Schiri zeigt Spiel die rote Karte

Abbruch der Partie zwischen Peckeloh IV und Español Versmold

Claus Meyer

Versmold . Über diesem Spiel scheint ein Fluch zu liegen. Bereits in der vergangenen Saison, vor fast genau einem Jahr, war die Begegnung vorzeitig beendet worden, damals war das Heimspiel von Español gegen Peckeloh IV betroffen. Nun endete das Versmolder Stadtderby wieder unrühmlich.

Schluss mit lustig: Der Schiedsrichter zeigte dem Spiel zwischen Espanyol und Peckeloh IV die rote Karte. - © Foto: HK
Schluss mit lustig: Der Schiedsrichter zeigte dem Spiel zwischen Espanyol und Peckeloh IV die rote Karte. (© Foto: HK)

Nach 65 Minuten hatte Schiedsrichter Feyyaz Ölge genug und beendete das Spiel der C-Ligisten nach einem Tor von Niklas Ehmke (33.) beim Stand von 1:0 für Peckeloh IV. Im Spielbericht vermerkte der Unparteiische, dass er sich diskriminierenden Äußerungen von Zuschauern ausgesetzt sah.

Staffelleiter Udo Schimanke liegt der Spielbericht vor. „Aus Sicht des Schiedsrichters waren es Zuschauer von Español“, sagte Schimanke gestern. Von denen sei er zunächst als „A...loch“ tituliert worden. Ölge habe den Spielführer der Heimmannschaft zu sich geholt und ihn gebeten, für Ruhe zu sorgen. Weil keine Ruhe einkehrte, habe er die Partie beendet. Auf seinem Weg zur Kabine sei ihm dann noch ein „Sch...türke“ hinterhergerufen worden. Handgreiflichkeiten habe es nicht gegeben.

Platzverweis nicht ausschlaggebend

Kurz vor dem Abbruch hatte Ölge Español-Spieler Andres Gomez in der 65. Minute wegen Nachtretens mit »Rot« vom Platz gestellt. Laut Schimanke habe Ölge den Platzverweis gegen Gomez aber nicht als ausschlaggebenden Grund für die verbalen Entgleisungen bezeichnet. Den Español-Spieler hat Schimanke bereits für vier Wochen gesperrt.

Auf der Facebook-Seite des SCP wird spekuliert, dass die Punkte nun wohl den Peckelohern zugesprochen werden. Das sieht Schimanke anders. „Die Partie wird von der Spruchkammer eher neu angesetzt werden“, vermutet der Staffelleiter. Schimanke betont gleichzeitig, dass dies allein seine persönliche Einschätzung sei und er einem Urteil der Fußballgerichtsbarkeit keinesfalls vorgreifen will. Seine Einschätzung gründet er darauf, dass Schiedsrichter Ölge offenbar nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe, die Lage zu beruhigen. So hätte er durchaus noch den Ordnerdienst anfordern können. Einen Vorwurf macht Schimanke, selbst ein erfahrener Referee, Feyyaz Ölge nicht: „Das ist ein junger Kollege, der erst seit zwei Jahren pfeift. In 30 Jahren wird er vielleicht über diese Angelegenheit lachen.“

„Das muss ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus“

Español-Trainer Pepe Valencia hält den Abbruch für nicht berechtigt. Die Beleidigung „A...loch“ sei zwar gefallen, die Partie hätte aber fortgesetzt werden können. Der Schiedsrichter habe insgesamt einen überforderten Eindruck gemacht. Valencias Vereinskollege Angel Dabarca, selbst Schiedsrichter, sieht das ähnlich: „Das muss ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus.“ Andernfalls gäbe es ständig Spielabbrüche wegen Schiedsrichterbeleidigungen. Dabarca war selbst am Sonntag nicht Augenzeuge des Spiels.

Im November 2014 hatte der Schiedsrichter die damalige Partie nach 72 Minuten beim Stand von 3:2 für Peckeloh IV beendet, da er sich von einem Español-Spieler bedroht gefühlt hatte. Diesem hatte der Unparteiische zuvor die rote Karte gezeigt. Die Kreisspruchkammer wertete die Partie im Nachgang für Peckeloh IV, da sie Español die Schuld am Spielabbruch gab. Am Saisonende hätten Español zwei Punkte mehr zum Aufstieg in die Kreisliga B gereicht.

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