Packendes Nachbarschaftsduell

Nachlese zur Fußball-Kreisliga

SVEN HAUHART,Ralph Struck

Umkämpft: TuS Solbads Abdoulaye Keita (rechts) versucht sich im Duell mit Langenheides Erik Eimterbäumer zu behaupten. - © Foto: Ralph Struck
Umkämpft: TuS Solbads Abdoulaye Keita (rechts) versucht sich im Duell mit Langenheides Erik Eimterbäumer zu behaupten. (© Foto: Ralph Struck)

Altkreis Halle. Beim 1:1 zwischen den A-Ligisten und Ortsrivalen FC Türksport Steinhagen und TSV Amshausen wurde am Sonntag schnell deutlich, dass es um mehr als drei Punkte ging. Am letzten Hinrundenspieltag kämpften beide Mannschaften vor allem um das Prestige und warfen dafür alles in die Waagschale.

Angesichts der Vielzahl und der Intensität der Zweikämpfe entwickelte sich die Partie für Timo Kramp zu einer schweren Aufgabe. Beinahe im Minutentakt wurde der Unparteiische vor knifflige Entscheidungen gestellt. Obwohl in Amshausens Nils Weber und Marlon Wilhelmstroop sowie in Türksports Ramazan Akdag und Sergen Yozbatiran im Lauf der 90 Minuten vier Akteure verletzt ausschieden, waren sich die Trainer einig: „Die Zweikämpfe waren im Rahmen“, sagten Türksports Kemal Ayter und sein Kollege Sven Weeke.

Strittige Szenen gab es dennoch. Vor allem die rote Karte gegen Steinhagens Spielertrainer Ayter in der achten Spielminute. Amshausens Nils Weber war bei einem Angriff ohne Kontakt von Gegenspieler Ayter umgeknickt. Steinhagens Spielertrainer hatte den Ball, zögerte aber mit dem Weiterspielen, da er wohl mit einem Pfiff rechnete. Als dieser ausblieb, dribbelte Ayter los. Dies erzürnte Amshausens Timo Dannehl offenbar derart, dass er Ayter per Foul niederstreckte und ihn mehr oder weniger freundlich fragte, warum er den Ball nicht ins Aus gespielt habe.

Ayters Reaktion darauf war ebenfalls barsch. „Ich habe zu Timo ’Halt die Schnauze’ gesagt“, gab Steinhagens Spielertrainer zu. Die Entscheidung, ihn dafür vom Feld zu stellen, empfand er als zu hart. „Das war dumm von mir“, sagte Ayter, aber aufgrund der Umstände in der Szene „hätte der Schiedsrichter das auch überhören können“.

Beste Unterhaltung beim Duell zwischen Solbad und Langenheide

In der B-Liga bot das Duell zwischen dem TuS Solbad und dem TuS Langenheide am Sonntag etwa 100 Zuschauern vor allem in der zweiten Halbzeit beste Unterhaltung: Das Spiel enthielt Dramatik, Leidenschaft und viele Tore. Die Langenheider, die zur Pause 2:0 führten, erhöhten bald auf 4:0, doch sie hatten die Rechnung ohne die Gastgeber gemacht. Angetrieben von René Gehring, Abdoulaye Keita und Janek Wojciechowski rollte Angriff auf Angriff. Mit einem Doppelschlag innerhalb einer Minute kam Solbad auf 2:4 heran.

Langenheides zweifacher Torschütze Deniz Özden wäre beinahe zum tragischen Helden geworden, nachdem er vor dem leeren Tor stehend nur den Pfosten getroffen hatte. „Deniz hat ein überragendes Spiel abgeliefert, und dann vergibt er so ein tausendprozentiges Ding“, stöhnte Gäste-Trainer Maximilian Luedtke. Statt 5:2 stand es kurz darauf 4:3.

In der Schlussviertelstunde warf die Heimelf alles nach vorn. Doch entweder stand der Pfosten im Weg oder Sebastian Luedtke, Der Torhüter warf sich wagemutig ins Getümmel und klärte zweimal hervorragend in Eins-gegen-eins-Situationen.

So endete das denkwürdige Spiel 4:3 für die Luedtke-Elf. „So ein mitreißendes Derby sieht man nicht jeden Tag. Dass wir als Sieger vom Platz gehen. ist etwas ganz besonderes, zumal wir hier meist hohe Niederlagen hinnehmen mussten“, sagte Maximilian Luedtke. Nicht ganz so enthusiastisch war Solbad-Coach Cüneyt Üstün: „Langenheide hat wirklich hervorragend gespielt. Ich frage mich jedoch, warum meine Mannschaft erst ab der 50. Minute so viel Gas gegeben hat.“

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