TierquälereiStadt nimmt Bielefelder Hundezüchterin alle Tiere ab

Mitarbeiter der Stadt drangen in das Haus ein, sahen eingepferchte, kranke Tiere. Die Bielefelderin hatte schon lange die Kontrolle verloren. Wie geht es den Hunden jetzt?

Alexandra Buck

Hier werden die Tiere abtransportiert. - © Stadt Bielefeld
Hier werden die Tiere abtransportiert. © Stadt Bielefeld

Bielefeld. Die Hunde sitzen in ihrem eigenen Kot, einige sind verletzt und traumatisiert. Es stinkt. Eine Bielefelder Züchterin hat die Kontrolle verloren - und das Veterinäramt die Reißleine gezogen.

Im Herbst 2021 werden einer Bielefelderin 18 Hunde weggenommen, einige sind erst wenige Wochen alt. Immer wieder hatte es zuvor Beanstandungen gegeben. Mehrfach war das Veterinäramt vor Ort. Zuletzt seien die "Zustände nicht mehr haltbar gewesen", erklärte Veterinäramtsleiter Ivo Lücke seinerzeit.

Die Hunde wurden an mehrere private Pflegestellen vermittelt. Unter anderem hatte die Hundenothilfe OWL zehn der Australian Shepherds - acht Hündinnen und zwei Rüden, davon fünf Welpen - in ihren Pflegestellen aufgenommen.

Jetzt gibt es wieder ein Lebenszeichen von den Tieren: Auf Facebook veröffentlicht die Hundenothilfe Fotos eines Gruppentreffens, das die Halter und Pflegestellen, in denen die Tiere untergekommen sind, im November erstmals veranstalteten.

"Es war eine Katastrophe"

Es war ein großes Wiedersehen der Australian Shepherds, die Ende September 2021 beschlagnahmt wurden. Weitere Hunde wurden im April 2022 an gleicher Stelle beschlagnahmt, sie kamen ebenfalls mit ihren Haltern zum Treffen.

Die Bielefelder Fotografin Mona Schreiber hatte eine der beschlagnahmten Hündinnen aufgenommen. "Es war so schlimm, als ich sie entgegen nahm", berichtet die Hundefreundin. Dass die Hündin ungepflegt war, stellte sich noch als das geringste Problem heraus. Das Tier stank zum Himmel, war voller Parasiten und "wies am Kopf eine Verletzung auf, die sich auf einen harten Stoß zurückführen ließ", erklärt die neue Halterin. Was genau den Tieren noch passiert ist, weiß wohl nur die Züchterin allein.

Pflegestellen gesucht

"Inzwischen ist aber alles gut und sie ist ein gesundes, junges Hundemädchen geworden. Und ich habe mich riesig darüber gefreut, dass es allen anderen auch gut geht. Alle sind vollständig gesund und munter."

Das ist auch jenen Menschen zu verdanken, die bereits sind, im Notfall einen Hund auf Zeit aufzunehmen. Die Hundenothilfe bringt Hunde, anders als das Tierheim, ausschließlich in privaten Pflegestellen unter. "Dort werden unsere Schützlinge bis zu ihrer Vermittlung aufgenommen, versorgt und auf dem Weg in ein neues, glückliches Hundeleben begleitet.

Die Hundenothilfe (mit Sitz in Bielefeld), sucht ständig kompetente, verantwortungsvolle Menschen, die einen Hund bis zur Vermittlung in ein endgültiges Zuhause bei sich aufnehmen möchten. Interessenten können sich unter Tel. 05204 870477 oder per Mail melden unter kontakt@hundenothilfe-owl.de

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