NRWWohlhabende Männer über Sexportal in die Falle gelockt

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Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. © Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Nach einer Raub- und Diebstahlsserie muss sich eine 17-Jährige aus Essen seit Dienstag vor Gericht verantworten. Die Schülerin soll über ein Sexportal Kontakt zu wohlhabenden Männern aufgenommen haben, die anschließend ausgeplündert wurden. Seit Dienstag beschäftigt der Fall das Essener Landgericht. Angeklagt sind zwei Männer und zwei Frauen. Die Beute soll sich auf Schmuck und Bargeld im Wert von über 120.000 Euro belaufen.

Die 17-Jährige nannte sich «Bunny» oder «Barbie», die Opfer waren völlig ahnungslos. Im Mai 2021 sollen es die Angeklagten auf einen Mann in Bergisch-Gladbach abgesehen haben. Laut Anklage bekam er gar nicht mit, dass sein kompletter Tresor während des Dates mit der 17-Jährigen und deren mitangeklagter 22-jähriger Freundin leergeräumt wurde. Die Beute: ein Brillantring im Wert von 50.000 Euro, Rolexuhren, Goldbarren und Münzen, dazu Bargeld und mehr.

Bei einer zweiten Tat wurde massive Gewalt angewendet. Diesmal war das Opfer ein Versicherungsmakler aus Essen. Er wurde laut Anklage geschlagen, an einen Stuhl gefesselt und mit einem Messer bedroht. Beute wurde hier jedoch kaum gemacht: 80 Euro Bargeld und ein Handy.

Zum Prozessauftakt hat die 17-Jährige ein Geständnis abgelegt - genau wie die beiden mitangeklagten Männer. Der Gewaltausbruch in Essen sei jedoch nicht geplant gewesen. «Eigentlich wollten wir den Mann nur schlagen und erpressen», sagte einer von ihnen. «Weil er sich mit einer Minderjährigen getroffen hat.»

Von der Beute haben sich die Angeklagten nach eigenen Angaben ein schönes Leben gemacht. Im Prozess war von Shoppingtouren, Restaurantbesuchen und Hotelaufenthalten die Rede. Einer der Männer soll sich außerdem einen Porsche gekauft haben.

Das Essener Landgericht hat für den Prozess noch drei Verhandlungstage bis zum 11. Mai vorgesehen.

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