NRWKinderschutzbund gegen anlasslose Kontrolle von Chats

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Eine Person sitzt vor einem Laptop und hält ein Handy in der Hand. © Zacharie Scheurer/dpa-tmn/Symbolbild

Der Deutsche Kinderschutzbund hat sich mit einer Ausnahme für das EU-Konzept zum Kampf gegen Kinderpornografie und Kindesmissbrauch ausgesprochen: «Die anlasslose Kontrolle der Chat-Kommunikation lehnen wir ab», sagte Vorstandsmitglied Joachim Türk am Freitag. Diese Kommunikation müsse auch für Kinder und Jugendliche vertraulich bleiben.

Außerdem werde das strafbare Material nicht über diese Chats getauscht. Es liege auf den Servern der Plattformen. Daher sei man dafür, die Betreiber in die Pflicht zu nehmen und die Plattformen auch anlasslos zu scannen. «Fast jeder Akt der Gewalt gegen Kinder hat eine digitale Komponente, die Bekämpfung braucht das daher auch», sagte Türk. Daher begrüße der Kinderschutzbund die Vorschläge der EU-Kommission zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Kinder.

Der Kinderschutzbund sprach sich auch dafür aus, die Speicherfrist für die IP-Adressen zu verlängern. Als Kompromiss im Streit um die Vorratsdatenspeicherung könnte das Quick-Freeze-Verfahren sinnvoll sein, sagte Türk: Sobald ein Provider einen Verdacht meldet, könnten IP- und Nutzeradresse eingefroren und damit gesichert werden. So könne verhindert werden, dass sich die Verbindung zum Verdächtigen nicht mehr herstellen lässt, wenn die Polizei danach fragt.

Zudem sollten die Chat-Bereiche von Computerspielen, in denen sich Kinder und Jugendliche als Gamer aufhalten, von geschulten Moderatoren moderiert werden, weil sich in diesen virtuellen Räumen Pädo-Kriminelle an Kinder heranpirschen.

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