Zwischenbilanz in der Kreisliga A

Fußball: Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel

SVEN HAUHART

Hoch hinaus: Hägers Thomas Grewe und Versmolds André Grunwald kämpfen im Hinspiel, das der HSV 2:1 gewann, um den Ball. Am 13. März steigt das Rückspiel. - © Foto: Sven Hauhart
Hoch hinaus: Hägers Thomas Grewe und Versmolds André Grunwald kämpfen im Hinspiel, das der HSV 2:1 gewann, um den Ball. Am 13. März steigt das Rückspiel. (© Foto: Sven Hauhart)

Altkreis Halle. Häger und Versmold haben im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg die besten Karten. Amshausen, Peckeloh II und Türksport Steinhagen liegen im Mittelfeld, Halle muss zittern. Eine Zwischenbilanz.

SV Häger

„Wir sind im Soll, weil wir Erster sind", sagt Frederic Kollmeier, der nach dem Bezirksliga-Abstieg im Sommer den sofortigen Wiederaufstieg als Ziel ausrief. Hägers Spielertrainer warnt allerdings: „Um oben zu bleiben, müssen wir mehr machen." Denn in den letzten Spielen vor der Winterpause ging seine Elf körperlich auf dem Zahnfleisch. „Da haben wir nur durch reine Willenskraft nicht verloren", erinnert Kollmeier an die die Last-Minute-Siege gegen Ummeln, bei Peckeloh II und an das späte Remis bei Theesen II. Um auf körperliche Defizite künftig besser reagieren zu können, setzt Kollmeier neben verstärkter Konditionsarbeit auf einen breiteren Kader: Justus und Oliver Seifert wechseln von Landesligist BSV Roxel zum »kleinen HSV«. „Beide helfen uns sofort weiter", sagt Kollmeier über die Brüder aus Münster. Außerdem kehrt Daniel Kesegi von Jugos Künsebeck nach Häger zurück. Lukas Steinlein zieht es hingegen aufgrund seines Studiums in den Osnabrücker Raum.

Spvg. Versmold

Nur einen Zähler hinter der Spitze folgt die Spvg. Versmold, die nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison den Aufstieg ebenfalls fest im Blick hat. Im Gegensatz zur Konkurrenz aus Häger und Brake rüsten die Fleischstädter personell zwar nicht nach – Robin Quander verließ den Verein Richtung TuS Solbad Ravensberg II –, dennoch ist Patrick van der Sanden zuversichtlich. „Im Vorjahr hatten wir im Winter noch acht Punkte Rückstand", verweist Versmolds Trainer auf eine Weiterentwicklung seiner Mannschaft, die den Aufstieg in der vergangenen Saison in den Partien gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte leichtfertig verspielte. Diesen Schlendrian hat van der Sanden in seiner mittlerweile dritten Saison abgestellt. Außerdem hat seine Elf den von ihm favorisierten Umschaltfußball aus einer sicheren Defensive heraus endgültig verinnerlicht. Dazu kommen die mannschaftliche Geschlossenheit und eine ausgeprägte Heimstärke. Trümpfe, die am Ende durchaus den Ausschlag zu Gunsten der Versmolder geben könnten.

TSV Amshausen

Sorgenfrei: Sergen Yozbatiran (l.) und Steinhagen liegen wie Dominic Cebulla und Amshausen in der oberen Tabellenhälfte. - © Foto: Sven Hauhart
Sorgenfrei: Sergen Yozbatiran (l.) und Steinhagen liegen wie Dominic Cebulla und Amshausen in der oberen Tabellenhälfte. (© Foto: Sven Hauhart)

„Viele haben uns vor der Saison sicher wieder als Abstiegskandidat gesehen", sagt Amshausens Trainer Sven Weeke nicht ohne Stolz. In seiner dritten Saison an der Seitenlinie des TSV hat er die Blauen zusammen mit Kotrainer Sören Voss wieder in obere Tabellengefilde geführt. 14 Zähler beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang. Ein Zittern um den Ligaverbleib scheint im Gegensatz zu den Vorjahren kein Thema. Zumal der TSV die Mannschaften von unten bislang souverän besiegt hat. Zweifellos ein Verdienst von Weeke, der seine Mannschaft selten über den grünen Klee lobt, sondern mit großer Beharrlichkeit das Optimum aus ihr herauszuholen versucht. Da verwundert es auch nicht, dass er ihr nach der besten Hinrunde seit längerer Zeit „noch Luft nach oben" attestiert. Besonders in den Spielen gegen die Spitzenteams, die bis auf das Unentschieden beim TuS Eintracht allesamt deutlich verloren wurden, erhofft sich Weeke eine Steigerung. Dabei helfen soll Max Bollweg, der vom BV Werther zum TSV zurückkehrt.

SC Peckeloh II

Derbysieg: Peckelohs Alexander Bulanov (links) und Michael Zöllner bejubeln ihren 5:0-Erfolg über den SC Halle. - © Foto: Sven Hauhart
Derbysieg: Peckelohs Alexander Bulanov (links) und Michael Zöllner bejubeln ihren 5:0-Erfolg über den SC Halle. (© Foto: Sven Hauhart)

„Bis jetzt haben die Jungs meine erste Saison als Herrentrainer absolut positiv für mich gestaltet", sagt Erwin Medjedovic, der den Platz auf der Trainerbank der Peckeloher Damen vor der Saison mit dem auf der der SCP-Reserve getauscht hatte. Neben der ausgeglichenen Bilanz von acht Siegen und acht Niederlagen freut sich Medjedovic vor allem über den ausgeprägten Mannschaftsgeist. „Die alten und die jungen Spieler harmonieren optimal miteinander", berichtet Medjedovic von einer funktionierenden Einheit rund um die erfahrenen Michael Zöllner und Julian Dellbrügge, die die vielen Nachwuchsspieler im Kader führen. „Das geht aber nur, wenn die Jüngeren die Ratschläge auch annehmen", sagt Medjedovic, der insgesamt mit der Zusammenarbeit der vier Peckeloher Herrenmannschaften zufrieden ist. Einzig die 1:6-Niederlage im Stadtderby schmerzt ihn: „Da waren die Versmolder sogar noch gnädig mit uns."

FC Türksport Steinhagen

Im dritten Jahr nach dem Aufstieg hat sich der FC Türksport im Kreisoberhaus etabliert. Mit 24 Zählern steht die Elf von Kemal Ayter im sicheren Mittelfeld. „Wir haben unser Soll bis jetzt erreicht", sagt Türksports Spielertrainer. Zwar schielt er nach wie vor auf den Abstand zur Abstiegszone, gleichzeitig ist sich Ayter aber sicher: „Nach oben ist noch was möglich." Denn in der Hinrunde habe seine Elf „zu viele Unentschieden gegen Mannschaften unter uns" produziert. Besonders die beiden Remis gegen Ost und Heepen wurmen Ayter. Stellen die Steinhagener dieses Manko ab, dürfte das erstmalige Knacken der 40-Punkte-Marke kein Problem sein. „Das sollte unser Ziel sein", fordert Ayter. Cemre Arslan verlässt den FC Türksport zu B-Ligist SV Brackwede, und Torwart Onur Sener zieht es zu C-Ligist SG Hesseln. Die entstandene Lücke zwischen den Pfosten schließt Michael Moritz, der vom TV Neuenkirchen kommt.

SC Halle

Info

Torjäger

Häger: Payne (13), M. Morgenroth (9), Geceli (7), Vorat (4), Bayer (4), San (4), Hofbüker (3), Itzek (2), Pistorius (2), Steinlein (2), Johannesmann (2), Grewe (2), Kämper (1), Eigentor (2).
Versmold: Sakir (13), D. Martens (8), Tuncbilek (8), C. Martens (4), Rinderhagen (3), Quander (2), Gessat (2), Biesler (1), Wolf (1), Strieder (1), Kohlrautz (1), Grunwald (1), Eigentor (2).
Amshausen: Westphal (10), N. Weber (6), P. Weber (4), Felsch (3), Neumann (2), Swatko (2), Zingler (2), Gehle (2), Safarabadi (1), Rieks (1), Höhn (1), M. Fregin (1), F. Fregin (1), S. Bültmann (1), Dannehl (1), Browarski (1).
Peckeloh II: Wacker (12), Bulanov (5), Sander (4), Fejzulahu (4), Bäcker (3), Dellbrügge (3), Zöllner (2), Fontenla (1), Dieckmann (1), Gerdes (1), Eigentor (1).
Türksport Steinhagen: Solmaz (6), Kibar (4), Akdag (4), Kisir (4), Isik (3), C. Arslan (2), Sahan (1), Ayter (1), Tarun (1), Hanisch (1), Yozbatiran (1), Fidan (1).
Halle: Mert (6), Fiß (5), Marciano (4), Schmidt (3), Özata (3), Kittlitz (3), Wellmeyer (2), Kaliwoda (1), Wakan (1), Hermbecker (1), Bostanci (1), Genc (1).

„Ab sofort bin ich der größte Fan des SC Halle", sagte Peter Mannek, nachdem er nach der 0:4-Niederlage gegen Amshausen am 11. Spieltag als Trainer der Lindenstädter zurückgetreten war. Für den Aufstiegscoach war es die nach eigener Aussage „letzte Karte", die er zugunsten des abstiegsbedrohten SC spielen konnte. Sein Nachfolger Frank Biermann erwies sich in den verbleibenden Partien bis zur Winterpause als der erhoffte Trumpf. Gegen Gadderbaum und Heepen gelangen zwei deutliche Siege über die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf. Um diesen erfolgreich zu bestehen, fordert Biermann nach dem Winter eine klare Struktur innerhalb der Mannschaft ein. „Wir brauchen keine elf Häuptlinge, sondern nur zwei oder drei", sagt Bimmel. In Philipp Ramhorst kehrt ein potenzieller Führungsspieler nach seinem Schottland-Aufenthalt in den Kader zurück. Außerdem stößt in Sinan Karakayali, ehemaliger Spielertrainer des TFC Werther, ein weiterer erfahrener Spieler zum Aufgebot dazu. Umberto Marciano zieht es hingegen zurück zum SC Peckeloh.

Sorgenfrei: Sergen Yozbatiran (l.) und Steinhagen liegen wie Dominic Cebulla und Amshausen in der oberen Tabellenhälfte. - © Foto: Sven Hauhart Derbysieg: Peckelohs Alexander Bulanov (links) und Michael Zöllner bejubeln ihren 5:0-Erfolg über den SC Halle. - © Foto: Sven Hauhart

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