NRWDOSB-Präsident zu Champions-League-Urteil: «Kontraproduktiv»

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Thomas Weikert spricht bei einer Ehrung von Bundeswehrsportlerinnen und -sportlern. © Christoph Soeder/dpa/Archivbild

Der frühere Tischtennis-Weltverbandspräsident Thomas Weikert hält die mögliche weitere Zulassung russischer und belarussischer Vereine zur Champions League für höchst problematisch. «Das würde Löcher in den Sport reißen und wäre kontraproduktiv», sagte der Jurist und heutige Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er hoffe, dass der europäischen Tischtennis-Verbandes ETTU ein entsprechendes Urteil seines Sportgerichts vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anfechten wird.

Nach dem Spruch des «Board of Appeal» der ETTU dürfen russische und belarussische Nationalmannschaften, nicht aber russische und belarussische Clubteams von internationalen Wettbewerben suspendiert werden. Die ETTU-Führung hatte als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine alle russischen und belarussischen Teams von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen.

Betroffen sind davon die beiden Champions-League-Halbfinalisten aus Orenburg und Jekaterinburg: Denn Titelverteidiger Borussia Düsseldorf wurde am 3. März nach dem eigenen Halbfinal-Erfolg gegen den Bundesligisten 1. FC Saarbrücken zum Champions-League-Sieger erklärt. Die beiden russischen Clubs und auch der Tischtennis-Verband Landes hatten gegen diese Entscheidung Einspruch beim Sportgericht der ETTU eingelegt und zumindest teilweise Recht bekommen. Die Düsseldorfer haben bereits erklärt, bei einer möglichen Neuansetzung des Finals gegen Orenburg oder Jekaterinburg nicht antreten zu wollen.

Die ETTU-Führung berät noch über mögliche Konsequenzen aus dem Urteil wie eine Annullierung der Champions-League-Saison oder einen Gang vor den CAS. «Rein juristisch wird es sehr schwierig werden», sagte Weikert.

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