Zwischen Weser und RheinMann mit Schere und Schlägen getötet: Elf Jahre Haft

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Eine Darstellung der Göttin Justitia. © Carsten Koall/dpa/Symbolbild

Das Landgericht Mönchengladbach hat am Dienstag einen 29 Jahre alten Mann wegen Totschlags zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte in dem Prozess gestanden, seinen 40-jährigen Bekannten getötet zu haben. Die bereits stark verweste Leiche des Mannes war vor knapp einem Jahr in einem 90-Parteien-Wohnblock in Mönchengladbach entdeckt worden. Zuvor hatten Nachbarn sich über den Geruch im Flur beschwert.

Die Richter waren davon überzeugt, dass der Angeklagte nach gemeinsamem Drogenkonsum mit einem Stuhl und einer Flasche auf seinen Bekannten eingeschlagen und 16 Mal mit einer Schere zugestochen hatte. «Ein konkretes Motiv haben wir allerdings nicht finden können», sagte der Richter nach mehr als fünf Monaten Prozessdauer. Angeklagt war der Fall als Mord aus Habgier. Jedoch hatte das Gericht schon zu Prozessbeginn darauf hingewiesen, dass es dafür keine Hinweise gebe.

Der angeklagte Syrer hatte zuletzt behauptet, er habe in Notwehr gehandelt. Das Opfer habe ihn nachts im Schlaf vergewaltigen wollen. Diese Version glaubten ihm die Richter angesichts des Spurenbildes am Tatort aber nicht.

Der Staatsanwalt hatte zwölf Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte Freispruch oder allenfalls eine Verurteilung wegen minder schweren Totschlags beantragt und will das Urteil anfechten.

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