Fußball-Kreisliga unter der Lupe

Versmolds Trainer van der Sanden schraubt Ansprüche zurück?/?Alptraumstart von TFC Werther

SVEN HAUHART,Ralph Struck

Wochen der Wahrheit: Nach der Niederlage bei Eintracht warten auf Alexander Jetscho und die Spvg. Versmold der SV Ubbedissen und der SV Häger als nächste Gegner. - © Foto: Marc Uthmann
Wochen der Wahrheit: Nach der Niederlage bei Eintracht warten auf Alexander Jetscho und die Spvg. Versmold der SV Ubbedissen und der SV Häger als nächste Gegner. (© Foto: Marc Uthmann)

Altkreis Halle. Die Saison ist noch jung. Gerade einmal drei Spieltage sind in der Fußball-Kreisliga A absolviert. Zeit genug also, um eventuelle Patzer zu korrigieren. So auch für Aufstiegskandidat Spvg. Versmold. Eine Klasse tiefer hadert Stadtrivale SG Oesterweg mit dem eigenen Auftakt.

Gefrustet: Oesterwegs Trainer Björn Mittendorf. - © Foto: Ralph Struck
Gefrustet: Oesterwegs Trainer Björn Mittendorf. (© Foto: Ralph Struck)

Obendrein steht noch gar nicht fest, ob das 1:2 der Spvg. Versmold beim TuS Eintracht überhaupt in die Kategorie Ausrutscher gehört. Denn wenn die Bielefelder ihren traditionellen Einbruch im Laufe der Saison vermeiden, können sie durchaus selbst ein Wort um den Aufstieg mitsprechen. Daher war es gar nicht die Niederlage selbst, die Versmolds Trainer Patrick van der Sanden zu denken gab.

Vielmehr die Art und Weise beunruhigte ihn. Seine Mannschaft hatte nach starken ersten 30 Minuten völlig den Faden verloren. „Dass man so einknickt, habe ich selten erlebt“, sagte van der Sanden. Erschwerend kam hinzu, dass die Versmolder aufgrund einer roten Karte gegen Eintracht ab der 43. Minute in Überzahl waren. Dennoch waren sie den Gastgebern laut van der Sanden „spielerisch und läuferisch unterlegen“ und kamen nach der Pause nicht mehr annähernd in den torgefährlichen Bereich. Für den akribisch buchführenden van der Sanden kommt dies nicht überraschend: „In der Vorbereitung hatten wir eine Trainingsbeteiligung von nur 59 Prozent. Das spiegelt sich jetzt wider“, sagte Versmolds Trainer, für den sich sein Team „in der zweiten Halbzeit aus dem Kreis der Spitzenmannschaften herauskatapultiert“ hat. Die Saison ist zwar noch jung, doch für die Fleischstädter beginnen die Wochen der Wahrheit diesmal früh. Denn in den kommenden beiden Wochen warten im SV Ubbedissen und SV Häger weitere schwere Gegner.

Oesterweg hinkt eigenen Ansprüchen hinterher

In der B-Liga hinkt die SG Oesterweg den eigenen Ansprüchen hinterher. „Das nennt man dann wohl einen klassischen Fehlstart“, stellte ein gefrusteter Trainer Björn Mittendorf nach der 3:5-Niederlage beim TuS Senne fest. Seine als Titelkandidat gehandelte Mannschaft holte aus den ersten drei Meisterschaftsspielen nur vier Punkte. Nach dem standesgemäßen 5:1-Auftaktsieg gegen den SC Babenhausen, musste sich die SG schon im Auswärtsspiel beim SV Brackwede mit einem 1:1 begnügen.

Bei der Niederlage in Senne erlebte besonders die Defensivabteilung einen rabenschwarzen Tag. „Seit ich Trainer in Oesterweg bin, haben wir noch nie fünf Gegentreffer in einem Spiel bekommen. Schlimm ist, dass fast alle Tore Geschenke waren“, ärgerte sich Mittendorf. Durch zwei individuelle Fehler lagen die Oesterweger bereits nach neun Spielminuten mit 0:2 hinten. Die Gäste gaben trotz der Hitze nicht auf und starteten nach der Pause eine Aufholjagd. Dreimal hintereinander gelang durch Michael Timpe (1:2) und Dave Beumker (2:3, 3:4) der Anschlusstreffer. Doch die Hausherren nutzten die Patzer der Mittendorf-Elf eiskalt aus und erzielten im zweiten Durchgang drei Tore. „Die Niederlage ist absolut unnötig, ich bin gespannt, wie meine Truppe darauf reagieren wird“, blickt Mittendorf gespannt dem Heimspiel gegen den VfL Ummeln II entgegen.

Weitaus dramatischer ist die Situation beim TFC Werther. Null Punkte, 27 Gegentore und vier Platzverweise heißt die enttäuschende Bilanz nach drei absolvierten Partien. Trainer Menderes Güngör sieht die Situation nach der 2:10-Derbyschlappe gegen den BV Werther II so: „Wenn wir so weiter machen, steigen wir ab.“ Sein Team hatte bis zur Halbzeitpause (2:3) recht ordentlich gespielt, doch nach zwei berechtigten Platzverweisen in Unterzahl ein Debakel erlebt. Güngör ist gefrustet: „Im Augenblick wird die Mannschaft von unseren rumänischen Zugängen zusammengehalten. Von einigen aus der Resttruppe bin ich dagegen sehr enttäuscht.“

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