Schlimmer FundBielefelder öffnet weggeworfenen Rucksack und macht schaurige Entdeckung

In ihrer täglichen Arbeit hat Christina Schmidt schon etliche unschöne Dinge gesehen - manche aber verdaut auch die erfahrene Tierschützerin nicht so schnell.

Alexandra Buck

Trauriger Fund in einem Rucksack in Schildesche. - © Christina Schmidt
Trauriger Fund in einem Rucksack in Schildesche. © Christina Schmidt

Bielefeld. Christina Schmidts Job ist nichts für zarte Gemüter. Immer wieder wird die engagierte Bielefelder Tierschützerin mit Bildern konfrontiert, die sich einbrennen. Am Samstag war es wieder so weit. Ein Bielefelder, der mit seinem Hund unterwegs war, meldete der Inhaberin des Tiertaxis einen Rucksack.

Trauriger Fund in einem Rucksack in Schildesche. - © Christina Schmidt
Trauriger Fund in einem Rucksack in Schildesche. (© Christina Schmidt)

"Der Rucksack wurde hinter einem Wohnblock an der Plaßstraße in Schildesche gefunden", so Schmidt. In dem Rucksack fand sich eine "ziemlich junge Katze", die dort offenbar entsorgt wurde. "Sie muss heute im Laufe des Vormittags dort hingeschmissen worden sein, der Finder sagte, der Rucksack sei ihm bei seiner Gassirunde am Mittag aufgefallen."

Besonders merkwürdig: In dem Rucksack fanden sich auch persönliche Gegenstände. "Sollte der ehemaliger Besitzer seine persönlichen Sachen, wie etwa seinen Hausstürschlüssel wiederhaben wollen, dann kann er ihn sich gerne bei mir abholen", so Schmidt.

Anwohner sollen sich melden

Sie bittet die Anwohner der Plaßstraße 60 bis 70, sich zu melden, wenn sie Hinweise auf den Besitzer des Tieres haben. Infos per Mail an das Tiertaxi.

Trauriger Fund in einem Rucksack in Schildesche. - © Christina Schmidt
Trauriger Fund in einem Rucksack in Schildesche. (© Christina Schmidt)

Nicht der erste traurige Fund, den Christina Schmidt verdauen muss.

Sie hat einmal einen Hund, den die Feuerwehr aus dem Teich an den Heeper Fichten gefischt hatte, zur Obduktion in die Tierklinik transportiert. Der Schädel des Tieres war durch massive Gewalteinwirkung zertrümmert worden. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Schmidt damals der NW.

Schrecklich auch der Fall der Katze, die angefahren wurde und erst Tage später bei brütender Hitze gefunden wurde, das Gesicht zum Boden gewandt. Als sie das Tier seinerzeit vorsichtig umdrehte, krochen Maden aus Maul, Augenhöhlen und Ohren. Die Tierärztin habe das Tier damals nur noch einschläfern können.

Viele traumatische Einsätze

Ein besonders krasser Fall sei auch ein Hund gewesen, der in einem Messie-Haushalt lebte. Die Polizei hatte Christina Schmidt dazu gerufen, als der Besitzer unter Regalen begraben wurde, die unter der Last des Sammelsuriums zusammengeklappt waren.

Oder die Yorkshire- und West Highland Terrier, die Drogendealern gehörten und die bei brütender Hitze ohne Wasser im sichergestellten Pkw erst nach Stunden gefunden wurden.

Oder der kleine Welpe, der wochenlang in einer Wohnung zurückgelassen wurde, sich dort von Müll, Matratzenschaumstoff und seinem eigenen Kot ernährte. Die Liste ist lang.

Das Bielefelder Tiertaxi:

Im Februar 2012 eröffnete Christina Schmidt das erste Tiertaxi in Bielefeld und bietet seitdem auch Tierbetreuung an. "Wir helfen besonders gerne den Menschen, die in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind und nehmen auch die Tierarzttermine für diese wahr." Nachts kümmert sie sich um Bielefelder Fundhunde. Zudem steht sie der Polizei, der Feuerwehr, dem Krisendienst, dem Tierheim und allen Tierbesitzern bei Notfällen zur Verfügung. Das Tierheim Bielefeld unterstützt sie ehrenamtlich bei den Nachkontrollen für vermittelte Hunde. Außerdem ist Christina Schmidt von dem Bielefelder Unternehmer und Stiftungsgründer Ralph Anstoetz als Stiftungsratsmitglied in die Sentana-Stiftung berufen worden.