Zwischen Weser und RheinSteinwürfe auf Polizisten und Autos: Einsatz bei Lützerath

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Nach Steinwürfen auf einen Braunkohlebagger ist es am Donnerstag zu einem massiven Polizeieinsatz bei Lützerath nahe dem Tagebau Garzweiler gekommen. Teilweise seien auch Beamte und Polizeiautos mit Steinen beworfen worden, teilte die Polizei in Aachen mit. Als sie am Morgen wegen der Steinwürfe auf den Bagger vor Ort war, seien die Beamten plötzlich von einer herannahenden Gruppe von 40 bis 50 Personen bedrängt worden. Die Personen stammten offenkundig aus dem Kreis der Gegner des Braunkohleabbaus.

Die Polizei in Aachen berichtete, die angeforderte Unterstützung habe zunächst nicht kommen können, weil eine Zufahrtsstraße nach Lützerath mit Barrikaden versperrt gewesen sei. Als die Beamten die Sperren abbauen wollten, sei es «wieder zu einem massiven Bewurf mit Steinen und anderen Gegenständen» gekommen. Fünf Personen seien festgenommen worden. Sie stünden in Verdacht, Einsatzkräfte tätlich angegriffen zu haben. Ein Mann konnte nach Feststellung seiner Identität wieder entlassen werden. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach erklärte: «Ich bin tief verstört, dass meine Kolleginnen und Kollegen heute Morgen so massiv angegriffen wurden». Die Polizei habe alles getan, «um die Situation grundsätzlich zu befrieden», sagte er und verwies auf ihr Kommunikationskonzept.

In dem weitgehend verlassenen Ort Lützerath nahe der Abbruchkante des Tagebaus Garzweiler kampieren seit Monaten Aktivisten in Zelten, Gebäuden und Baumhäusern. Sie wollen eine Nutzung des Geländes für den Abbau von Braunkohle verhindern. Derzeit läuft ein Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Münster, mit dem ein Grundbesitzer die vorzeitige Einweisung der Grundstücke in den Besitz des Tagebaubetreibers RWE Power verhindern möchte. Solange das Verfahren nicht entschieden ist, soll Lützerath erklärtermaßen nicht angetastet werden.

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