Generationenkonflikt bei Peckeloh II

Fussball-Kreisliga: Halle hat Aufstieg in eigener Hand

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Altkreis Halle. Bei Fußball-A-Ligist SC Peckeloh II läuft es nach dem Trainerwechsel im Winter nicht mehr rund. War die SCP-Reserve unter Aleksandar Vesovic noch punktgleich mit der Spvg. Versmold, so beträgt der Abstand auf den Ortsrivalen unter Nachfolger Christian Neu mittlerweile 16 Zähler. Die Schuld – wie vielfach üblich – allein beim Trainer zu suchen, würde in diesem Fall wohl deutlich zu kurz greifen. In der B-Liga bleibt das Titelrennen auch nach dem Gipfeltreffen der beiden führenden Mannschaften spannend.

Wieder mehr vorangehen: Der Peckeloher Ex-Kapitän Patrick Isbrandt (rechts) im Zweikampf mit Mehmet Solmaz. - © Foto: Sven Hauhart
Wieder mehr vorangehen: Der Peckeloher Ex-Kapitän Patrick Isbrandt (rechts) im Zweikampf mit Mehmet Solmaz. (© Foto: Sven Hauhart)

Erstaunlich chancenlos präsentierte sich Peckeloh II beim 0:4 in Steinhagen. Dabei kamen beim gastgebenden FC Türksport drei Spieler zum Einsatz, die direkt zuvor noch beim 3:2-Sieg der C-Liga-Reserve im Spitzenspiel gegen Español Versmold auf dem Platz gestanden hatten. „Man hat gesehen, dass uns die taktische Cleverness gefehlt hat. Gerade auf den Außenbahnen hat sich die Unerfahrenheit bemerkbar gemacht“, sagte Neu. Die ersten drei Gegentore fielen in der Tat jeweils nach Fehlern auf den von den Nachwuchsspielern besetzten Außenpositionen.

Fehler gehören allerdings zum Entwicklungsprozess junger Spieler dazu und dürfen ihnen deshalb nicht verübelt werden. Umso auffälliger war deshalb das Verhalten der erfahreneren Akteure wie Michael Zöllner, Julian Dellbrügge, Adalbert Wietki oder auch Patrick Isbrandt. Ein Teil der Älteren ließ jegliche positive Körpersprache vermissen und ergab sich kampf- und lautlos, ein anderer Teil hingegen haderte fortwährend mit den Unzulänglichkeiten der jungen Leute. Auf diesen von außen deutlich erkennbaren Generationenkonflikt angesprochen, reagierte Neu diplomatisch: „Ich würde mir schon wünschen, dass die erfahreneren Spieler die jüngeren mehr führen.“

Nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Verfolger SC Bielefeld II geht B-Liga-Tabellenführer SC Halle mit vier Punkten Vorsprung in die letzten fünf Spiele. Die Partie am Sonntag begann ohne langes Abtasten, beide Mannschaften agierten mit großem Kämpferherz und hoher Laufbereitschaft. Darunter litt zwar oft die spielerische Komponente, doch Schönspielerei war an diesem Tag ohnehin nicht angesagt.

Gäste bei Standards brandgefährlich

Die teilweise hochgewachsenen Gäste waren vor allem bei Standardsituationen brandgefährlich. Halles Trainer Peter Mannek sorgte bei den Zuschauern für ein Schmunzeln, als er seine Elf vor einem Freistoß für den Gegner lautstark warnte: „Passt auf, da kommt jetzt viel Langes nach vorne.“

Trotz Unterzahl – Ekrem Topal wurde nach 78 Minuten mit »Gelb-Rot« vom Platz gestellt – drehten die Haller in der Schlussphase beim Stand von 1:1 auf. „Man konnte die Jungs in dieser Phase gar nicht bremsen, sie wollten unbedingt das Spiel gewinnen“, stellte Mannek hinterher fest. Da Patrick Kaliwoda und Amadeus Wakan ihre Torchancen nicht nutzten, blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden. „Die Jungs saßen total unzufrieden in der Kabine, sie wollten heute unbedingt eine Vorentscheidung im Titelkampf herbeiführen“, berichtete Mannek. Er selbst blieb entspannt: „Wir haben unseren Vorsprung gehalten und können es nach wie vor aus eigener Kraft schaffen.“

Allerdings will er sich nicht an Hochrechnungen beteiligen und weiter nur von Spiel zu Spiel denken: „Das klingt vielleicht langweilig, aber wenn man sieht, dass der seit Wochen sieglose SV Häger II gegen die eigentlich in Topform spielende SG Oesterweg gewinnt, bestätigt das meine These, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann.“ Zu seinem nächsten Spiel tritt der SC Halle übrigens am Sonntag bei Häger II an.

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