Häger krönt sich zum Meister

Kleiner HSV macht A-Liga-Meisterschaft perfekt

SVEN HAUHART

Mission Wiederaufstieg erfüllt, Schutzi im Herzen: Im überschwänglichen Jubel der Hägeraner darf das Trikot ihres vor drei Jahren verstorbenen Betreuers Michael Schutz nicht fehlen. - © Foto: S. Hauhart
Mission Wiederaufstieg erfüllt, Schutzi im Herzen: Im überschwänglichen Jubel der Hägeraner darf das Trikot ihres vor drei Jahren verstorbenen Betreuers Michael Schutz nicht fehlen. (© Foto: S. Hauhart)

Häger. Sein Auftritt sollte dezent ausfallen. Schließlich hatte er am fünften Hägeraner Bezirksliga-Aufstieg nur noch aus der Ferne mitgebastelt. Und dennoch stand er sofort im Mittelpunkt: Just in dem Moment, als Jörg Müller-Paulsen, Hägers A-Liga-Meistertrainer der Jahre 1997, 2001 und 2009 den Ummelner Trüggelbach betreten hatte, erzielte Thomas Lange das vorentscheidende 3:0 für den Tabellenführer (49.).

Müller-Paulsen, der nach dem vierten Bezirksliga-Aufstieg im Jahr 2013 als Obmann zurücktrat, um fortan auf der Nordseeinsel Föhr zu leben, riss jubelnd die Arme hoch – und war fortan nicht mehr zu übersehen. Noch während er eine Stadionrunde drehte, um alte Bekannte und Freunde zu begrüßen, fiel der nächste Treffer für seinen »kleinen HSV«: Jeffrey Johannesmann zirkelte einen Freistoß aus gut 20 Metern direkt in den Winkel (62.).

Da Pistorius (6.) und Geceli (37.) bereits im ersten Abschnitt für den sehr fokussiert auftretenden Meister getroffen hatten, konnten spätestens in diesem Augenblick die Hägeraner Feierlichkeiten beginnen: Obmann Johannes Pankoke, der nach eigener Aussage „bis zum Schluss als Mahner aufgetreten" war, schob seine Skepsis beiseite und rief bei Vedat Keles an. Um bei Hägers ehemaligem Stürmer ausreichend Plätze in dessen Bielefelder Kneipe zu reservieren.

Größte individuelle Klasse

Dass der Wiederaufstieg nach dem unnötigen Abstieg in der Vorsaison verdient ist – daran besteht kein Zweifel. Neben großer Geschlossenheit der zum überwiegenden Teil seit Jahren zusammenspielenden Mannschaft verfügten die Hägeraner über die größte individuelle Klasse aller Mitbewerber. Exemplarisch hierfür diente gestern eine Szene aus der ersten Halbzeit: Pascal Hofbüker, der nach der Saison seine Schuhe an den Nagel hängen will, wurde in Innenverteidigerposition unter Bedrängnis angespielt. Mit großer Selbstverständlichkeit zog der 32-jährige Ex-Regionalligaspieler den Ball mit der Sohle vor dem heranstürmenden Ummelner vorbei und ließ diesen ins Leere laufen. „Vielleicht kann ich ihn gleich auf der Feier noch mal überreden weiterzumachen", verriet Spielertrainer Frederic Kollmeier, dass er um seinen langjährigen Weggefährten und Freund noch einmal werben wollte.

Bevor es so weit war, standen aber die Feierlichkeiten am Platz an. Das Spiel war längst zur Nebensache geworden. Während Lange (78.) und Jan-Philipp Itzek (86.) das Ergebnis in die Höhe schraubten, wurden weitere Vorkehrungen getroffen: Pankoke holte die Kiste mit den Aufstiegstrikots, Stürmer und Toptorjäger Colin Payne eine Kiste Pils.

Gestärkt in die neue Saison

Als Schiedsrichter Peter Pöhlker die Partie schließlich beendete, fielen sich alle Hägeraner vor Freude und unter den obligatorischen Bierduschen in die Arme. „Das war ein krönender Abschluss im Stile eines Meisters", lobte Kollmeier seine Mannschaft für ihren Trainingsfleiß und ihren Willen, den Abstieg sofort wieder gutzumachen. „Wir sind als Mannschaft gereift und gehen gestärkt in die neue Saison", sagte Kollmeier, der in punkto Neuzugänge aufgrund der feststehenden Bezirksliga-Zugehörigkeit nun möglichst schnell „Nägel mit Köpfen" machen will.

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