kam etwas Unruhe in die sonst so homogene Mannschaft von Spielertrainer Kemal Ayter. Sieben sieglose Begegnungen waren die Folge. Erst als die Verantwortlichen des kleinen Vereins in den Abstieg der Reserve einwilligten, lief es bei der Ersten wieder.

SC Peckeloh II

Mittelfeldduell: Emre Yalcin (links) vom FC Türksport Steinhagen verfolgt Gino Rother vom SC Peckeloh II. - © Foto: Sven Hauhart
Mittelfeldduell: Emre Yalcin (links) vom FC Türksport Steinhagen verfolgt Gino Rother vom SC Peckeloh II. (© Foto: Sven Hauhart)

Alles in allem ist Erwin Medjedovic mit seiner ersten Saison als Trainer von Peckelohs Reserve zufrieden. Seine bis auf die erfahrenen Korsettstangen Julian Dellbrügge und Michael Zöllner mit vielen Nachwuchsspielern gespickte Mannschaft hatte mit dem Abstieg nichts zu tun. Allerdings konnte sie im zweiten Saisonteil nicht mehr an die gute Form der Hinrunde anknüpfen. Nach der Winterpause holte die SCP-Reserve nur noch zwölf Zähler. „Wir haben uns oft nicht belohnt und daher zu viele Unentschieden auf dem Konto", sagt Medjedovic. Erschwerend kam der personelle Aderlass aufgrund der Unterstützung für die Rettung der abstiegsbedrohten Peckeloher B-Liga-Mannschaft hinzu.

SC Halle

„Wenn man die letzten Spiele alle nicht gewinnt, hat man es auch nicht verdient." Halles nach dem Abstieg zurückgetretener Coach Frank Biermann sucht keine Ausreden. Im Endspurt fehlte dem SC der entscheidende Punch: Zwei Zähler aus den letzten fünf Saisonbegegnungen waren letztlich zu wenig, um den Gang in die B-Liga zu vermeiden. Besonders die beiden 1:2-Niederlagen in den Partien bei Gadderbaum und in Heepen wurmten den Nachfolger von Aufstiegscoach Peter Mannek. Neben etwas mehr Fortune in den entscheidenden Momenten vermisste »Bimmel« „den unbedingten Willen" bei seiner Elf. Dabei hatten die Lindenstädter die beiden direkten Abstiegskonkurrenten nach Biermanns Amtsantritt im Oktober noch deutlich mit 5:2 und 7:3 besiegt. Insgesamt präsentierte sich der Aufsteiger aber nicht konstant genug. Auf Überraschungserfolge bei Eintracht oder Ubbedissen folgten immer wieder Leistungseinbrüche wie beim derben 1:11 in Häger.

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