AbschiedAnteilnahme bei Trauerfeier erschossenen Jugendlichen

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Der Sarg des 16-Jährigen, der nach Schüssen der Polizei gestorben ist, wird in der Abu Bakr Moschee von trauernden Menschen getragen. © Roberto Pfeil/dpa

Hunderte Menschen haben am Freitag bei einer Trauerfeier in einer Dortmunder Moschee des in der Stadt von der Polizei erschossenen 16-Jährigen gedacht. Vertreter der muslimischen und afrikanischen Gemeinde in der Stadt forderten Aufklärung, warnten aber auch vor Vorverurteilungen. An der Feier nahmen auch Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche teil.

«Der Sachverhalt muss aufgeklärt werden», sagte Ahmad Aweimer, der Sprecher des Rates der muslimischen Gemeinde in Dortmund, stellte aber klar: «Wir verbieten uns jede Schuldzuweisung.» Wichtig sei nun der Zusammenhalt in der Stadt. «Die Tatsache, dass wir heute alle zusammenstehen, zeigt das eindeutig.»

Der 16-Jährige habe auf der Flucht alles verloren: seinen Vater, seine Mutter und seinen Bruder, sagte Oberbürgermeister Westphal. «Was für eine schwere Schicksalssituation für einen solchen jungen Mann.» Er betonte aber, dass der Rechtsstaat alles tue, um aufzuklären. Man dürfe andere nicht vorverurteilen.

Der Jugendliche aus dem Senegal war laut der Stadt wohl im April nach Deutschland gekommen, in Dortmund war er erst seit Anfang August. Er wurde von einem Polizisten mit einer Maschinenpistole erschossen, nachdem er Beamte mit einem Messer angegriffen haben soll.

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