Stabstelle InterventionErzbistum Köln bittet mögliche Missbrauchsopfer um Mithilfe

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Wolken ziehen am Dom vorbei. © Oliver Berg/dpa/Archivbild

Im Fall eines 2019 verstorbenen Pfarrers bittet das Erzbistum Köln mögliche Opfer von sexuellem Missbrauch um Mithilfe. Der Stabstelle Intervention liegen Meldungen zu dem Priester vor, wie das Erzbistum am Mittwoch mitteilte. Das Bistum hofft jetzt, dass weitere Betroffene sich äußern. Der Beschuldigte war unter anderem von 2000 bis 2010 Präsident des Kindermissionswerks der Sternsinger in Aachen.

Laut Mitteilung des Erzbistums hatte der verstorbene Kardinal Joachim Meisner den Pfarrer im Ruhestand bereits verwarnt, ihm eine Geldstrafe auferlegt und angewiesen, dass er keinen Kontakt mit Minderjährigen ohne Erwachsene haben dürfe. Er wurde beschuldigt, einen schutzbedürftigen Erwachsenen sexuell missbraucht zu haben. Das Opfer hatte sich 2012 an das Erzbistum gewandt und der Fall wurde an Rom gemeldet. Nicht zu klären war, ob das Opfer zum Tatzeitpunkt 18 Jahre oder jünger war.

Gesucht werden jetzt mögliche weitere Opfer des Pfarrers aus der Zeit von 1966 bis 1971 in Euskirchen, 1971 bis 1972 in Bonn, 1972 bis 1989 in der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg, 1972 bis 1989 als Diözesanjugendseelsorger, 1977 bis 1983 als Referent im Jugendhaus Düsseldorf, 1989 bis 2000 in einer Gemeinde in Kaarst, 2000 bis 2010 als Präsident des Kindermissionswerkes der Sternsinger in Aachen und von 2010 bis 2012 als Seelsorger in Prag.

Das Kindermissionswerk der Sternsinger schloss sich am Abend dem Aufruf des Erzbistums an. «Auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der Missbrauchsfall ein großer Schock. Insbesondere für diejenigen, die mit dem 2019 verstorbenen Pfarrer P. in seiner Zeit als Präsident des Kindermissionswerks von 2000 bis 2010 zusammengearbeitet haben. Wir rufen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, aktiv zur Aufklärung und Aufarbeitung beizutragen», hieß es in einer Stellungnahme.

Die Opfer können sich an externe Ansprechpartner wenden, darunter an die Psychologin Tatjana Siepe und den ehemaligen Kripobeamten und psychologischen Berater Peter Binot.

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