Christian Blankerts Saisonrückblick

Handball-Verbandsliga: Steinhagens Kapitän schaut zurück

Claus Meyer

Rückraumstratege: Christian Blankert sieht sich in dieser Szene aus dem Achtelfinale des deutschen Amateurpokals zwei Gegnern von Siebengebirge-Thomasberg gegenüber. - © Foto: Claus Meyer
Rückraumstratege: Christian Blankert sieht sich in dieser Szene aus dem Achtelfinale des deutschen Amateurpokals zwei Gegnern von Siebengebirge-Thomasberg gegenüber. (© Foto: Claus Meyer)

Steinhagen. Ein Rückblick auf die abgelaufene Verbandsligasaison beinhaltet für Christian Blankert auch eine Vorschau auf die kommende. 14 Jahre spielt er nun schon bei den Senioren Handball für die Spvg. Steinhagen. Ein Verbandsliga-Duell mit der TG Hörste hat es in dieser Zeit noch nicht gegeben. Am 31. Oktober ist Premiere, und Blankert freut sich schon.

„Es ist schön, dass Hörste den Aufstieg geschafft hat“, sagt er. „Das ist eine nette Truppe. Und es ist stark, was sie abreißen“, spart der erfahrene Rückraumspieler nicht mit Komplimenten für den Neuling. Die Verbundenheit mit der TG beschränkt sich bei Blankert nicht auf das Verbale. Für die Hörster Fußballer streift er in der Kreisliga B selbst das Trikot und die rote Hose über.

Ungleich größere Erfolge hat er allerdings mit dem etwas kleineren Ball vorzuweisen. In der Spielzeit 2014/15 kamen zwei Trophäen dazu – der Westfalenpokal im November, der Kreispokal im Januar. Nur knapp scheiterte die Spvg. anschließend im Achtelfinale des deutschen Amateurpokals in eigener Halle an Oberligist Siebengebirge-Thomasberg.

Info

Torschützen der Spvg.

Lukas Schulz             197/76
Christian Blankert      108/8
Kai Uhlemeyer             84
Jonas Maiwald             60
Jan Phillip Lindemann  58
Robin Kasper               56
Paul Blankert                31
Philipp Buhrmester       30/1
Joachim Vogel              29
Steffen Thiede             28
Thorben Rieks             26
Yannik Peperkorn        22/6
Mario Fleiter                20
Philipp Henselewski       9
Fabian Karnath             6
Dennis Freilich              3
Mikko Godejohann        2
Christoph Lewanzik       2
Tobias Wanning            1

„Die Hinrunde war richtig super“, sagt Blankert und nennt den Gewinn des Westfalenpokals als Höhepunkt einer Halbserie, in der die Mannschaft auch die Meisterschaftsspiele überwiegend überzeugend absolvierte und „ordentlich punktete“. Zumindest bis zum zehnten Spieltag am Nikolaustag war das so. „Das Hinspiel gegen Sundwig/Westig war schon cool“, nennt Blankert das herausragende Beispiel. Gegen den souveränen Meister und Aufsteiger gelang ein Unentschieden. Nach mehr als eineinhalb Jahre gaben die Sauerländer in einem Punktspiel wieder einen Zähler ab. „Da hat vieles gepasst. Wir haben ihnen die Grenzen aufgezeigt“, sagt Blankert rückblickend und mit Stolz in der Stimme.

Bruch vor Beginn der Rückrunde

Selbstverständlich sei diese starke Entwicklung nicht gewesen. Blankert erinnert an die Abgänge der Leistungsträger Christoph Lewanzik und Florian Haubrock, die lediglich noch in der Dritten der Spvg. auflaufen. Sie zu ersetzen, „das hat die Mannschaft super hingekriegt“.

Ein Bruch setzte kurz vor Beginn der Rückrunde ein. Nach dem Gewinn des Westfalenpokals sei es der Spvg. nicht mehr gelungen, „das Grundrepertoire mit Finesse zu paaren“. Dabei seien die Gegner durchaus nicht übermächtig gewesen. Eine Nuance an fehlender Konzentration habe aber oft schon ausgereicht, um als Verlierer vom Feld zu gehen. Fünf Mal in Folge – von Mitte März bis Ende April – blieb Steinhagen in der Verbandsliga ohne Punktgewinn. „Tiefpunkt war das Heimspiel gegen Verl“, sagt Blankert. 22:34 verlor Steinhagen die Partie. „Ohne Anstand“, so das Urteil von Trainer Stephan Neitzel damals.

Blankert erklärt die einzige Saisonniederlage in einem Kreisderby mit einem Motivationsproblem. „Verl hatte noch ein Ziel, wir nicht“, sagt der Spvg.-Kapitän. Der TV wurde anschließend hinter Sundwig Vizemeister, Steinhagen landete wie im Vorjahr auf Platz fünf. „Obwohl Verl ganz klar unsere Kragenweite ist“, sagt Blankert.

„Stephan Neitzel ist emotionaler als Frank Spannuth“

Die Saison 2014/15 war auch die Premiere von Stephan Neitzel als Steinhagener Trainer. „Er ist emotionaler als Frank“, nennt Blankert den Hauptunterschied zu seinem Vorgänger, „Taktikfuchs“ Frank Spannuth. „Er kann sehr gut mit jungen Spielern umgehen und jedem Einzelnen den Kick geben“, beschreibt Blankert Neitzels Motivationskunst. Den Umbruch, der sich durch die Abgänge von Leistungsträgern wie Haubrock, Lewanzik oder auch Torwart Sebastian Noak ergeben habe, in die Wege geleitet zu haben: „Das ist Stephans Verdienst.“

Einfacher werde die Aufgabe in der kommenden Spielzeit nicht, ist Blankert überzeugt. „Der Umbruch ist noch größer als in dieser Saison“, sagt der Kapitän mit Verweis auf die Abgänge von Lukas Schulz, Jan Phillip Lindemann oder der langjährigen Steinhagener Instanz Steffen Thiede. Die Wiederholung des fünften Tabellenplatzes wäre da schon ein Erfolg. „Ich bin nicht pessimistisch – aber realistisch“, sagt Blankert.

Er selbst wird wieder ab September seinen Beitrag leisten im Rückraum der Spvg., wird wieder „Spiritus Rector“ des Steinhagener Spiels sein, wie es Ex-Bundesligaspieler Diethard von Boenigk einmal gesagt hat. Blankert sieht sich als Lenker, der in jüngster Vergangenheit an Gelassenheit gewonnen hat. Seit acht Monaten ist er Vater der kleinen Edda. „Den Schlafmangel hat man mir manchmal angemerkt“, sagt er. Auf der anderen Seite relativierten sich einige Dinge. „Ich bin ja ein ziemliches Zisselmännchen“ beschreibt Blankert seine Emotionalität auf dem Platz: „Eine Schiedsrichterentscheidung zu akzeptieren, fällt mir aber leichter als noch vor drei Jahren.“

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