SozialesWüst: Integrationsprobleme nicht nur bei Migranten

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Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht in der Landespressekonferenz. - © Rolf Vennenbernd/dpa
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht in der Landespressekonferenz. © Rolf Vennenbernd/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sieht Integrationsprobleme in Deutschland nicht auf Menschen mit Migrationshintergrund beschränkt. Das Phänomen der Respektlosigkeit von Kindern gegenüber Lehrkräften sei zum Beispiel nicht nur auf einen Personenkreis begrenzt, sagte Wüst am Dienstag in Düsseldorf. Der CDU-Politiker reagierte damit auf Äußerungen des CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz über «kleine Paschas» in Zusammenhang mit der Migrationsdebatte.

Integrations- und Sozialisationsprobleme bezögen sich auf ganz unterschiedliche Gruppen, betonte der CDU-Politiker Wüst. Das gelte für alle Gewaltphänomene, etwa auch bei Fußball-Hooligans oder bei Demonstrationen sowie auch in der Silvesternacht.

Die Lösung für die Gewalt in der Silvesternacht sei nicht ein Böllerverbot, und es sei auch nicht richtig, nun eine Ausländer- oder Integrationsdebatte zu führen, sagte der CDU-Politiker. Vielmehr müsse die Polizei so ausgestattet werden, dass sie in der Lage sei, Straftäter aus einer größeren Gruppe heraus dingfest zu machen - etwa mit Hilfe von Drohnen- oder Bodycam-Aufnahmen.

Dennoch gebe es auch Integrationsaufgaben. Dass Kinder in der Grundschule nicht in der Lage seien, Deutsch zu verstehen, habe auch damit zu tun, dass sie schon vorher nicht ausreichend gefördert worden seien, so Wüst. Es bringe überhaupt nichts zu sagen, Kinder hätten «diesen oder jenen Hintergrund», sagte er. «Das sind unsere Kinder», betonte Wüst. «Diese Kinder sind unsere Zukunft, eine andere haben wir nicht.»

Im Kontext der Krawalle in der Silvesternacht hatte der CDU-Bundesvorsitzende Merz in der Talkshow «Markus Lanz» über den Umgang mit Lehrerinnen und Lehrern gesagt: «Und dann wollen sie diese Kinder zur Ordnung rufen, und die Folge ist, dass die Väter in den Schulen erscheinen und sich das verbitten. Insbesondere, wenn es sich um Lehrerinnen handelt, dass sie ihre Söhne, die kleinen Paschas, da mal etwas zurechtweisen.»

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