Oesterweg grüßt von der Spitze

Die Zwischenbilanz der Fußball-Kreisliga B

Ralph Struck

Zielrichtung A-Liga: Torhüter René Wiltmann zeigt an, wohin es für Tabellenführer SG Oesterweg nach den verbleibenden 14 Spielen gehen soll. - © Foto: Christian Helmig
Zielrichtung A-Liga: Torhüter René Wiltmann zeigt an, wohin es für Tabellenführer SG Oesterweg nach den verbleibenden 14 Spielen gehen soll. (© Foto: Christian Helmig)

Altkreis Halle. Neben der SG Oesterweg hat in der Fußball-Kreisliga B auch der TuS Solbad Ravensberg noch Aufstiegschancen. TuS Langenheide, SV Häger II und BV Werther II liegen im Mittelfeld, TG Hörste, SC Peckeloh III und FC Türksport Steinhagen II kämpfen um den Klassenerhalt. Der TFC Werther ist schon abgeschlagen.

SG Oesterweg (1. Platz, 56:20 Tore, 36 Punkte)

„Wenn man nach der Hinrunde Tabellenführer ist, will man diesen Platz natürlich auch am Saisonende einnehmen", lässt SGO-Trainer Björn Mittendorf keinen Zweifel an den Ambitionen seiner Mannschaft. Im ersten Saisonteil präsentierten sich die Oesterweger sehr konstant und gingen nur zweimal als Verlierer vom Platz. Außerdem konnten sie sich auf Dave Beumker verlassen. Der mit Abstand treffsicherste Torjäger der Liga war 28 Mal erfolgreich und erzielte damit genau die Hälfte aller SGO-Tore. Das Unternehmen Aufstieg geht die Mannschaft mit unverändertem Personal an. „Wir starten mit zwei Heimspielen gegen direkte Aufstiegskonkurrenten. Da können wir den Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde legen", spekuliert Mittendorf auf einen gelungenen Auftakt: Der Partie am 21. Februar gegen Brackwede folgt eine Woche später das Duell mit Senne.

TuS Solbad Ravensberg (5., 48:32, 30)

Durch Heimniederlagen in den beiden letzten Partien des vergangenen Jahres vergrößerte sich der Rückstand des TuS auf Tabellenführer Oesterweg auf sechs Zähler. Trotzdem hat Trainer Cüneyt Üstün das Thema Aufstieg noch nicht abgehakt: „Die Saison ist lang, und eventuell kann ja auch noch der zweite Platz reichen. Wir wollen auf jeden Fall oben dranbleiben." Geärgert hat ihn, dass seine Elf in der Hinrunde fünf Platzverweise hinnehmen musste und mit 32 Gegentreffern nur Mittelmaß darstellte. In der Winterpause hat der TuS das Team verstärkt: Robin Quander (Spvg. Versmold) und Ümit Örnek (SC Halle) kamen. Sebastian Ott verließ den Club.

Verfolgerduell: Felix Rädel (links) und der TuS Solbad Ravensberg liegen als Tabellenfünfter ebenso wie Mirko Beckmann und der TuS Langenheide auf Rang sieben in Lauerstellung. - © Foto: Ralph Struck
Verfolgerduell: Felix Rädel (links) und der TuS Solbad Ravensberg liegen als Tabellenfünfter ebenso wie Mirko Beckmann und der TuS Langenheide auf Rang sieben in Lauerstellung. (© Foto: Ralph Struck)

TuS Langenheide (7., 41:24, 27)

Die »Almbuben« waren lange Zeit die Überraschungsmannschaft, am Ende des Jahres ging ihnen jedoch etwas die Puste aus. Der engagierte Trainer Maximilian Luedtke zieht trotzdem eine positive Zwischenbilanz: „Wir sind absolut im Soll. Unsere Ziele sind es, möglichst schnell 50 Punkte auf dem Konto zu haben und weitere Verbesserungen im spieltaktischen Bereich zu erreichen." Mit der nötigen Cleverness wäre seiner Meinung nach durchaus mehr möglich gewesen: „Unsere junge Truppe hat gegen einige Spitzenteams nur knapp verloren, mit etwas mehr Routine hätten wir da schon punkten können." Morten Franken (SC Melle) und Michael Sieb (unbekannt) verließen den Verein, Johannes Eversmann (VfL Theesen II) und Marcel Nentwig (TV Neuenkirchen) sind neu dabei.

SV Häger II (8., 40:27, 27)

Hägers Reserve-Mannschaft blieb ihrem Ruf treu: Als eines der spielstärksten Teams der Liga konnte die Elf des Trainergespanns René Vemmer-Schiller und Andre Bohlmann nicht immer ihr volles Potenzial abrufen. So lagen Erfolg und Misserfolg oft nah beieinander. Vemmer-Schiller hofft, dass seine Truppe den derzeitigen achten Tabellenplatz durch konstantere Leistungen im zweiten Saisonteil verbessern kann: „Wir wollen noch ein paar Plätze klettern und die Stadtmeisterschaft von Werther erringen, das heißt, am Ende vor dem TuS Langenheide, BV Werther II und dem TFC zu liegen." Der Kader bleibt unverändert, je nach Personallage wird es Unterstützung aus der ersten Mannschaft geben.

BV Werther II (9., 50:39, 23)

„Das bisherige Abschneiden ist für uns alle enttäuschend und entspricht nicht dem wahren Potenzial der Mannschaft", spricht Trainer Patrik Warmons Klartext. Hinsichtlich der Einstellung und der Trainingsbeteiligung sieht er deutliches Steigerungspotenzial. Er traut seiner Truppe in jedem Fall eine gute Rückrunde zu: „Die Jungs sind eigentlich alle in Ordnung, dürfen sich nur nicht nach Erfolgen zu schnell zurücklehnen." Warmons hält den Sprung auf den angestrebten sechsten Platz durchaus für möglich. Sascha Ostermann hat nach seiner Knie-Operation wieder das Lauftraining aufgenommen, Lino Siermann steht berufsbedingt nicht mehr zur Verfügung.

TG Hörste (12., 39:44, 18)

Im Abstiegskampf: Trainer Aleksandar Vesovic und die TG Hörste. - © Sven Hauhart
Im Abstiegskampf: Trainer Aleksandar Vesovic und die TG Hörste. (© Sven Hauhart)

Hörstes neuer Trainer Aleksandar Vesovic hatte sich den Einstand bei der TG weniger problematisch vorgestellt: „Wir hatten unglaubliches Verletzungspech und mussten etliche Spiele ohne gelernten Torhüter bestreiten." Deshalb ist er mit der Punktausbeute nicht ganz unzufrieden: „Die Spiele gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller haben wir fast alle gewonnen, das Polster auf die Abstiegsränge beträgt sieben Punkte." Der Zukunft blickt Vesovic optimistisch entgegen. Durch die Verpflichtung von Filip Dragic (SV Häger II) und Ricardo Vogel (BV Werther) dürfte das Torhüterproblem gelöst sein. Auch Alexander Kamann und Marcjan Luszczyk vom SV Häger schlossen sich der TG an. Zudem befindet sich Alex Kremer nach einem Beinbruch wieder im Mannschaftstraining. Dennis Grahn kehrt zum SC Peckeloh zurück.

SC Peckeloh III (13., 28:54, 15)

Für Peckeloh geht es auch in dieser Spielzeit nur um den Klassenerhalt. Die Elf des neuen Trainers Frank Lantzke musste einige deftige Klatschen hinnehmen, konnte jedoch auch einige Achtungserfolge feiern, so dass sie bisher noch über dem Strich steht. Lantzke ist davon überzeugt, dass seinem Team schnell der Anschluss ans Tabellenmittelfeld gelingen wird. Grund für den Optimismus ist die verbesserte Personalsituation: Christian Ott (TuS Solbad), Nico Retzlaff (VfL Sassenberg) und Christoph Engel (eigene Zweite) haben sich dem SCP angeschlossen, zudem kehren die Langzeitverletzten Stefan Cord-Landwehr und Miguel Garcia Baron ins Aufgebot zurück. „Wir haben jetzt ganz andere Möglichkeiten", stellt Lantzke erfreut fest.

FC Türksport Steinhagen II (14., 21:59, 13)

Die Steinhagener hatten sich von Anfang an auf eine schwere Saison eingestellt. Deshalb sind sie zufrieden, auf einem Nichtabstiegsplatz zu überwintern. Trainer Hulusi Dönmez sieht trotzdem Probleme: „Die Mannschaft hat bei den Siegen gegen Spitzenreiter Oesterweg und gegen Langenheide bewiesen, was sie draufhat, leider war das nicht immer so." Er bemängelt die lasche Einstellung und die schlechte Trainingsbeteiligung einiger Akteure. „Wenn die Jungs alle regelmäßig trainieren würden, wäre der Klassenerhalt mit Sicherheit kein Problem", ärgert sich Dönmez, geht aber trotz allem vom Ligaverbleib aus: „Der Kader bleibt unverändert, ich glaube, dass wir das schaffen können."

TFC Werther (16., 20:117, 0)

Hinter dem TFC liegt die schlechteste Halbserie der Vereinsgeschichte. Alle 16 Meisterschaftsspiele gingen verloren, dabei kassierte die Mannschaft 117 Gegentore. Die hohe Zahl von Spielern, die den Club vor der Saison verließen, konnten die Wertheraner nicht kompensieren. In der Winterpause ist nun einiges passiert: Die Brüder Firat und Rezan Celik übernahmen den Trainerposten von Menderes Güngör. Dieser unterstützt den Vereinsvorsitzenden Cafer Sever ab sofort im organisatorischen Bereich. „Wir haben zehn Flüchtlinge im Kader, die müssen erst einmal integriert werden, da wird es mit dem Klassenerhalt sehr schwer", vermutet der Ex-Coach. Firat Celik, der zuletzt beim SV Häger aktiv war, wird als Spielertrainer agieren. Torhüter Sorin Popa verließ den Verein berufsbedingt Richtung Frankfurt.

Im Abstiegskampf: Trainer Aleksandar Vesovic und die TG Hörste. - © Sven Hauhart

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