Zwischen Weser und RheinTausende Menschen bekunden friedlich Solidarität für Ukraine

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Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift "#Stand with Ukraine". © Roberto Pfeil/dpa

Viele tausend Menschen haben am Wochenende in Nordrhein-Westfalen gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine demonstriert. Auf dem Roncalliplatz in Köln kamen am Sonntagnachmittag nach Schätzungen von Augenzeugen bis zu 8000 Menschen bei einer Kundgebung zusammen, um ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu bekunden und gegen den Einmarsch Russlands in das Land zu demonstrieren. Der Veranstalter hatte mit 1000 gerechnet.

Viele Teilnehmenden schwenkten die blau-gelbe ukrainische Flagge oder hielten Plakate in diesen Farben hoch. «Es verläuft alles friedlich. Wir sind mit einigen Kräften vor Ort», sagte eine Kölner Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Nachmittag. Den Angaben zufolge stammen viele der Teilnehmenden aus der Ukraine oder haben ihre Wurzeln in dem Land.

Nach Angaben der Düsseldorfer Polizei demonstrierten am Samstagnachmittag von 14.00 Uhr an rund 6000 Menschen auf dem Schadowplatz in der Innenstadt. Unter den Demonstranten in der Landeshauptstadt war auch Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Joachim Stamp. Der FDP-Politiker nannte es in seiner Rede pervers, wenn jetzt in Deutschland über steigende Benzinpreise geredet werde, während Ukrainer in NRW um ihre Familien, Freunde und Bekannte in der Heimat bangen.

Laut Polizei sind alle Kundgebungen und Aufzüge «weitgehend störungsfrei und friedlich» verlaufen. Es sei aber teils zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen. Die Versammlung in Düsseldorf habe «deutlich mehr Zulauf» gehabt als angenommen.

Auch in anderen NRW-Städten wie in Münster gab es am Samstag Demonstrationen, bei denen sich die Teilnehmer solidarisch mit der Ukraine zeigten. Weitere Aktionen waren für Sonntag auch in Kleve, Siegen, Münster, Köln und Mülheim an der Ruhr angekündigt.

Unterdessen erreichte ein am Donnerstag gestarteter Hilfstransport des Malteser Hilfsdiensts die Ukraine, wie die Organisation am Sonntag in Köln mitteilte. In der Stadt Iwano-Frankiwsk südöstlich von Lwiw (Lemberg) hätten Malteser damit begonnen, Geflüchtete mit Zelten, Feldbetten, Decken und Lebensmitteln zu versorgen. Zudem würden die Menschen medizinisch und psychologisch betreut.

«Unsere Malteser-Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine gehen wie so viele Menschen dort gerade psychisch und physisch an ihre Belastungsgrenze», sagte Oliver Hochedez, Leiter der Nothilfeabteilung von Malteser International laut einer Mitteilung.

Die Malteserverbände in den ukrainischen Anrainerstaaten wie zum Beispiel Polen, Rumänien oder Ungarn haben den Angaben zufolge ihre Mitarbeitenden bereits an die Grenzen entsandt und leisten dort Hilfe für die Geflüchteten. Sie verteilten Lebensmittel, Wasser und leisten medizinische und psychologische Hilfe, hieß es.

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