WirtschaftWo das verfügbare Einkommen in OWL am höchsten ist

Die Menschen in OWL haben zumeist gute Einkommen. Das haben Statistiker des Landes errechnet. Doch nicht nur die Inflation droht den Wohlstand zu gefährden.

Matthias Bungeroth

Die verfügbaren Einkommen in OWL sind bislang noch recht gut. Doch die Risiken für den Wohlstand mehren sich. - © Symbolbild: Pixabay
Die verfügbaren Einkommen in OWL sind bislang noch recht gut. Doch die Risiken für den Wohlstand mehren sich. © Symbolbild: Pixabay

Bielefeld. Rechnerisch hatte 2020 jeder Einwohner Nordrhein-Westfalens ein verfügbares Einkommen in Höhe von 23.201 Euro. Das teilt der Statistikbetrieb des Landes, IT NRW, mit. Auch in Ostwestfalen-Lippe wird im Durchschnitt gut verdient. Spitzenreiter in OWL sind Porta-Westfalica (28.279 Euro) und Oerlinghausen (28.256), die unter den knapp 400 NRW-Kommunen die Plätze 17 und 18 belegen.

Die Großstädte Gütersloh (24.712), Bielefeld (22.701) und Paderborn (21.567) rangieren im dichten Mittelfeld auf den Plätzen 134, 299 und 347. Schlusslicht ist Augustdorf mit 19.129 Euro auf Platz 386. „OWL ist einfach wirtschaftsstark“, kommentiert Anke Unger, Geschäftsführerin des DGB in OWL, diese Zahlen. Sie warnt aber zugleich davor, dass der Wohlstand durchaus gefährdet sei.

"Die Menschen werden immer weniger Geld zur Verfügung haben"

„Wenn man sich die Situation genau anschaut, haben wir auch Verluste beim Einkommen, gerade aufgrund der Inflation“, sagt die Gewerkschaftschefin. Daraus schließt Unger: „Demnach werden die Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben. Das macht uns als Gewerkschaften schon Sorge.“ Unger verweist auf eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in Hannover vom Juni, wonach in NRW nur 57 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen von einem Tarifvertrag profitieren.

Deshalb misst die DGB-Chefin den begonnenen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie große Bedeutung bei, die eine führende Branche in OWL sei. Die IG Metall habe eine Lohnerhöhung von acht Prozent gefordert, die Arbeitgeber hätten bislang kein Angebot vorgelegt. „Das wird spannend“, sagt Unger voraus. Letztlich müsse man auch einen Streik in Erwägung ziehen, wenn es in den Verhandlungen keine Bewegung geben sollte.

Unger räumt ein, dass die Tarifpolitik alleine nicht alle Risiken der gegenwärtigen Inflationslage kompensieren könne. „Da muss die Politik ran.“ Einmalzahlungen reichten hier nicht aus. Unter dem verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen verstehen Statistiker die Einkommenssumme der privaten Haushalte abzüglich Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich empfangener Sozialleistungen.

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