Zwischen Weser und RheinAirport Düsseldorf ist im Aufwind

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Nach einer verlustreichen Corona-Flaute rechnet der Düsseldorfer Flughafen in den kommenden Monaten mit deutlich mehr Passagieren, das Vor-Corona-Niveau aber bleibt noch weit entfernt. Derzeit liege das Verkehrsaufkommen im Vergleich zu 2019 bei knapp 50 Prozent, sagte Airport-Chef Thomas Schnalke am Mittwoch in Düsseldorf. «Das ist eine Situation, die alles andere als lukrativ ist und nicht wirklich Spaß macht.»

In den Osterferien werde die Auslastung wohl auf 60 Prozent klettern und in den Sommerferien bei 70 bis 75 Prozent liegen. Das sei eine vielversprechende Perspektive. Die Reiselust sei groß. «Die Menschen wollen wieder Urlaub machen, das beginnt zu Ostern und verstärkt sich in den Sommerferien.» Schnalke betonte allerdings, dass diese Prognose unter dem Vorbehalt möglicher Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Branche stehe. «Im Moment ist es nicht wirklich sichtbar, dass es Einflüsse haben wird.»

Der Düsseldorfer Flughafen, der vor Köln/Bonn der passagierstärkste Airport in NRW ist, hat zwei schwierige Jahre hinter sich. Am Mittwoch publizierte der Airport seinen Geschäftsbericht für 2021, demzufolge das Unternehmen bei einem Jahresumsatz von 244,7 Millionen Euro ein Fehlbetrag von 40 Millionen Euro hinnehmen musste. Im ersten Corona-Jahr 2020 war der Verlust mehr als drei Mal so hoch gewesen (minus 125,3 Millionen Euro), 2019 - also vor der Pandemie - war noch ein satter Gewinn erzielt worden (plus 57,1 Millionen Euro).

Finanzchef Lars Mosdorf sagte, man rechne auch dieses Jahr mit einem Verlust, dieser werde aber relativ gering ausfallen. «2022 wird wirtschaftlich noch mal ein schwieriges Jahr.» Dass der Verlust zuletzt stark reduziert werden konnte, liegt unter anderem an einem harten Sparkurs samt Personalabbau. Hilfreich waren zudem staatliche Finanzhilfen und Erlöse aus Grundstücksverkäufen.

Die Passagierzahlen verdeutlichen den tiefen Fall des Airports: 2019 registrierte der Airport 25,5 Millionen Fluggäste und feierte das erfolgreichste Jahr seiner Firmengeschichte. 2020 brach die Passagierzahl auf 6,6 Millionen ein, 2021 waren es 7,9 Millionen - es ging also aufwärts, der Abstand zum Vor-Corona-Niveau war aber noch riesig.

Mit Blick auf Kostensenkungen und andere Maßnahmen sagte Finanzchef Mosdorf, dass man «heute wirtschaftlich sehr zuversichtlich nach vorne blicken» könne. Trotz der Sparmaßnahmen habe man «das Unternehmen nicht auf Verschleiß gefahren», sondern weiter investiert. Im Jahr 2023 rechnet Mosdorf man mit einer «nachhaltigen Ergebnisverbesserung in Höhe von 57 Millionen Euro».

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