Zwischen Weser und RheinEon unterstützt Forderung nach längerem Betrieb von AKWs

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Das Logo des Energiekonzerns Eon auf der Fassade der Unternehmenszentrale in Essen. © Mona Wenisch/dpa/Symbolbild

Der Energiekonzern Eon hat seine Position zum Atomausstieg präzisiert und unterstützt eine Verbandsforderung zum längeren Betrieb von Atomkraftwerken. In der Debatte um Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken betont das Unternehmen zwar: «Die Bundesregierung hat jüngst entschieden, dass das Thema nicht weiter verfolgt wird. Damit ist es auch für Eon vom Tisch», wie ein Konzernsprecher am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur betonte.

Gleichzeitig bestätigte eine Sprecherin der Eon-Tochtergesellschaft Preussenelektra der dpa jedoch Aussagen in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Magazins «Spiegel». Demnach trage man einen Offenen Brief des Branchenverbandes Kerntechnik Deutschland (ehemals: Deutsches Atomforum) an Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) «inhaltlich mit». In dem Brief spricht sich der Verband vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine für einen «Weiterbetrieb von Kernkraftwerken zur Energiesicherung» aus. Preussenelektra betreibt mit «Isar 2» eines der drei verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland.

Um in einer weiter eskalierenden Situation als Folge des Krieges gewappnet zu sein, müssten alle verfügbaren Energiequellen genutzt werden, hieß es in dem Brief, der auf den 21. März datiert ist. «Bei der Stromversorgung sind dies auch zweifelsohne deutsche Kernkraftwerke», die mit ihrer Erzeugung einen nicht unerheblichen Teil des Grundlastbedarfs decken könnten. In Deutschland sind insgesamt noch drei Atomkraftwerke am Netz. Sie sollen den bisherigen Planungen zufolge am Jahresende abgeschaltet werden.

Die Bundesministerien für Wirtschaft und Umwelt hatten Anfang März in einem Prüfvermerk Abstand von längeren Laufzeiten der drei Anlagen genommen. Eine Verlängerung der Laufzeiten könnte nur einen sehr begrenzten Beitrag zur Lösung des Problems leisten, und dies zu sehr hohen wirtschaftlichen Kosten sowie verfassungsrechtlichen und sicherheitstechnischen Risiken, hieß es darin.

Die Preussenelektra-Sprecherin betonte, dass das Unternehmen Anfang März vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs, «und nur in dieser außerordentlichen Situation», Gesprächsbereitschaft signalisiert habe. Es sei darum gegangen, zu prüfen, unter welchen Rahmenbedingungen eine verlängerte Nutzung von Isar 2 möglich wäre, «sofern dies seitens der Bundesregierung ausdrücklich gewünscht» sei.

Mitglieder des Branchenverbandes «Kerntechnik Deutschland» sind nach eigenen Angaben Unternehmen und Organisationen aus allen Anwendungsfeldern der Atomkraft-Technik. Preussenelektra ist eine 100-prozentige Eon-Tochtergesellschaft und zu 75 Prozent Gesellschafterin des Kraftwerks Isar 2. Die übrigen 25 Prozent gehören den Stadtwerken München.

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