Fußball-Kreisliga unter der Lupe

Neue Regel zur Tordifferenz wirkt sich bereits aus

SVEN HAUHART,Max Backhaus

Im Vorwärtsgang: Pascal Hofbüker und der SV Häger stürmten im Spiel gegen den SC Halle auch noch beim Stand von 6:0. - © Foto: Sven Hauhart
Im Vorwärtsgang: Pascal Hofbüker und der SV Häger stürmten im Spiel gegen den SC Halle auch noch beim Stand von 6:0. (© Foto: Sven Hauhart)

Altkreis Halle. Das Derby zwischen den A-Ligisten SC Halle und SV Häger bot wenig Spannung. Die Gäste waren zu überlegen. 6:0 hieß es am Ende für den Bezirksliga-Absteiger. Spannender war da schon die Frage, ob der »kleine HSV« das Ergebnis angesichts einer mehr als 50-minütigen Überzahl – Halles Amadeus Wakan hatte die Ampelkarte gesehen – nicht noch deutlicher hätte gestalten müssen.

Hägers Spielertrainer Frederic Kollmeier hätte dies sicherlich begrüßt. Nicht um einen am Boden liegenden Gegner zu demütigen, sondern zur Maximierung der eigenen Aufstiegschancen. Die Saison ist mit gerade einmal neun gespielten Partien zwar noch jung, dennoch denken die Trainer bereits an das Ende der Spielzeit. Zumindest diejenigen, die mit ihren Mannschaften um den Auf- oder gegen den Abstieg kämpfen. Denn in dieser Spielzeit entscheidet bei Punktgleichheit anders als zuletzt wieder das Torverhältnis über den Tabellenplatz.

Weil die Liga sowohl an der Spitze als auch im Keller sehr ausgeglichen ist, ist es kein unwahrscheinliches Szenario, dass der Tordifferenz entscheidende Bedeutung zukommt. So wie in der Saison 2009/2010: Damals verpasste die Spvg. Versmold nur um einen Treffer den Bezirksliga-Aufstieg.

Die Hägeraner selbst waren in der Spielzeit 2012/13 nach 30 Spieltagen punktgleich mit dem TuS Jöllenbeck und belegten aufgrund der schlechteren Tordifferenz nur den zweiten Platz. Reichte dieser damals zum Aufstieg, würden die Hägeraner aktuell in die Röhre schauen. Denn mittlerweile steigt nur noch der Meister auf. „Daher wollen wir in jedem Spiel so viele Tore wie möglich schießen“, erläuterte Kollmeier: „Wegen des schlechteren Torverhältnisses nicht aufzusteigen, wäre sehr ärgerlich.“

Dass es im Derby für die Hägeraner nicht zu mehr als sechs Treffern langte, lag unter anderem an den trotz Unterzahl diszipliniert verteidigenden Hallern. Für die wäre ein Abstieg aufgrund des schlechteren Torverhältnisses mindestens so ärgerlich wie ein verpasster Aufstieg für Häger. „Deswegen versuchen wir jedes Tor zu vermeiden“, sagte Halles Trainer Peter Mannek – ebenfalls bereits das Saisonende im Blick.

In der B-Liga beendete der TuS Solbad Ravensberg am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den Verfolger SV Brackwede den leichten Abwärtstrend der vergangenen Wochen. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte Cüneyt Üstün, Trainer des Tabellendritten, nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft. Zuvor holten die Ravensberger nur zwei Punkte aus drei Partien. Ein anderer Negativtrend bleibt jedoch bestehen: In den vergangenen drei Begegnungen beendete Solbad das Spiel jeweils nur zu zehnt.

Insgesamt gab es für den Drittletzten der Fairnesstabelle in den bisher neun Spielen schon vier Platzverweise. In der vergangenen Saison war der TuS bei nur einer roten Karte noch das fairste Team der Liga. Üstün sieht das Problem jedoch weniger in der eigenen, womöglich überharten Gangart: „Nur eine der roten Karten war berechtigt. Und es gab nicht eine Karte wegen bewusst aggressiven Spiels.“ Am Sonntag wartet auf die Solbader die nächste Bewährungsprobe. Dann treten sie im Topspiel der B-Liga beim aktuellen Tabellenzweiten SG Oesterweg an.

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