NRWGesichtstattoo brachte Polizei auf Spur des Böllerwerfers

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Anette Milk, Oberstaatsanwältin Essen, beantwortet während der Pressekonferenz Fragen. © Roland Weihrauch/dpa

Ein auffälliges Gesichtstattoo hat die Essener Polizei auf die Spur des mutmaßlichen Böllerwerfers beim Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga West zwischen Rot-Weiss Essen und Preußen Münster am vergangenen Sonntag gebracht. Es handele sich um einen 29 Jahre alten Familienvater, der nach ersten Erkenntnissen als Einzeltäter gehandelt habe. Der Mann sei am Donnerstag ohne Widerstand zu leisten festgenommen worden, sagte die Essener Oberstaatsanwältin Anette Milk am Freitag. Sein Motiv sei noch unklar.

Das Spiel war nach dem Böllerwurf abgebrochen worden. Zu dem Vorgang soll es ein Sportgerichtsverfahren geben.

Gegen den Verdächtigen werde wegen gefährlicher Körperverletzung und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt, sagte Milk. Ein Haftbefehl sei nur gegen tägliche Meldeauflagen außer Kraft gesetzt worden. Außerdem wurde ein bundesweites Stadionverbot verhängt. Der Verdächtige habe sich nicht zur Tat geäußert. Zahlreiche RWE-Fans hätten durch Zeugenhinweise maßgeblich zur schnellen Aufklärung beigetragen, betonte der Essener Polizeipräsident Frank Richter.

Beim Stand von 1:1 war kurz nach dem Ausgleich der Gäste in der 72. Minute ein sogenannter Polenböller aus der Essener Fankurve in Richtung Spielfeld geflogen, wo sich Münsters Auswechselspieler aufhielten. Ein Spieler erlitt ein Knalltrauma, ein weiterer wurde ebenfalls verletzt. Der Schiedsrichter hatte die Begegnung zu diesem Zeitpunkt bereits unterbrochen - und pfiff sie nach fast einer halben Stunde Unterbrechung nicht mehr an.

RWE-Vereinspräsident Marcus Uhlig nannte den Böllerwurf eine «offenbar irre Tat eines Einzelnen». Die komplette RWE-Fanszene habe sich davon distanziert und mit einer zweistelligen Zahl von Hinweisen auf die Tat der Polizei geholfen. RWE habe für das Stadion ein neues Video-Überwachungssystem in Auftrag gegeben, so dass Ausschreitungen im Stadion künftig besser nachzuvollziehen seien. Auch bei den Einlasskontrollen stehe «alles auf dem Prüfstand». 100-prozentige Sicherheit gegen Einzeltäter sei aber in einem Fußballstadion nicht möglich, sagte Uhlig.

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