NRWToter Säugling: Ermittlungen werden eingestellt

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An der Tür von einem Streifenwagen steht der Schriftzug «Polizei». © David Inderlied/dpa/Illustration

Die Ermittlungen gegen die Mutter eines Anfang Februar tot gefundenen Säuglings in Köln sollen eingestellt werden. Gegen die 37-Jährige bestehe kein dringender Tatverdacht mehr wegen Totschlags durch Unterlassen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Die Beschuldigte sei aus dem psychiatrischen Krankenhaus entlassen worden, in dem sie auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorläufig untergebracht war.

Der Säugling war im Kölner Stadtteil Riehl am Rheinufer gefunden worden. Die wohnungslose Mutter hatte den noch lebenden Neugeborenen dort auf einer notdürftig eingerichteten Schlafstätte abgelegt.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass der Junge unter schwerer Hypoxie - reduzierter Sauerstoffversorgung - litt und ohne sofortige intensivmedizinische Behandlung keine Überlebenschance hatte. Diese Notsituation sei für die Beschuldigte als medizinische Laiin nicht erkennbar gewesen. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Unterdessen sucht die Polizei weiter nach der unbekannten Mutter eines Neugeborenen, dessen Leiche am Montag in einer Unterkunft für ukrainische Geflüchtete auf dem Kölner Messegelände gefunden worden war. Reinigungskräfte hatten das tote Baby in einer Toilettenkabine entdeckt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war es dort hinter einer Deckenplatte versteckt, so dass es erst nach mehreren Tagen gefunden wurde.

Die Obduktion habe nicht eindeutig ergeben, ob das Kind nach der Geburt noch lebte. Weitere rechtsmedizinische Untersuchungen sollen darüber Aufschluss geben.

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