NRWMeister wie Master - FDP will Fachkräftemangel bekämpfen

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Ein Arbeiter führt auf einer Baustelle Schweißarbeiten an einer Brücke aus. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Wenige Tage vor der Landtagswahl am Sonntag hat die nordrhein-westfälische FDP Vorschläge zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Handwerk vorgelegt. Im Kern zielt der Plan auf eine Gleichwertigkeit von beruflicher Ausbildung und akademischem Studium. «Ein Meister muss aber genauso viel wert sein wie ein Master», heißt es in dem Neun-Punkte-Plan von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Familien- und Flüchtlingsminister Joachim Stamp. Das wollen die Liberalen auch in der Landesverfassung verankern. Zuerst hatte die «Rheinische Post» (Mittwoch) darüber berichtet.

Beim Umbau der Wirtschaft zur Klimaneutralität werde keine Branche so dringend benötigt wie das Handwerk. «In Nordrhein-Westfalen müssen in den kommenden Jahren Millionen von Heizungsanlagen modernisiert oder ausgetauscht werden, Hunderttausende Solaranlagen zusätzlich installiert und ebenso viele Wohnhäuser energetisch saniert oder neugebaut werden», schreiben die FDP-Politiker. Das Handwerk gehe aktuell von 65 000 fehlenden Fachkräften aus. Mit Blick auf die Klimaschutzziele könnte der Bedarf aber auch weit größer sein.

Die FDP fordert die Stärkung mittlerer Schulabschlüsse und ein Investitionsprogramm für Haupt-, Real- und Sekundarschulen. Damit soll mehr Personal gewonnen und die Ausstattung der Schulen modernisiert werden. Der Einstieg in eine Ausbildung soll auch in Teilzeit ermöglicht werden. Zudem wollen die Liberalen die Bereiche Berufsausbildung und Studium wechselseitig durchlässiger machen.

Mit der Gründung des ersten rein digitalen Fernausbildungszentrums in NRW soll die Berufsschule besonders bei seltenen Berufen ortsunabhängig absolviert werden können. Zugleich fordert die FDP den Ausbau preisgünstiger Wohnheimplätze für Azubis und die Möglichkeit für Auslandsaufenthalte.

Umfragen zufolge liegt die FDP derzeit bei etwa sieben bis acht Prozent. Eine Fortsetzung der seit 2017 amtierenden CDU/FDP-Koalition gilt den Umfragen zufolge als kaum wahrscheinlich.

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