Zwischen Weser und RheinAppel verteidigt Kandidatur für Telekom-Aufsichtsratsvorsitz

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Postchef Frank Appel hat seine umstrittene Kandidatur für den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Telekom verteidigt. Appel sagte am Donnerstag auf der Telekom-Hauptversammlung in Bonn, er werde in Kürze einen Teil seiner Aufgaben bei der Post abgeben, um genug Zeit für sein Aufsichtsratsmandat bei der Telekom zu haben. Außerdem habe er in der Vergangenheit schon mehrfach ähnliche Doppelbelastungen bewältigt - etwa als er in der Finanzkrise gleichzeitig Postchef und Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank gewesen sei.

Der 60-jährige Appel will gut ein Jahr lang eine Doppelfunktion wahrnehmen und auf dem Chefsessel der Post bleiben und zugleich an der Spitze des Telekom-Aufsichtsrats stehen. Das hatte ihm Kritik von einigen Aktionärsvertretern eingebracht, die vor einer zeitlichen Überbelastung Appels warnen. Zudem verweisen sie darauf, dass ein Regelwerk zur guten Unternehmensführung von so einer Doppelfunktion abrät.

Der scheidende Telekom-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner verteidigte auf der Hauptversammlung die geplante Berufung Appels. Der Postchef sei «eine außerordentlich qualifizierte Besetzung» für den Posten. «Verfügbare Kandidaten dieses Kalibers sind rar.» Der deutsche Corporate-Governance-Kodex lasse außerdem in Ausnahmefällen eine solche Lösung zu. Die Entscheidung für Appel sei vernünftig und richtig.

Trotz der kritischen Wortmeldungen etwa von der Fondsgesellschaft Deka dürfte Appel auf der Hauptversammlung eine deutliche Mehrheit bekommen. Denn selbst die Kritiker räumen ein, dass seine Kompetenz unbestritten ist.

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