NRWErzbistum beurlaubt Kirchenrichter nach Goebbels-Vergleich

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Nach einem Goebbels-Vergleich ist ein Kirchenrichter des Erzbistums Köln von seinem Dienst als Diözesanrichter beurlaubt worden. Wie das Erzbistum am Freitag mitteilte, wurde er vom derzeitigen Vertreter von Kardinal Rainer Woelki, Weihbischof Rolf Steinhäuser, mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Damit habe Steinhäuser auf einen Kommentar des Pfarrers reagiert, mit dem dieser im sozialen Netzwerk Facebook die Berichterstattung des Domradios kritisiert hatte.

Das Kölner Kirchengericht, das sogenannte Erzbischöfliche Offizialat, ist innerkirchlich unter anderem zuständig für das kirchliche Arbeitsrecht. Der als sehr konservativ bekannte Kirchenrichter hatte in dem Kommentar das Domradio, das zum Erzbistum Köln gehört, als «Propagandaorgan» bezeichnet und geschrieben: «Goebbels läßt grüßen». In dem Bericht ging es um die Finanzen der Kölner Hochschule für Katholische Theologie.

Nach Protesten hatte sich der Pfarrer von seiner Äußerung distanziert und erklärt, dass er einen «völlig unangemessenen Vergleich» vorgenommen habe. Propagandaminister Joseph Goebbels (1897-1945) war einer der Hauptverantwortlichen für die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Die Ausdrucksweise und die gewählten Vergleiche seien für einen katholischen Priester unangemessen und inakzeptabel, erklärte Steinhäuser. Mit seinen Äußerungen habe der Pfarrer dem Erzbistum schweren Schaden zugefügt, deshalb könne er seine Aufgabe als Diözesanrichter nicht mehr fruchtbar ausüben.

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