Nacht auf Montag frostigWintereinbruch in OWL sorgt für Glätteunfälle - volle Ski-Gebiete in NRW

Das Winterwetter lockt viele Wintersportfans in die Skiregionen. Gleichzeitig sorgt der Schnee vor allem im Süden von OWL für glatte Straßen.

Katharina Thiel, Lena Kley, Désirée Winter

In diesem Bielefelder Garten bedeckt der Schnee einen Gartenzwerg. - © Eike J. Horstmann
In diesem Bielefelder Garten bedeckt der Schnee einen Gartenzwerg. © Eike J. Horstmann

Ganz Ostwestfalen-Lippe war am Sonntagmorgen mit einer Schneedecke überzogen. Und es schneit bei winterlichen Temperaturen um Null Grad kräftig weiter - noch bis zum Mittag. Doch das Winterwetter in NRW sorgte am Wochenende nicht nur für volle Skigebiete, es brachte auch zahlreiche Unfälle durch glatte Straßen mit sich.

Allein im Kreis Höxter kam es zwischen Samstagabend und Sonntagfrüh zu sechs Unfällen mit Blechschäden. In Warburg geriet eine 22-Jährige zudem trotz geringer Geschwindigkeit mit ihrem Auto auf Schnee ins Rutschen und prallte gegen ein Brückengeländer. Sie wurde leicht verletzt. Auch ein 83-Jähriger verletzte sich leicht, als er in Bad Driburg von einem Gehweg auf die Straße rutschte und dort mit einem Auto zusammenstieß.

Im Kreis Lippe wurden bei Unfällen drei Menschen leicht verletzt, darunter ein 13-Jähriger, der als Beifahrer bei einem 20-Jährigen dabei war. Der Fahrer war in der Nacht zu Sonntag zu schnell unterwegs und kam deshalb von der Straße ab. Im Straßengraben überschlug sich das Auto und kam letztendlich auf einer Wiese zum Stehen. Ebenfalls zu schnell - und dazu mit Sommerreifen - unterwegs war ein 20-Jähriger aus Bad Salzuflen, der auf gerader Strecke ins Schleudern kam und sich überschlug. Auch er wurde leicht verletzt.

Ein Streufahrzeug der Stadt steht in Bad Oeynhausen hinter einer roten Ampel im Schnee. - © Lino Mirgeler
Ein Streufahrzeug der Stadt steht in Bad Oeynhausen hinter einer roten Ampel im Schnee. (© Lino Mirgeler)

Zu vielen Unfällen hat der Schnee laut einer Sprecherin der Polizei im Kreis Herford nicht geführt. "Bisher hatten wir fast nichts, es scheinen alle zu Hause geblieben zu sein", sagt sie auf Nachfrage dieser Redaktion. Nur ein einziger Glätteunfall sei bislang von der Polizei registriert worden. Am Sonntagmorgen sei ein Auto gegen ein Verkehrszeichen gefahren - daraus resultierte glücklicherweise nur ein leichter Sachschaden.

Ein paar Unfälle habe es auch im Kreis Minden-Lübbecke gegeben, berichtet eine Polizeisprecherin auf Nachfrage, doch es halte sich in Grenzen. Insgesamt habe die Polizei am Morgen vier Unfälle registriert. In einem Fall wurde eine Person in Bohmte am frühen Morgen schwerverletzt: Der 27-Jährige war zuvor mit seinem Mercedes Vito auf der Bohmter Straße in nördliche Richtung unterwegs gewesen. Kurz nach der Einmündung Drohner Straße kam der Bohmter von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem Baum. Der Rettungsdienst musste ihn ins Krankenhaus Osnabrück bringen.

Aus Bielefeld und dem Kreis Paderborn wurden zunächst keine Unfälle gemeldet. Auch im Kreis Gütersloh blieb es ruhig: "Der plötzliche Schneefall kam unverhofft", sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes auf Anfrage. Derzeit ziehe ein Schneeband über das Kreisgebiet. "Viel wird aber nicht liegen bleiben." Autofahrer sollten dennoch besonders vorsichtig unterwegs sein. Glätteunfälle habe es bislang im Kreis Gütersloh aber nicht gegeben, wie eine Sprecherin der Kreisleitstelle der Polizei auf Anfrage mitteilte.

Gute Wintersportbedingungen

Nach wochenlanger Durststrecke waren am Samstag erstmals wieder gute Wintersportbedingungen. Im Sauerland und im Rothaargebirge waren daher 85 von fast 130 Liften geöffnet - bisheriger Rekord für diesen Winter. "Die Bedingungen sind super. Besser geht es gar nicht", sagte Susanne Schulten, Sprecherin der Wintersport-Arena Sauerland. "Nur die Sonne könnte sich auch noch blicken lassen." Am Dienstag und Donnerstag habe es noch ordentlich Neuschnee gegeben. Entsprechend seien die ersten Parkplätze am Samstag bereits gegen 9.30 Uhr voll gewesen. "Im Kerngebiet um Winterberg und Willingen ist ordentlich was los", so Schulten.

Skifahrer stehen vor einer Anzeigetafel in Winterberg, die überwiegend geöffnete Pisten ausweist. Im Sauerland gibt es nach wochenlangem Tauwetter wieder gute Wintersportbedingungen. - © Bernd Thissen
Skifahrer stehen vor einer Anzeigetafel in Winterberg, die überwiegend geöffnete Pisten ausweist. Im Sauerland gibt es nach wochenlangem Tauwetter wieder gute Wintersportbedingungen. (© Bernd Thissen)

Seit Weihnachten hatten zweistellige Temperaturen mit Regen und starkem Wind den Schnee schnell schmelzen lassen. Zuletzt war Skifahren und Snowboarden im Sauerland nur noch in Winterberg auf ein paar schmalen Kunstschnee-Schneisen in der ansonsten grünen Landschaft möglich.

Zahlreiche Unfälle wegen Glätte

Der Wintereinbruch führte im Rest von NRW auch zu Verkehrsbehinderungen. Durch Schnee und Glätte kam es vor allem am Freitag zu zahlreichen quer stehenden oder liegen gebliebenen Fahrzeugen sowie Zusammenstößen. Etwa im Kreis Düren gab es von Freitagmittag bis Samstagmorgen knapp 180 Unfälle und 70 gemeldete Gefahrenstellen, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt hätten die Beamten rund 300 witterungsbedingte Einsätze gezählt. Bei den Unfällen wurden demnach sechs Menschen leicht verletzt. Der Sachschaden betrage geschätzt mehr als 200.000 Euro.

Überall im Kreis Düren seien Straßen zeitweilig nicht mehr zu befahren gewesen, weil Autos sich gedreht hätten, halbseitig in Böschungen gelandet oder mit anderen Fahrzeugen verkeilt gewesen seien. Einige Lastwagenfahrer mussten laut Polizei stundenlang auf die Abschlepphilfen warten.

Auch im Ruhrgebiet sorgten die glatten Straßen am Freitag für Unfälle. So habe ein Autofahrer wegen der Witterung sein Fahrzeug angehalten, was ein weiterer Verkehrsteilnehmer zu spät erkannt habe, berichtete die Polizei am Samstag. Er sei mit seinem Wagen gegen das stehende Auto geprallt, das daraufhin über die Fahrbahn geschoben wurde und eine Böschung hinabrollte. Verletzte gab es nicht.

Zum Wochenstart lässt sich Sonne blicken

Am Sonntag ist bei grauem Himmel weiter mit örtlicher Glätte zu rechnen. Zwar sei es zum Ende der Woche mit Temperaturen von maximal zwei Grad etwas milder als zuletzt, im Bergland gebe es jedoch vielerorts weiter Dauerfrost, sagte eine DWD-Meteorologin. Vor allem in der Eifel falle am Sonntag Schnee, der aber im Tagesverlauf abnehme. Im Nordwesten des Landes bleibe es dagegen niederschlagsfrei. Überall in NRW bleibt es grau.

In der Nacht auf Montag sei es dann verbreitet frostig, so dass es örtlich erneut Glättegefahr gebe, so die Expertin. Zu Wochenbeginn erwartet der DWD schließlich Höchsttemperaturen von zwei bis vier Grad und keine Niederschläge mehr. Zudem gebe es am Montag viele Wolken, ehe am Dienstag zeitweise auch mal wieder die Sonne zu sehen sei.

Mit Material der dpa.

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