Rückblick auf die Fußball-Kreisliga-A-Serie

Von Aufstiegsträumen und Abstiegsängsten

SVEN HAUHART

Führungsspieler: Versmolds André Grunwald (links) ging nicht nur im Spitzenspiel beim SC Hicret voran. - © Foto: Sven Hauhart
Führungsspieler: Versmolds André Grunwald (links) ging nicht nur im Spitzenspiel beim SC Hicret voran. (© Foto: Sven Hauhart)

Altkreis Halle . Ein knapp verpasster Aufstieg sowie ein knapp verhinderter Abstieg standen aus heimischer Sicht im Fokus der abgelaufenen Saison der Fußball-Kreisliga A. Während die Spvg. Versmold dank einer hervorragenden Rückrunde lange von der Bezirksliga träumen durfte, wurden die Verantwortlichen des TSV Amshausen angesichts des drohenden B-Liga-Szenarios wohl eher von Albträumen geplagt.

Spvg. Versmold

Bei acht Zählern Rückstand auf Spitzenreiter SC Hicret schien die Aufstiegsmesse für die Fleischstädter bereits zur Winterpause gelesen. Dank einer beeindruckenden Serie von sieben Siegen in Folge im neuen Jahr erklomm die Spvg. jedoch am 23. Spieltag den Spitzenplatz. Diesen mussten die Versmolder allerdings nur eine Woche später nach der unglücklichen 1:2-Niederlage im Spitzenspiel bei Hicret wieder räumen. Da die Bielefelder in der Folge nicht mehr patzten, blieb Versmold am Ende nur der sogenannte undankbare zweite Platz - mit dem Patrick van der Sanden allerdings gut leben kann: „Das Positive überwiegt. Die Mannschaft ist absolut homogen, identifiziert sich mit dem Verein und präsentiert diesen gut“, lobt Versmolds Trainer seine Spieler. Wäre nicht der nach dem Umbruch mit zehn Zu- und acht Abgängen holprige Saisonstart gewesen, hätte es zum großen Wurf reichen können. Besonders die drei Unentschieden gegen die späteren Absteiger Hillegossen, Wellensiek II und Jöllenbeck II schmerzten. „Die Mannschaft war da einfach noch nicht so weit“, sagt van der Sanden, dem bewusst ist, dass nach Platz vier in seinem ersten Jahr und nun Platz zwei „die Erwartungshaltung für die kommende Saison hoch ist“.

SC Peckeloh II

Seit dem Aufstieg im Jahr 2010 ist der siebte Rang die beste Platzierung einer SCP-Reserve im Kreisoberhaus. Gemessen an der starken Vorrunde, die die Peckeloher auf Rang vier beendeten, wäre mehr möglich gewesen. Christian Neu, der in der Winterpause Spielertrainer Aleksandar Vesovic ablöste, verfolgte jedoch ein anderes Konzept als sein Vorgänger, bei dem der Leistungsgedanke im Vordergrund stand. Allerdings zu Lasten der Einsatzzeiten der Nachwuchsspieler. Neu änderte dies mit dem Verweis darauf, dass „die Reserve eine Ausbildungsmannschaft ist, in der den A-Junioren Spielpraxis gegeben werden soll“. Als Resultat davon und weil die in der B-Liga abstiegsgefährdete Dritte unterstützt wurde, spielte die SCP-Reserve eine holprige Rückrunde. Neu ist sich jedoch sicher: „Die Erfahrung, die die jungen Spieler gesammelt haben, wird ihnen in der kommenden Saison zugute kommen“.

FC Türksport Steinhagen

Ziele erreicht: Burak Isik und der FC Türksport. - © Foto: Sven Hauhart
Ziele erreicht: Burak Isik und der FC Türksport. (© Foto: Sven Hauhart)

Im oftmals verflixten zweiten Jahr nach dem Aufstieg schaffte der FC Türksport souverän den Klassenerhalt. Und dies obwohl die Mannen vom Trainerduo Kemal Ayter und Ergün Deli mit 16 Punkten eine schlechte Rückrunde spielten. Dies war allerdings auch der Unterstützung für die Reserve geschuldet, die den Aufstieg in die B-Liga schaffte. „Wir sind für die Zweite viel Risiko gegangen. Aber am Ende hat es sich gelohnt und wir haben als kleiner Verein aus kleinen Brötchen viel gemacht“, freut sich Deli über eine insgesamt erfolgreiche Saison. Einziger Wermutstropfen ist die mit sieben roten und einer gelb-roten Karte deutlich zu hohe Anzahl an Platzverweisen. Zwar belegen die Steinhagener in der Fairnesstabelle nicht den letzten Platz – diesen unrühmlichen Rang nimmt der SC Peckeloh II ein – dennoch räumt Deli ein: „Das spricht nicht für uns und schadet uns nicht nur sportlich.“ Daher hofft Türksports Trainer, dass dieser Wert in der kommenden Saison wieder auf ein Normalmaß zurückgeht.

TSV Amshausen

Garant für den Klassenerhalt: Amshausens Krzysztof Swatko (links) hier im Duell mit Peckelohs Gino Rother. - © Foto: Sven Hauhart
Garant für den Klassenerhalt: Amshausens Krzysztof Swatko (links) hier im Duell mit Peckelohs Gino Rother. (© Foto: Sven Hauhart)

„Wir müssen in jedem Spiel bis an unsere Grenzen gehen, um konkurrenzfähig zu sein.“ Gebetsmühlenartig wiederholte Sven Weeke im Laufe der Saison diesen Satz. Erst spät wurde Amshausens Trainer von seiner Mannschaft erhört: Dank eines tollen Schlussspurtes entging der TSV knapp dem Abstieg und landete in der Rückrundentabelle noch auf einem beachtlichen sechsten Rang. Großen Anteil an dieser Entwicklung hatte neben dem auch in schlechten Phasen intakten Mannschaftsgeist die Rückkehr des über weite Strecken der Saison verletzten Krzysztof Swatko. Trotz der elf Treffer von Stürmer Ruben Westphal verfügte der TSV erst mit der Rückkehr des technisch beschlagenen Swatkos wieder über die nötige Durchschlagskraft. So verwunderte es nicht, dass Swatko und Westphal die Treffer beim vorentscheidenden 2:0-Erfolg in Altenhagen erzielten. Auch Torwart Marcel Hirschfeld – in der Vorsaison oftmals wackelig – war ein Garant für den am vorletzten Spieltag eingetüteten Klassenerhalt.

Ziele erreicht: Burak Isik und der FC Türksport. - © Foto: Sven Hauhart
Info

Mannschaft der Saison

Tor: Marcel Hirschfeld (TSV Amshausen)

Abwehr: Daniel Bota (Spvg. Versmold), Aleksandar Vesovic (SC Peckeloh II), Christian Klein (Spvg. Versmold), Serdar Fidan (FC Türksport Steinhagen).

Mittelfeld: Michael Zöllner (SC Peckeloh II), André Grunwald (Spvg. Versmold), Cemre Arslan (FC Türksport Steinhagen).

Angriff: Umut Sakir (Spvg. Versmold), Krzysztof Swatko (TSV Amshausen), Christoph Kohlrautz (Spvg. Versmold).

A-Liga-Torjäger

TSV Amshausen: Westphal (11), Swatko (6), Höhn (4), Zingler (4), P. Weber (4), Neumann (3), Safarabadi (3), Browarski (2), Chalupnizek (2), N. Weber (2), Engelhardt (2), Taranenko (1), Gehle (1), Eigentor (2).
SC Peckeloh II: Albert (9), Zöllner (6), Wacker (4), Wolter (4), Pixa (4), Isbrandt (4), Vesovic (3), Wietki (3), Wrede (3), Bulanov (2), Melhem (2), M. Jacobi (2), Parlar (1), Timpe (1), Dellbrügge (1), Torres Diaz (1), Göycali (1), Schnadwinkel (1), Le (1), L. Fahrenwald (1), Eigentor (1).
FC Türksport Steinhagen: Göcmen (10), C. Arslan (5), E. Topal (5), Yildirim (5), Deli (5), Kibar (4), Sakca (4), Solmaz (4), Isik (4), Hanisch (2), Sahan (2), Ayter (2), Tekes (1), Fidan (1), Eigentor (1).
Spvg. Versmold: Sakir (19), Grunwald (13), Kohlrautz (13), Biesler (10), Boltz (8), Bota (7), Martens (7), Klein (3), Gessat (3), Quander (3), P. Wolf (3), Rinderhagen (2), Tauchert (2), Niederwahrenbrock (1), Docampo (1), Peters (1), Eigentor (1).

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.